Herzlich
Willkommen auf der
Kulturhomepage der Kärntner Landesregierung


Ihr Kulturreferent Landesrat DI Christian Benger
Veranstaltungstipps, Nachlese und Kulturnews aus ganz Kärnten.

Antike Gewinner

« zurück

Beitrag teilen

Antike Gewinner

geschrieben am 06.06.2012 09:30

Bevor die XXX. Olympischen Spiele in London über die Bühne gehen, lohnt sich ein historischer Rückblick auf die griechische Welt. Wenn auch ganz anders war schon damals Sieg oder Niederlage entscheidend und die besten Athleten durften sich am letzten Tag gebührend feiern lassen.

Möge der Beste gewinnen

Wie die alten Griechen die Olympischen Spiele feierten

Nach vier Jahren ist es wieder so weit: die besten Athleten der Welt versammeln sich vom 27. Juli bis 12. August in London, um die Sieger in einer Vielzahl von Bewerben zu ermitteln. Damit wandeln sie auf den Spuren jener Männer, die schon vor über 2000 Jahren bei den Olympischen Spielen der Antike gegeneinander antraten.

Allerdings gibt es doch deutliche Unterschiede zwischen dem modernen Großevent und dem antiken Sportfest. Dies beginnt schon beim Austragungsort. Während heutzutage unterschiedliche Destinationen gewählt werden, fanden die Olympischen Spiele der Antike immer am selben Ort statt: im Heiligtum von Olympia auf der Halbinsel Peloponnes. Und anders als heutige Metropolen war dieses Olympia keine Großstadt, sondern ein großer heiliger Bezirk, der nur von Priestern und Besuchern bevölkert wurde. Dem entsprechend fanden im Rahmen der Spiele auch jede Menge Opferhandlungen statt, um den Herrn des Heiligtums von Olympia, den Göttervater Zeus persönlich, günstig zu stimmen.

Alle bedeutenden Metropolen der griechischen Welt sandten Vertreter zu diesem kulturellen Großereignis und ließen sich dies auch einiges kosten. Manche Städte hatten sogar eigene Schatzhäuser im heiligen Bezirk von Olympia, wo sie dem Göttervater regelmäßig Weihegaben darbringen ließen – je wertvoller diese Geschenke an die Gottheit waren, desto größer das Prestige der Stifter.

Ehe die Spiele der Antike begannen, reisten Gesandtschaften durch die ganze griechische Welt und verkündeten den olympischen Festfrieden. Erst wenn dieser allgemein bekannt war und eingehalten wurde, konnten die Teilnehmer und Besucher ungehindert nach Olympia reisen. Die Athleten kamen schon einen Monat vor Beginn der Wettkämpfe nach Elis, die nächste größere Stadt nahe Olympia. Hier trainierten sie unter der Aufsicht von Kampfrichtern und wurden dabei aufs strengste überwacht. Nur wer sich im Rahmen dieser Vorausscheidungen als würdig erwies, durfte letztlich im olympischen Heiligtum antreten.

Wenn es dann endlich so weit war, zogen die Athleten, ihre Trainer und Betreuer sowie die Organisatoren und Kampfrichter gemeinsam nach Olympia und die Spiele konnten beginnen.

Wobei in der Antike nicht nur Erwachsene gegeneinander antraten, sondern auch Knaben; ihre Wettkämpfe fanden am ersten Tag der Spiele statt. Der zweite Tag war dann ganz den Wagen- und Pferdewettrennen gewidmet. Einen eigenen Rennstall konnten sich damals nur die Reichsten der Reichen leisten und sie waren es auch, die sich nach einem erfolgreichen Wettkampf als Sieger feiern ließen. Am Nachmittag des zweiten Tages trafen sich die Könige der Leichtathletik zum Fünfkampf. Dieser bestand aus den Disziplinen Speerwerfen, Weitsprung, Diskuswurf, Lauf und Ringen. Wie dabei die Wertung vorgenommen wurde, ist nicht mehr genau bekannt, es gab aber wohl noch kein Punktesystem wie beim heutigen Zehnkampf.

Der dritte Tag gehörte, nach einem erneuten Opfer für Zeus, ganz den Wettläufern, die auf unterschiedlich langen Strecken antraten: im Langstreckenlauf über rund vier Kilometer, im Stadionlauf über 192 Meter und im Doppellauf über die Distanz von zwei Stadien, also knapp 400 Meter. Der älteste dieser Bewerbe war der Stadionlauf, dessen Ziel ursprünglich der Zeusaltar gewesen war und dessen Sieger die Ehre hatte, das Feuer am Altar des Göttervaters zu entzünden.

Am vierten und letzten Wettkampftag ging es in der Arena noch einmal so richtig zur Sache, wenn sich die besten Boxer und Ringer miteinander maßen. Besonders beliebt war dabei das so genannte Pankration, eine Disziplin, bei der fast alles erlaubt war, nur das Beißen des Gegners und das Eindrücken der Augen waren verboten. Aufgrund dieser Regeln wurde nahezu jede Methode genutzt, den Gegner kampfunfähig zu machen. Viele der unterlegenen Kämpfer fanden den Tod oder verließen die Arena als Krüppel.

Wer aber gesiegt hatte, konnte sich am letzten Tag der Spiele gebührend feiern lassen und den Kranz des Siegers in Empfang nehmen. Weiters hatte er das Recht, sich eine Siegerstatue im heiligen Bezirk von Olympia errichten zu lassen. Diese sollte noch Jahrzehnte nach den Triumph vom Können des jeweiligen Athleten künden. Zudem kam es nicht selten vor, dass die bekanntesten Dichter der damaligen Zeit eigene Hymnen auf die Sieger verfassten und vortrugen. Die größten Festlichkeiten erwarteten einen Olympiasieger aber erst in der Heimat: dort wurde ihm nämlich ein ähnlich fulminanter Empfang zuteil wie seinen heutigen Kollegen und er wurde mit wertvollen Geschenken geradezu überhäuft.

Mario Rausch

 

Interessiert? Bleiben Sie mit dem Kulturchannel in Verbindung!

Wir auf Facebook

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie aktuelle News und Veranstaltungen per E-Mail.