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Barock in drei Sprachen

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Barock in drei Sprachen

geschrieben am 06.06.2012 08:30

Musiktheater und Vokalmusik spielen in den Kompositionen von Bariton Bartolo Musil eine wichtige Rolle. Auf Schloss Loretto werden zudem die von ihm interpretierten Lieder von einer üppigen Vielfalt barocker Gefühle erzählen.

Barocke Gefühle. Üppige Vielfalt.

In Tempo bringt Bartolo Musil und die Liebe

Der Komponist und mehrfach ausgezeichnete Bariton gibt am 17. Juni im Klagenfurter Schloss Loretto einen seiner (zu) seltenen Kärntner Auftritte. Sein hier erstmals präsentiertes Programm Affetti – Barockkantaten in drei Sprachen – beinhaltet Werke von Georg Philipp Telemann, André Campra und Claudio Monteverdi. Die werkgetreue instrumentale Unterstützung kommt vom renommierten italienischen Ensemble Academia Musici dei Lumi unter Daniele Bovo.

Bartolo Musil, 1974 in Klagenfurt geboren, zählt ohne Zweifel zu den vielseitigsten österreichischen Musikschaffenden seiner Generation. Seine große Liebe gehört dem Musiktheater und der Vokalmusik. Dort liegt auch sein kompositorischer Schwerpunkt. Als Auftragswerk für den Carinthischen Sommer 2008 schrieb er den Liederzyklus nirgendwohin nach Gedichten von Peter Turrini, den er auch selbst uraufführte. Im heurigen Jänner würdigte der ORF Bartolo Musil als Sänger und Komponisten mit einem ganzen Abend im Großen Sendesaal des Wiener Radiokulturhauses. Solche Abende, bei denen er selbst konzeptionell und inhaltlich das Ruder in der Hand hält, mit Eigenkompositionen und auch als Sänger auftritt, will er in Zukunft häufiger gestalten. Als Bariton wurde Musil bereits mehrfach an renommierte Häuser und bei Festspielen engagiert und arbeitete mit Regisseuren wie Achim Freyer und Pet Halmen zusammen, bei dem er seine bisherige Lieblingsrolle, die Titelpartie in Monteverdis L’Orfeo, sang.

Meine Eltern hatten kein Interesse, mich als Wunderkind auszustellen. Bartolo Musil schrieb seine ersten Kompositionen im Alter von acht Jahren. Mit 14 hatte er bereits fünf Opern komponiert, zwei davon basierend auf Erzählungen von Oscar Wilde. Als er 16 war, wurden erstmals einige seiner Orchesterstücke vom Kärntner Symphonieorchester (KSO) uraufgeführt. Schon mit 15 Jahren hätte er zum Studium nach Wien gehen können, beendete aber lieber in Klagenfurt zuerst das Gymnasium und das Konse mit der Oberstufenprüfung Klavier. Sein Kompositionsstudium in Wien schloss er 1997 mit Auszeichnung ab. Seine Gesangstudien absolvierte er u.a. bei Walter Berry und Thomas Quasthoff. Sein gesangliches Repertoire reicht von der Renaissance bis zum zeitgenössischen Musiktheater.

Mit Ulla Pilz, ebenfalls ausgebildete Sängerin, Pianistin und Komponistin, tritt er schon einige Jahre lang als Kabarett-Duo illie&bart auf. „Schnulzen aus 4 Jahrhunderten“ sichern den beiden einen ganz eigenen Platz in der österreichischen Kleinkunstszene. Bestens gekleidet bieten sie eine äußerst unterhaltsame Show „zwischen Kitsch, Trash und bad taste“.

Forschung mit den Mitteln der Kunst. Neben seinem vielfältigen Schaffen hat Musil im Vorjahr ein künstlerisches Doktoratsstudium aufgenommen, das er vermutlich 2014 abschließen wird. An der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, weil dort – einzigartig in Europa - „Artistic Research“, also Forschung mit den Mitteln der Kunst, möglich ist. In seinem Fall über Claude Débussy und Hugo Wolf. Begleitende Gesprächskonzerte und die Zusammenarbeit mit französischen Institutionen sind bereits in Planung.

Daniele Bovo und die Academia Musici dei Lumi schätzt Bartolo Musil, seit er sie 2006 im Zuge der Uraufführung (da diese Oper selbst zu Lebzeiten des Komponisten nie aufgeführt wurde) der Vivaldi-Oper „Atenaide“ – mit dem Venice Baroque Orchestra unter Andrea Marcon – beim Chigiana Festival in Siena kennengelernt hat. Das Kantaten-Programm Affetti, das Musil und die Academia in Klagenfurt erstmalig zur Aufführung bringen, enthält bewusst ausschließlich weltliche Stücke, die von Liebe, Verlust und anderen universellen menschlichen Empfindungen erzählen. Während bei Campras Les femmes und Telemanns Kanarienvogel- Kantate auch Humor und eine Mischung von leichter Ironie und Melancholie zu hören ist, dreht sich Monteverdis Il combattimento di Tancredi e Clorinda um große Gefühle und den Topos der einander (zu) spät erkennenden Liebenden.

LP


„Affetti – Barockkantaten in 3 Sprachen“
Schloss Loretto, 17. Juni, 20.30 Uhr
Information und Kartenreservierung:
0699/11-05-44-99
www.intempo.at

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