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Alles in Bewegung

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Alles in Bewegung

geschrieben am 02.12.2009 15:57

Fortsetzung der Tanz-Serie: 2009 war für Kärnten das Jahr des Tanzes. Die Bruecke-Serie bringt diese Kulturform näher. Bereits seit 25 Jahren gilt Bernadette Prix als Begründerin und Wegbereiterin moderner Tanzformen. Ihre „Schule für künstlerischen Tanz“ hinterließ bewegende „Zeit_Spuren“.

In den 1960er Jahren, jedenfalls schon im Alter von fünf Jahren, entdeckte sie in der Ballettschule Haslinger-Hoffman ihre Liebe zum Tanz, die sie bis heute begleitet. Als Ballettelevin tanzte sie in verschiedenen Produktionen des Stadttheaters Klagenfurt. Was für Zeiten! Die Tänzerinnen und Tänzer agierten ausschließlich nach Anweisungen. Ich wusste sofort, dass ich Choreografin werden will, denn für eine Tänzerin hatte ich entschieden zu viele Ideen, resümiert sie ihre wichtigste Berufsentscheidung. Mein Traum war das freie, kreative Arbeiten ohne institutionelle Einschränkung.

Ihren Traum verwirklichte sie auf Umwegen. Prix-Penasso übersiedelte 1972 zum Biologie-, Chemie- und Physikstudium nach Wien. Was aufs Erste konträr zu ihren tänzerischen Ambitionen scheint, entpuppt sich als folgerichtiger Schritt. Prix-Penasso interessieren die Geheimnisse der Natur, insbesondere jene des menschlichen Körpers. Noch heute nützen mir meine fundierten, anatomischen Kenntnisse. 1978 kehrte sie nach Klagenfurt zurück und war fortan zweigleisig unterwegs: Einerseits naturwissenschaftlich, im Seenforschungsinstitut oder als Biologie- Lehrerin, andererseits als Tänzerin, Tanzpädagogin und Choreografin. Beides konnte ich auf Dauer nicht schaffen. Ich musste eine Entscheidung treffen. Diese fiel 1985, als Prix-Penasso die „Schule für künstlerischen Tanz“ gründete. Fortan widmete sie sich ausschließlich dem Tanz. Seit damals bildet sie sich unermüdlich weiter, etwa in Modern Dance, Gyrokinesis, Spiraldynamik oder Feldenkrais. Momentan lernt sie für das Diplom der Franklin-Methode, eine Technik, die sich mit Bewegungsgestaltung durch Imagination beschäftigt.

Ihr Wissen floss nicht nur in ihre Schule ein, sondern auch in ihre Kompanie „Omega kai Alpha“, die sie 1982 ins Leben rief. 24 Tanzproduktionen und choreografische Arbeiten, zumeist mit ihren Schülerinnen und Schülern, brachte die selbstbewusste Choreografin bislang auf unterschiedlichste Bühnen: Die Kompanie tanzte in konventionellen Theatern, auf Schiffen, in Schlössern, Museen, Bahnhöfen oder Kraftwerken. Bisheriger künstlerischer Höhepunkt von „Omega kai Alpha“ war das Tanztheater „Verurteilt“ (2003), ein drastischer Bilderbogen über die Unterdrückung orientalischer Frauen. Die Einladung der Produktion zum Cairo International Festival For Experimental Theatre nach Ägypten war berauschend, erzählt sie begeistert. Nur kurz rutscht ihr heraus, dass sie in jungen Jahren dachte, mehr künstlerisch arbeiten zu können. Doch die dünnen Fördermittel der öffentlichen Hand zwangen sie zu verstärkter Unterrichtstätigkeit, um zu überleben. Sofort fasst sie sich wieder und berichtet voll Enthusiasmus von ihrer nächsten Premiere.

Zur Langen Nacht der Museen feierte ihr aktuelles Tanztheater „Zeit_Spuren“ Premiere. Vielleicht hängt das Thema mit meinem Tanzschul-Jubiläum zusammen. Ich habe nächtelang in alten Unterlagen gekramt. Es war, als würde mein künstlerisches Leben Revue passieren. Kein Wunder. Tanz ist ihr Leben.
Ingrid Türk-Chlapek

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