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Badespaß nicht nur im Sommer

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Badespaß nicht nur im Sommer

geschrieben am 04.07.2008 10:30

Kärnten ist ein Bade- und Bäderland. Ein Blick zurück in die Vergangenheit zeigt, dass auch die alten Römer das Baden zur Kunstform erhoben.

Die Römer suchten das ganze Jahr Erholung im kühlen Nass

Sommerzeit ist Badezeit – das gilt angesichts der Wasserqualität und der landschaftlichen Reize Kärntner Seen nicht nur für Einheimische, sondern natürlich auch für zehntausende Urlauber aus aller Welt, die jedes Jahr Erholung an den Gestaden heimischer Gewässer suchen. Wirkliche „Meister des Bades“ waren aber jene ausländischen Besucher, die sich vor über 2000 Jahren auf Dauer häuslich bei uns niederließen: die Römer. Wobei diese allerdings ein etwas anderes Ambiente bevorzugten und ihre Badefreuden auch nicht bloß auf die Sommermonate beschränkten.

Ein Besuch der Badeanlagen war damals nämlich fester Bestandteil des Alltags, denn in den „thermae“ fand der alte Römer nicht nur Freizeitspaß und Erholung, hier konnte er auch in entspannter Atmosphäre Geschäfte machen oder Verhandlungen führen. Die überaus niedrigen Eintrittspreise machten einen Thermenbesuch schließlich für jedermann erschwinglich, wobei Kinder überhaupt freien Zutritt hatten – der Bäderbesuch war somit ein beliebtes und kostengünstiges Freizeitvergnügen für die ganze Familie. Langweilig wurde es hier wahrlich keinem, denn das Angebot ließ keine Wünsche offen: vom Fitnessbereich mit bestens bestückter Kraftkammer über Freiluftsportanlagen bis hin zu eigenen Bibliotheken für den lesefreudigen Badegast wurde alles für umfassende körperliche wie geistige Entspannung geboten. Geschulte Masseure standen bereit, um gestresste Städter von ihren Verspannungen zu befreien und wer nach dem Aufenthalt im Wasser Hunger und Durst verspürte, war in den zahlreichen Tavernen und Imbissbuden im begrünten Innenhof bestens aufgehoben.

Das Kernstück altrömischer Thermen war und blieb aber die Abfolge unterschiedlicher Wärme- und Kälteräume, in denen schon vor 2000 Jahren Prinzipien der modernen Sauna- und Kneipptechnik angewendet wurden. Den Auftakt machte dabei, dem südländischen Klima Roms entsprechend, ein gekühlter Bereich, das „frididarium“, wo man selbst an drückend heißen Sommertagen angenehme Kühlung erlebte. Daran anschließend folgte ein wärmerer Bereich, das „tepidarium“, der in den eigentlichen Heißluftbereich, das „caldarium“, überleitete. Bei Temperaturen von gut und gerne 50-60 Grad war es hier tunlichst geraten, eigens bereit gestellte Holzsandalen zu tragen. Kleine Wannen an den Wänden standen für Entspannungsbäder bereit und wer es sich leisten konnte, ließ sich von einem eigenen Bademeister oder Sklaven mit heißem Wasser übergießen. In den nasskalten Wintermonaten oder in kälteren Gefilden wurde im Anschluss noch das Dampfbad („laconicum“) besucht, wo man bei richtig hohen Temperaturen gehörig ins Schwitzen kam. Möglich wurde dies durch eine technische Errungenschaft, mit der die Römer Weltruhm erlangten: die Wandund Fußbodenheizung, das „hypocaustum“. Unter dem Boden und hinter den Wänden der geheizten Bereiche befanden sich nämlich Hohlräume, in die von einem außerhalb des Gebäudes liegenden Heizofen heiße Luft geblasen wurde, was eine dauerhaft konstante Erwärmung ermöglichte.

Errichtet wurden die römischen Bäder übrigens auf Staatskosten, wobei die Initiative häufig direkt vom regierenden Kaiser ausging, der sich so die Gunst seiner Untertanen sichern wollte. Betrieben wurden die Anlagen dann allerdings von Privatpächtern, die trotz der vergleichsweise niederen Eintrittspreise mit ihrem reichen Angebot an Zusatzleistungen satte Gewinne erzielten. Und das in einer Höhe und Regelmäßigkeit, von der Kärntner Hoteliers und Bäderbetreiber wohl nur träumen können. Mario Rausch

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