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Bühnenwelt zum Staunen

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Bühnenwelt zum Staunen

geschrieben am 12.12.2011 13:25

Ein neuer Ort für Kunst und Kultur am Hauptplatz in Villach lädt zu einer faszinierenden Reise zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Den Bildern von Berenike Wasserthal-Zuccari haftet genauso der Charme der Popkultur an, wie das Eintauchen in eine erotisch frivole Märchenwelt.

Von Menschen und Zwergen…

Ein neuer Kunstort am Villacher Hauptplatz zeigt Berenike Wasserthal-Zuccari und ihre theatralisch aufgeladenen Bilder


Auf Initiative von Olivia Clementschitsch eröffnet im Dezember ein innovativer Kunstschauraum in Villach seine Glastüren. Im Geburtshaus des bedeutenden Kärntner Malers Arnold Clementschitsch (18871970) soll in Zukunft zeitgenössische Kunst präsentiert werden. Den Anfang macht Berenike Wasserthal–Zuccari mit einer sehr eigenständigen und prägnanten Position aktueller Malerei.

In dem Haus selbst, das eine Aura von Kunst aus seiner Geschichte heraus beherbergt, sind Frührenaissance-Räume frei geworden, die wahrscheinlich ursprünglich im Parterre als Stallungen gedient haben. Das Haus Hauptplatz 10 ist ein Stück Geschichte der Kunst und soll auch wieder eines werden. Unangepasst und gradlinig, beschreibt die Betreiberin ihr Vorhaben. Und verrät auch, dass durchaus breiter gedacht wird: Hier soll zeitgenössische Kultur wirken können, mit einem Konzept, das in einem ganz bestimmten Kontext zur Stadt ausgeweitet werden soll.

Bühne. Schon seit einiger Zeit besteht eine intensive Zusammenarbeit mit der bei Graz lebenden Künstlerin Berenike WasserthalZuccari, die nach ihrer Ausbildung der Malerei auch ein Studium für Kunstgeschichte und Bühnenbild absolviert hat. So lassen sich in ihrer figurativen Malerei deutlich Assoziationen zur Welt des Theaters finden. Inszenierung und Licht spielen in diesen hyperrealistischen zum Teil großformatigen Bildern eine bedeutende Rolle. Ihre Motivwahl reicht vom Porträt dabei im Vordergrund die distanzierte Selbstbespiegelung bis zu ironisch grotesken, manchmal auch rätselhaft scheinenden, Bildkompositionen mit Versatzstücken aus vergangenen Tagen.

Pose. Als leidenschaftliche Sammlerin von Spielzeug und Design der 40er bis 60er Jahre macht sie Comicund Märchenfiguren, Pinupgirls und Alltagsaccessoires zu Akteuren in einem von ihr inszenierten Rollenspiel auf einer imaginären Bühne. Pinocchio als hinterlistiger, fast ist man versucht zu sagen lüsterner, Gnom, der mit Damenschuhen (Marke 40er Jahre) „spielt“, das PEZGirl mit Mickymausspender als Schusswaffe oder der Gartenzwerg in zweideutig voyeuristischer Pose sind nur einige der Protagonisten, die WasserthalZuccari auf ihre Bühne stellt. Rote Damenschuhe spielen dabei oftmals eine zentrale Rolle und sind wohl als Zitat für Weiblichkeit und Erotik und vieles mehr zu lesen. Quackenten, Blechfrösche und ausrangierte Puppen fliegen zum Teil auf verstörende Weise durch das Bild, in Kombination mit realen Porträts erzeugen sie eine faszinierende Spannung zwischen Realität, Fiktion und Skurrilität.

Wunder.Kammer. Die Bildausschnitte, die die Künstlerin wählt, sind als Momentaufnahmen zu verstehen. Wie sie die Bewegung in der Luft festgehalten in einer Nanosekunde eines Geschehen darstellt, ist brillant und macht vielfach den Reiz der Kompositionen aus. In ihren Nahaufnahmeporträts zeigt sie eine meisterliche Darstellung von Emotionen ohne jemals „Zurschaustellend“ zu agieren. Als im besten Sinne „theatralisch“ könnte man diese Porträtbilder bezeichnen, die den Betrachter sofort in ihren Bann ziehen. Das Gesicht fungiert dabei als Mitteilungsmedium um Stimmungen und Emotionen im Bild zu transportieren. Durch die Figuren und Attribute, die sie den Porträtierten beigibt – und die ein Eigenleben zu führen scheinen –, wird das Verhältnis von Hauptdarsteller und Nebenfigur ad absurdum geführt.

Die Malerei von Berenike WasserthalZuccari beeindruckt durch zeitgemäße Individualität, überzeugende technische Brillanz und entführt den Betrachter in eine Welt des Staunens, in Wunderkammern und mehrdeutige Kuriositäten. Sie inszeniert ihre Geschichten auf der Leinwand in hartem künstlichen Licht und stellt ihre Protagonisten in einem dunklen weiten Bühnenraum ins Rampenlicht. Das Faszinierende daran ist die spürbare Distanz, die sie sich vorbehält, und das Spiel mit den Emotionen des Betrachters, einem Spiel, in dem sie lediglich als glänzende Moderatorin auftritt.

Ulli Sturm


Öffnungszeiten sind die Ordinationszeiten von Dr. Clementschitsch. An Sa, So u. Feiertagen oder für Führungen und Fragen Tel. 0664/3598889


Raum, Bühne & Illusion
Eine malerisch-szenografische Performance in mehreren Akten

Eröffnet wird der neue Kunstraum im (Clementschitsch) Haus Hauptplatz 10 in Villach mit der international agierenden Künstlerin Berenike Wasserthal-Zuccari, die bei Graz wohnt und mit ihrer vielschichtigen und theatralen Kunst nicht besser in ein Haus passt, wo Theater, Bühne und Malerei auf der Tagesordnung stehen. Und wo das Gasthaus Hofwirt, eigentlich auch ohne Bedenken zum "Kunstwirt" umbenannt werden könnte, da seit den 1950er Jahren Maler von Boeckl über Bischoffshausen, auch Jungnickel, Oman oder Staudacher ein und aus gingen, und nach wie vor Künstler dem Wirten im Hofe sehr verbunden sind. www.wasserthal.at

Am 15. Dezember um 16 Uhr findet dort eine Schokoladenverkostung statt. Der Chocolatier Craigher kommt persönlich aus Friesach in Kärnten und philosphiert vom Schokolademachen. Berenike Wasserthal-Zuccari wird für Künstlergespräche zur Verfügung stehen und in der HOFWIRT-PASSAGE findet auch die Verkostung der handgeschöpften Schokolade der Genuss-Manufaktur von Dieter Craigher statt. www.craigher.at

Bei der Finissage am 15. April 2012 (17 Uhr) präsentiert erstmals das Kärntner Bio-Weingut Hren aus der Gemeinde Sittersdorf seine Weine.

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