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Bauen setzt Maßstäbe

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Bauen setzt Maßstäbe

geschrieben am 01.02.2012 12:04

Der Landesbaupreis zeigt wieder einmal die Wertschätzung der Architektur für Kärnten. Auch der Holzbau- und der ZV-Bauherrenpreis anerkennen die stetig steigende Bedeutung der Baukunst.

Landesbaupreis(e) und Anerkennung

Drei Siegerprojekte: Diözesanmuseum Fresach, Lymphklinik Wolfsberg und Aufbahrungshalle St. Jakob/Rosental (Anerkennungspreis)


Die auf zwei Hauptpreise und eine Anerkennung „gesplittete“ Würdigung des Landes wurde im Dezember im Architekturhaus Kärnten verliehen. Neun der 23 eingereichten Projekte - darunter das Bürogebäude der LIG, die Sanierung der WIMO, das „Haus am Waldrand“ (Einfamilienhaus) wurden von den Experten aus dem In- und Ausland in die engere Auswahl genommen. Danach einigte sich die Jury auf drei Bauten, die man auszeichnete. Die Kärntner Landesbaupreise für das Jahr 2011 gingen an das Diözesanmuseum Fresach (marte.marte architekten ZT GmbH aus Weiler, Vorarlberg) und die LKH Wolfsberg Lymphklinik (Architektenbüro Loudon & Habeler aus Wien). Eine Anerkennung zum Landesbaupreis erhielt die Aufbahrungshalle in St. Jakob im Rosental (bauraum architekten Dominikus und Mikula aus Klagenfurt am Wörthersee).

Fresach. Das historische Ensemble des Diözesanmuseums in Fresach zeigt die gesellschaftliche und konfessionelle Spannung zwischen Abgrenzung, Toleranz und Gemeinsamkeit als wirkmächtig gebaute Setzung, und dies im Umfeld einer topografisch einprägsamen Situation eines Gebirgsdorfes, in welchem etwa die Friedhöfe um die Kirche herum über ihre Funktion als Kultstätte hinaus für das Gemeinschaftsleben wesentliche soziale Angelpunkte darstellen, meint die Jury zu ihrer getroffenen Wahl (Vorsitz Ernst Beneder, Andreij Hrausky, Günther Katherl, Guido Mosser sowie Erich Fercher). Dabei werden das Toleranz-Bethaus, die evangelische Kirche und das Pfarrhaus als Ganzes wahrgenommen ohne als abgeschlossen zu wirken. Der neue Bau wurde für die Landesausstellung errichtet und macht auch in Zukunft durch sein Raumangebot auf den Bedeutungsgehalt des Ortes aufmerksam.

Er gibt die Fassung des Außenraumes, ist Halle, Speicher, Museum einerseits und vor allem Raum zum Weiterdenken..., solcherart nicht Abschluss, sondern ein Schritt einer weiterführenden Entwicklung. Darin, dass er seine eigene Bedeutung offenhält, steigert er umso mehr jene der ihn umgebenden historischen Objekte, heißt es im Juryprotokoll. Reduktion herrschte in der Verwendung des passenden Materials. Schlichter Sichtbeton dient zur perfekten Detaillierung der Ausstattung um den Blick auf das Ganze zu richten. Auch die Gestaltung wurde innovativ umgesetzt, denn die Staffelung der Kubaturen gibt den beiden übereinander gestellten Quadern Gestalt, Maßstäblichkeit und den Charakter eines Zentralbaus, der an sakrale Vorbilder erinnert, ohne jedoch ein gängiges Bild zu bemühen. In den Hang geschoben wird seine grundsätzlich angelegte Symmetrie gebrochen und dem Bau ein eindeutiger Platz „zur Seite“ zugewiesen.

Das Nicht- Zeichenhafte hilft das Verständnis des gesamten Ortes zu vermitteln. So wird dadurch die Nachhaltigkeit gewonnen und der provisorische Charakter einer temporären Ausstellung vermieden. Dazu beigetragen haben auch die öffentlichen Diskussionen um den Bau: Die farblose Fassade aus Beton wurde von Besuchern wie Einheimischen heiß diskutiert, sagte Johannes Rampler, Projektleiter der Landesausstellung „Glaubwürdig bleiben – 500 Jahre protestantisches Abenteuer“: Die Fassade ist offensichtlich sehr wichtig. Die Architekten haben erreicht, dass man heiß darüber diskutiert, das ist gut so.

Wolfsberg. Die Lymphklinik im LKH Wolfsberg ist als zweite Ausbaustufe aus einem Wettbewerb aus dem Jahr 2003 hervorgegangen. Nachdem bereits die erste Ausbaustufe, die Geriatrie, im Jahr 2007 ausgezeichnet worden war, führte auch die hohe fachliche Qualität bei der Fortsetzung zu einer Auszeichnung. Nachdem bereits bei der ersten Baustufe klare Linien und eine qualitativ hochwertige Innenausstattung zu einem „nichtinstitutionellen“ Charakter geführt hatten und mit dem daraus gewonnenen Ambiente die Jury begeisterten, wirken auch bei der zweiten Baustufe die gewählten Materialien, deren Farbe, Struktur und Haptik sehr harmonisch und bilden einen Gegensatz zum üblichen PVC-geprägten Krankenhauscharakter. Ebenso sind die hohe Detailqualität, die Lichtführung und die übersichtliche Raumfolge vorbildhaft. Bauelemente aus der Massenindustrie sind hier nicht zu finden, hier wurde das menschliche Empfinden zum Maßstab der Planung und Umsetzung. Dabei wurde auch auf ein gutes Gleichgewicht zwischen Innen- und Außenwelt, zwischen Funktion und Natur geachtet ohne bei den Raummaßen einsparen zu müssen. Gerade das gute Platzangebot sorgt für ein angenehmes Klima für die Patienten. Vom Bestand weist eine gläserne Verbindungsmagistrale durch einen großzügigen Grünraum zur Eingangshalle, die zwischen den beiden Hauptbaukörpern liegt. Zum neuen Eingang führt eine sehr breite, flach ansteigende Rampe. Durch ihre Großzügigkeit ergibt sich ein eleganter Vorplatz, der das Krankenhaus in das städtebauliche Gefüge einbindet. In Verbindung zur Natur wird der „nicht-institutionelle Charakter“ betont, findet Juryvorsitzender Beneda bei seiner Laudatio im Napoleonstadel in Klagenfurt anerkennende Worte zum ausgezeichneten Ambiente der Klinik.

St. Jakob. Eine Anerkennung zum Baupreis gab es zusätzlich für die Aufbahrungshalle in St. Jakob/Rosental. Die Rekonstruierung des Altbestandes wurde aus Rücksicht zur eigentlichen Funktion und zum Ort möglichst einfach umgesetzt. Das Entfernen der bestehenden Rückwand bzw. die Möglichkeit zur vollständigen Öffnung der Eingangsfront geben dem ursprünglich kleinen Raum eine unendliche Weite inklusive traumhaftem Blick, also einen mehr als würdevollen Ort für den letzten Weg zur ewigen Ruhe… – aus der Totenkammer wird hier ein Raum in und für die Ewigkeit. Der Ausblick soll den Trauernden Kraft und Ruhe spenden. Die nördliche Wand besteht nun nahtlos aus Glas, dies war der wesentlichste Eingriff, sagt Architekt Ralf Mikula vom Architekturbüro „bauraum“ über die wichtigste Eigenschaft der Halle. Die Grundkonzeption hätte sich eigentlich einen Landesbaupreis verdient gehabt, doch findet die an manchen Stellen triviale Materialisierung bzw. deren teilweise nicht nachvollziehbaren Übergänge einen entscheidenden Kritikpunkt in der Beurteilung durch die Jury.

MH/BB


Plan(ung) gefordert

Kürzlich wurde im Architekturhaus Kärnten der Landesbaupreis 2011 verliehen. Die Jury unter dem Vorsitz von Architekt Ernst Beneder entschied, zwei Projekte gleichwertig mit dem Preis zu würdigen und eine Anerkennung für die von bauraum architekten geplante Aufbahrungshalle in St. Jakob im Rosental auszusprechen. Die Wiener Architekten Loudon & Habeler erhielten für die Lymphklinik des LKH Wolfsberg, das bereits 2007 für die Erweiterung Geriatrie ausgezeichnet wurde, den Landesbaupreis. Die zweite Auszeichnung ging an das Vorarlberger Architekturbüro Marte.Marte für das Diözesanmuseum in Fresach. Beide Bauwerke sind von öffentlicher Bedeutung, beide Projekte gingen aus einem Architekturwettbewerb hervor.

Die Entscheidung der Jury, zwei nach einem Wettbewerb realisierte Bauwerke auszuzeichnen, kann als Zeichen gelesen werden, zumal sie im Juryprotokoll den 23 Einreichern für die „Ermöglichung einer Jurierung zum Landesbaupreis“ dankt. Sie ist wohl auch als Aufforderung an die Ausloberin zu sehen, die mit der Preisverleihung „eine kontinuierliche Anhebung der Baukultur im Land Kärnten“ beabsichtigt und „diese auch in der Öffentlichkeit bewusst machen“ will. Um jedoch weiterhin einen solchen Landesbaupreis vergeben zu können, braucht es ein klares Bekenntnis der politischen Entscheidungsträger zu Wettbewerbs-, Vergabe- und Planungskultur. Denn mit mehr Plan(ungs) qualität in allen Projektphasen wären auch das Fernheizwerk, die Badehäuser und die KAC-Eishockeyhalle besser zu verkaufen!

AM/AV

Um die Qualität der Einreichungen und der Verleihungen sicherzustellen, sollte man sich wirklich stark überlegen, ob es nicht künftig doch viel sinnvoller wäre, den Landesbaupreis mit dem Holzbaupreis Kärnten alternierend zu vergeben – also ebenfalls nur noch alle zwei Jahre!! (GMT/BB)


Der Österreichische Bauherrenpreis der ZV wurde heuer in Kärnten vergeben. Die Preise und Nominierungen gingen an besondere Architekturleistungen: Das mehrfach ausgezeichnete Klinikum Klagenfurt definiert eine Krankenanstalt neu. Das Technikzentrum Roth schließt regionale Architektur ein; Kletterhalle als "Tor zum Mölltal"; "im" Altenwohn- und Pflegeheim Maria Gail (von links nach rechts)

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