Vorwort LR Benger Kulturreferent
Kulturpass



Bezirk
Startdatum
Veranstaltungsart

Veranstaltungen

heteronomous male

25.10.2013-26.10.2013
Uhrzeit: 20:00-22:00

 

Eine Performance von und mit Michael Turinsky.

Was mag es, vor allem in kinästhetischer Hinsicht, bedeuten, ein Mann zu sein und zugleich fremdbestimmt durch Abwesendes? Spielerisch changierend zwischen der Eigengesetzlichkeit des behinderten Körpers einerseits und der Gesetzeskraft von Choreographie und Sozietät andererseits, schwankend zwischen Eros und Hilflosigkeit, zwischen der Position des Kindes und der des erwachsenen Mannes, oszillierend zwischen Ernst und Ironie, zwischen Sinnlichkeit und Intellektualität, erkundet heteronomous male die grundlegenden identitätsbestimmenden Achsen desjenigen Feldes, auf dem ich mich als behinderter Mann und Tänzer bewege.

Team
Choreoographie, Tanz, Bühne, Text:
Michael Turinsky
Musik: Ben Frost
Kostüm: Devi Saha
Produktion / PR: Elisabeth Drucker

Mit freundlicher Unterstützung von:
Stadt Wien – MA 7 Kultur,
TANZ*HOTEL und M.A.P. Vienna 

heteronomous male
2012
aufgeführt in der ARGE Kultur (Salzburg) im Theater Nestroyhof (Wien) sowie im Palais Kabelwerk (Wien)

2013 u. a. im Rahmen des internationalen Festivals 30 Jahre Impulstanz Vienna [8:Tension] Young choreographers’series – im Schauspielhaus Wien

Hier der von Michael Turinsky gesprochene Text:
Statt entweder dem Imperativ der Unterordnung immaterieller Arbeit unter das Kapitals zu gehorchen und den Körper der störungsfreien, transparenten Vermittlung eines bestimmten „Themas“ zu unterwerfen, oder aber auf Kosten der Verarmung inklusiven Tanzes den Körper von allen thematischen Bezügen zu befreien, eröffnet inklusive Tanzpraxis einen Raum, worin die eigensinnige, opake Medialität strauchelnder behinderter Körper einerseits und ein bestimmtes choreographisches „Sujet“ anderseits in ein produktives Spannungsverhältnis zueinander gesetzt werden und worin ebendieses produktive Spannungsverhältnis als Wert eigener Art zur Darstellung kommt.
/
Um an die feministische Kritik an Jackson Pollocks drip paintings anzuschließen: Inwiefern und inwieweit kann die Bodennähe des behinderten Tänzers gewissermaßen als Kritik an der phallozentrischen Vertikalität artikuliert werden?
/
In seinem herausragenden Aufsatz „Maskulinität, Solipsismus, Choreographie. Bruce Naumann, Juan Domingues, Xavier le Roy“ rekonstruiert Andre Lepecki die „Urszene“ der Choreographie als leere Kammer, in welcher ein einzelnes männliches Tänzer-Subjekt, zum Zweck der besseren Eingliederung ins soziale Leben, sich in die präzise Ausführung der schriftlich festgehaltenen Instruktionen eines abwesenden Choreographen-Subjekts einübt.
/
Wenn nun die körperliche Einschreibung einer Instruktion bzw. eines Gesetztes, welches sich auf die Performativität des Subjekts bezieht, am behinderten Körper in spezifischer Weise scheitert – wie kann dieses spezifische Scheitern der körperlichen Einschreibung des Gesetztes für eine kritische choreographische Praxis fruchtbar gemacht werden?
/
Inklusiver Tanz, also die gemeinsame künstlerischer Praxis behinderter und nicht-behinderter Tänzerinnen und Tänzer, steckt, was deren theoretische Durchdringung so wie die Reflexion der unterschiedlichen Arbeitsweisen derselben betrifft, gleichsam noch in den Kinderschuhen.
/
When I was a child I dreamed of becoming a football coach. Now instead …


Michael Turinsky
Ausgebildeter Philosoph, seit seiner Geburt körperbehindert, lebt und arbeitet zur Zeit als Theoretiker, Tänzer und Choreograf in Wien. Erste Tanzerfahrungen während regelmäßiger Trainings und kleiner Performances mit vimprodaco (“Vienna Improvisation Dance Company”). Seither künstlerische Zusammenarbeit mit Sonja Brown, Andreas Constantinou, Barbara Kraus, Bert Gstettner und anderen. 2007 Training als DanceAbility Teacher. 2008 zeigte er seine Choreografie Rücksicht auf Darstellbarkeit, 2011 Narcissus project, 2012 Choreographie/Tanz „heteronomous male“.


Tickets: +43 (0)463 310300
www.klagenfurterensemble.at


Veranstalter: Klagenfurter Ensemble

 

Veranstaltungsort:
Theater Halle 11
Messeplatz 1
9020 Klagenfurt

 Artikel versenden    Artikel drucken

... mit unserem kostenlosen Kulturnewsletter.
Als iPad APP erhältlich
oder als PDF Download

Die offizielle Seite der Kärntner Volkskultur
Alles rund um Kunst und Kultur in der Kärntner Landeshauptstadt.
Ein Serviceportal für die Kreativen in Klagenfurt.
Kontakt . Impressum

Nutzungsbestimmungen:
Das Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 6 (Kompetenzzentrum Bildung, Generationen und Kultur), Unterabteilung Kunst und Kultur hat auf die verlinkten Websites, Frames, Werbebanner oder andere Werbung keinen Einfluss und schließt jede Haftung im Zusammenhang mit solchen Inhalten aus!