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10 – 10 – 10

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10 – 10 – 10

geschrieben am 14.11.2010 10:29

Zurück zum 10. Oktober. Viele Feierlichkeiten bewegten sich im kulturellen Rahmen. Doch nur wenigen gelang es diesen zu sprengen und über den Tellerrand zu blicken. Was ist Heimat eigentlich und schöpft sie noch immer aus einem Jungbrunnen? Eine Ausstellung im MMKK, ein Fest, ein Konzert und eine neue CD als Antwort?

In der Blumenhalle St. Veit blühten zum 10. Oktober dadaistische Blüten in den verschiedensten Klangfarben. Zdravko Haderlap und Baliü präsentieren das „andere“ Kärnten“

Rock hoch 10. So hoch, dass der Rock den Dadaismus erreicht. Zuvor schon hat Karl Marx (über den Fetischcharakter der Warenform) analysiert: Der Rock ist ein Gebrauchswert. Und gleichzeitig steht der Rock für den Aufbruch ins nächste Jahrhundert. Ton, Steine, Scherben, der Rock kommt schließlich von den Steinen (siehe auch Rolling Stones) und „Baliπ“ rocken solange bis der Ton zerbricht. Vor 10 Jahren setzte die Gruppe – mit dem Stammpersonal „Mare“ (Marko Stern/ Schlagzeug), „Izi“ (Isidor Stern/Bass), „Dani“ (Daniel Stern/Gitarre), „Lipe“ (Norbert Lipusch/Gesang), „Davo“ (Davorin Lempl/Gitarre) und „Jozej“ (Jozej Πtikar/ Keyboards) – noch auf das Fundament von Rhythmik und jenen Songstrukturen, die man bei den Rockgruppen jener Zeit überall fand. Doch die Gegenwart sieht anders aus. Der 10. Oktober wird zu einem Zeichen, einem Signal.

Herkömmliche Musikformen verschwinden immer mehr und die Klänge werden zu einem hörbaren Erlebnis so geschickt und gekonnt ineinander verwoben und manchmal auch auf den Kopf gestellt, dass die Einflüsse nicht mehr genau zuordenbar sind. Von überall, vom Blues genauso wie vom Rock, aber auch von Jazz und Elektronik verwebt sich die Musik zu einem Ganzen. Die Muttersprache (Slowenisch) als Selbstverständnis ohne große Parolen oder Politik, sagt Frontmann Marko Stern, um mit dem Konzert zur neuen CD „Novnos“ Netzwerke von Unterkärnten aus zu knüpfen. Gesellschaftliche Rollen werden dabei überworfen, Fragen gestellt und Eigenkompositionen mit sozialen, politischen und sprachlichen Texten so veredelt, dass sie nicht nur als Experimente herhalten, sie überschreiten auch Grenzen und gängige Konventionen der Populärmusik.

Der 90. Jahrestag der Kärntner Volksabstimmung sollte mit einem Konzert der Gruppe Baliπ noch einen anderen Winkel, eine weitere Stimme, eine neue Perspektive erhalten. Die Eindimensionalität und das Schubladendenken durften an diesem Tag nicht zum bestimmenden Faktor werden. Und in diesem Zusammenhang sollte natürlich auch ausgelassen gefeiert werden.

10 Jahre Baliπ, 10. Oktober 2010, das passt genau dreimal auf die 10 gesetzt (ähnlich der Brücke 111, die dreimal auf die Eins setzt). Und alles das führt dazu, den geistigen und kulturellen Inhalt, der in unserem Land vorhanden ist, geschmackssicher anzureichern (mit viel Musik, spannenden Kunstevents, künstlerisch-experimentellen Genusshappen und einer Menge Enthusiasmus vor dem Bühnenbild des Kärntner Künstlers Andres Klimbacher). So wurde das Spektakel in der St. Veiter Blumenhalle von einem wort- und tongewaltigen dadaistischen Manifest als passende Antwort auf die grotesken Haltungen gegenüber dem 10. Oktober selbst so grotesk inszeniert wurden, dass der Mythos vielleicht schon bald in viele Scherben zerbricht. Erheiterung der Seele und Auflockerung des Geistes gegen rückwärtige Vorstellung, beschreibt es Haderlap der gemeinsam mit Baliπ, dem Vada- Theater (Verein zur Anregung des dramatischen Appetits – siehe Bruecke 110) und dem Verein Burgkultur das „andere Kärnten“ mit seiner Offenheit und Menschlichkeit mit dem Blick ins eigene Innere, aber auch nach außen hin, zeigen möchte.

Der aus Bad Eisenkappel stammende Autor, Regisseur und Choreograph Zdravko Haderlap, der seit 2006 die a-Zone in Lepena/Leppen betreut und zuletzt auch das Johann-Kresnik-Symposium mit der Inszenierung von Ballett kann kämpfen/ balet se zna boriti organisierte, ist für das Konzept und die gesamte Produktion verantwortlich. Das positive Signal erklärt er damit dass es mit dem Konzert auch einen durch Freude getragenen, lebensqualitativen 10. Oktober geben kann. Niemand kommt um den anderen herum im Land, also sind wir alle angewiesen, unsere gemeinsamen geistigen Ressourcen für die Zukunft zu nützen. Gäste, die an der Veranstaltung teilgenommen haben, waren der Jazz- und Rockgitarrist (Peter Kraus, Mick Taylor, Donovan, Christian Dozzler, The Slow Club) sowie (Starmania)Produzent Andy Bartosh, Falco-Gitarrist und Produzent Helmut Bibl sowie die Künstler Lojz Kerbitz (Schauspieler), Christian Lehner (Musiker), Mopz Trta (Musikgruppe) und Vlado Kreslin (Musiker) aus Slowenien.

FS/BB


Weitere Infos:
www.balis.at, www.haderlap.at, www.burgkultur.at

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