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Diagonale 2012

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Diagonale 2012

geschrieben am 16.04.2012 15:09

Die Festivalleiterin hielt Rückblick zugleich mit einer Vorschau: Barbara Pichler über Cinephilie oder die Leidenschaft für das Kino und den Film respektive die Kultur. Der Preisträger-Reigen zog auch eine kräftige Spur bis nach bzw. aus Kärnten.

Diagonale 2012 mit Vorschau und im Rückblick

Barbara Pichler über Cinephilie oder die Leidenschaft für das Kino und den Film respektive die Kultur – Preisträger-Reigen

Die Möglichkeiten, Notwendigkeiten und Aufgaben von Kunst werden im Moment von finanziellen Fragen dominiert. Das ist irgendwie naheliegend: Kunst und Kultur finden schließlich nicht im luftleeren Raum statt, sondern in einem gesellschaftlichen und damit – zumindest derzeit – unweigerlich in einem ökonomischen Diskurs. Auf der pragmatischen Ebene sprechen wir dabei immer auch über Abhängigkeiten, ob in der Filmproduktion im Speziellen oder der Kultur im Allgemeinen. Die Mittel der öffentlichen Hand sinken und wir alle beschäftigen uns daher viel mit Budgetvorgaben, mit Sparmöglichkeiten oder Sparzwängen, vor allem aber auch mit Fragen der Verantwortung von öffentlicher Hand und Gesellschaft. Kunst leistet einen bedeutenden Beitrag zur Gesellschaft, ohne den wir alle bedeutend ärmer wären. Kultur- und Kunstförderungen ermöglichen, dass aus Mitteln der öffentlichen Hand etwas für die Öffentlichkeit gestaltet wird – das ist Wertschöpfung im besten Sinn.

Triebfeder der Gesellschaft. Vielleicht sollte man daher die Wortwahl prüfen, mit der über Kunst, Kultur, über Filme, Filmschaffende und auch über Veranstaltungen gesprochen wird. Sehr oft umreißen diese Vokabeln recht prägnant die Veränderungen im Feld der Kulturproduktion und gaukeln in ihrer Reduktion auf Zahlen, Budgets und das Geld Eindeutigkeit und Klarheit vor, während sie tatsächlich den Blick auf das Wesentliche verstellen, das uns nicht abhanden kommen sollte. Kunst und Kultur sind Spiegel und Kritik, Widerstand und Triebfeder einer Gesellschaft. Diese nicht in Zahlen messbaren Werte werden in eine solche Gleichung als Unbekannte eingesetzt und in Folge vernachlässigt. Wie manche viele Hinweise auf Budgetverhältnisse sowie schwierige Lebens- und Arbeitsbedingungen von Künstlern im Allgemeinen oder Filmschaffenden im Speziellen, und seien sie noch so nüchtern und faktenorientiert, einfach als Jammerei abtun? Das betrifft übrigens auch viele so genannte „Kulturarbeiter“, deren oft hoch qualifizierte Arbeit weder finanziell annähernd angemessen entlohnt, noch mit Respekt wahrgenommen wird.

Das Prinzip der Cinephilie als Liebe zu dieser Kunstform, aber ebenso als Praxis des Diskurses zum Ausgangspunkt für unsere Arbeit zu machen, ist demnach nicht romantisch oder nostalgisch. Vielmehr sind kulturelle Angebote essenziell und es ist wichtig und richtig, dafür auch die politische und gesellschaftliche Unterstützung zu fordern. Ein Festival als öffentlicher Raum und Ort der Begegnung mag ein Privileg, aber es sollte kein Luxus sein, denn wenn diese Möglichkeiten der Auseinandersetzung fehlen, haben wir alle das Nachsehen – das interessierte Publikum ebenso wie die Kulturschaffenden, vor allem aber wir als Gesellschaft.

Barbara Pichler

Ausschnitte aus der Diagonale-Eröffnungsrede der aus Kärnten stammenden Festivalleiterin


Die Diagonale brachte eine Reihe von bedeutenden Filmpreisen mit Kärntner Beteiligung.

Im Programm der Diagonale 2012 spiegelte sich in einer fokussierten Auswahl die hohe Qualität des aktuellen heimischen Filmschaffens wider. Das Festival des österreichischen Films feierte zum bereits 15. Mal in Graz die ganze Vielfalt des heimischen Kinos. Wie immer fungierte das Festival als Ort der Begegnung und des Austausches von Filmbranche und Publikum. Neben vielen etablierten Namen präsentierten auch zahlreiche junge Filmschaffende ihre Arbeiten. Zu den Höhepunkten des Festivals zählte die Personale Ferry Radax sowie die mit Spannung erwartete Wiederaufführung von Michael Syneks Die toten Fische aus dem Jahr 1989. Mit rund 24.000 Besuchern kam es zu einer Steigerung trotz weniger Vorstellungen und Veranstaltungen im Vergleich zu 2011.

Im Rahmen der Diagonale 2012 wurden Österreichs höchstdotierte Filmpreise im Wert von rund 150.000 Euro vergeben. Hier eine Auswahl der fast 20 Auszeichnungen:

  • Großer Diagonalepreis Spielfilm: Sebastian Meise für Stillleben
  • Dokumentarfilm: Dariusz Kowalski für Richtung Nowa Huta ((je € 21.000)
  • Bildgestaltungspreis (€ 2.000): Gerald Kerkletz für Stillleben und Michael (Spielfilm)
  • Montage-Preis (je € 2.000): Wolfgang Widerhofer für Michael (Spielfilm)/ Dieter Pichler für American Passages (Dokumentarfilm)
  • Schauspielpreise (je € 3.000): Christine Ostermayer für Anfang 80/ Michael Fuith für Michael
  • Großer Diagonale-Schauspielpreis an Johannes Silberschneider für seine Verdienste um die österreichische Filmkultur


Kärnten-Beiträge:

  • Preis Innovatives Kino: Josef Dabernig für Hypercrisis
  • Kamera-Preis: Joerg Burger für The Future‘s Past – Creating Cambodia (Doku von Susanne Brandstätter)
  • Publikumspreis: Bernd Liepold-Mosser für Griffen – Auf den Spuren von Peter Handke (Dokumentarfilm von KGP-Kranzelbinder Gabriele Produktion)

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