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Arbeitsleben im Dschungel

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Arbeitsleben im Dschungel

geschrieben am 16.04.2012 15:12

Ute Aschbacher versorgte uns mit Mails während ihres Schaffens in Südindien. Die künstlerischen Resultate werden im Frühjahr im Musilmuseum in Klagenfurt gezeigt. Weitere literarische Sehnsüchte werden dort durch die KelagErlesen-Reihe mit Bachmannpreisträger Steffen Popp gestillt.

Ein großes optisches Abenteuer

Kunst und Poesie für die Bruecke und das Musilmuseum

Die Künstlerin Ute Aschbacher liebe „das große optische Abenteuer“ und habe dieses Abenteuer „von Anfang an in aller Welt“ gesucht, so der Publizist Bertram Karl Steiner in der Kulturzeitschrift „Die Bruecke“ im Oktober 2005.

Steiner schätzt an Aschbachers künstlerischem Weg unter anderem ihren unbedingten Durchsetzungswillen, der sie auf den ersten Etappen nach Paris und darüber hinaus geführt hat. Damit verbunden war auch ein unbedingtes Sich-Aussetzen einer anderen Kultur gegenüber. Nein, man müsste besser sagen, es war so etwas wie „total immersion“, ein völliges Eintauchen in die Pariser Kunstszene, die Suche nach einem großen künstlerischen Abenteuer, die immer wieder zu herausragenden Resultaten geführt hat. Ute Aschbacher hat dem Kärntner Publikum mit Ausstellungen in renommierten Galerien von diesem Abenteuer erzählt. Das Verfahren der „total immersion“ wendet sie seit einigen Jahren nun auf die Lebensweise, auf die Kulturen und auf die Sprachen Indiens an. Die Künstlerin sucht nun gewissermaßen auch ein großes poetisches Abenteuer und hat bei ihrem letzten Aufenthalt in Indien damit begonnen, die von ihr empfundene Poesie ins Sanskrit-Alphabet zu übersetzen. Sanskrit ist die klassische Sprache der Brahmanen, der Gelehrten und Priester.

Ute Aschbacher hat ein interessiertes Publikum in den letzten Monaten, in denen sie sich wieder und vor allem in Südindien aufgehalten hat, immer wieder mit E-Mails versorgt und damit sozusagen in ihren Arbeitsprozess „eintauchen“ lassen. Entstanden ist dabei ein sehr poetisches, hochinteressantes Arbeitsjournal. Es beginnt mit ihrer Ankunft in Gokarna in Südindien, Ende November 2011. Aschbacher führt Aufzeichnungen über ihr ARBEITSLEBEN IM DSCHUNGEL und verweist manchmal selbstironisch darauf, dass sie sich genau dort befindet, „wo der Pfeffer wächst“.

Sie lässt ihr Publikum teilhaben an LANGEN SAMMLUNGEN, STUDIEN, DENK-PROZESSEN, MENTALEN AUSEINANDERSETZUNGEN, und zeigt eindrucksvoll, wie der kreative Prozess in Südindien in Gang kommt, wie ein „flow“ in ihrer Arbeit entsteht. DANN HAU ICH SO RICHTIG DEN PINSEL REIN, heißt es da an einer Stelle. Dankenswerterweise „öffnet“ die Künstlerin für die „Bruecke“ ihr Arbeitsjournal und lässt uns teilhaben an ihren poetischen Erfahrungen.

Die aus Eisentratten im Liesertal stammende Malerin berichtet immer wieder von ihren unmittelbaren Eindrücken, vom GELBEN LEUCHTEN DER INDISCHEN ROTEN ERDE beispielsweise, vom ZARTEN MONSOON DSCHUNGELREGEN, SCHLAFENDEN LOTOSBLUMEN, dem LEISEN WIND IN BAMBUSBLÄTTERN, vom LEUCHTENDEN BLAUVOGEL AM MANGOBAUM und dem ROTEN SCHMETTERLINGSFLUG. Aus diesen unmittelbaren Eindrücken hat Ute Aschbacher auch die Titel für die Arbeiten gewonnen, die sie ab dem 27. April im Robert-Musil-Literatur Museum in Klagenfurt zeigen wird.

Die Künstlerin malt unter anderem auf DHOTIS, das sind weiße oder farbige Baumwolltücher, Lendenschürze, die von Brahmanen für das POOJA, die „Ehrerweisung“, ein täglich praktiziertes Ritual, getragen werden. Ute Aschbacher wird bei ihrem Literatur-Kunst-Projekt im Musil-Museum eine Installation aus DHOTIS zeigen, RANGOLLI Malerei, die sie auf indischen Tee- und Reissäcken ausführt, sowie Bilder, die auf handgeschöpftem indischen Papier und auf Leinen entstanden sind. Dauer des Literatur- Kunst-Projekts: bis Mitte Juni 2012

Heimo Strempfl


Ute Aschbacher
J A Y A T U (sanskrit)
Eröffnung: 26. April – bis Mitte Juni 2012
Robert-Musil-Literatur-Museum
Bahnhofstraße 50, Klagenfurt
www.musilmuseum.at

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