Herzlich
Willkommen auf der
Kulturhomepage der Kärntner Landesregierung


Ihr Kulturreferent Landesrat DI Christian Benger
Veranstaltungstipps, Nachlese und Kulturnews aus ganz Kärnten.

Ein zukunftsweisender Weg der Bestandserhaltung

« zurück

Beitrag teilen

Ein zukunftsweisender Weg der Bestandserhaltung

geschrieben am 04.08.2016 15:09

Monitoring an spätgotischen Flügelaltären und mittelalterlichen Wandmalereien in Kärnten.

 

Die bekannte Methode des „Monitoring“ hat das kulturelle Erbe erreicht. Durch zwei Pilotprojekte des Bundesdenkmalamtes nimmt Kärnten eine Vorreiterrolle ein. Worum geht es dabei? Es soll proaktiv durch periodische und systematische Zustandskontrollen für eine zeitgerechte Pflege und Wartung der Kunstdenkmale gesorgt werden, anstatt abzuwarten, bis sich ein schlechter Zustand zum Schadensfall entwickelt, der schließlich eine große und aufwändige Restaurierung auslöst. Durch „Monitoring“ soll die Dringlichkeit von konservatorischen Erhaltungsmaßnahmen im Vorfeld zeitgerecht erkannt und definiert werden. In Zeiten schmälerer Ressourcen ist es wichtiger denn je, durch planmäßige Sicherungsmaßnahmen für Bestandserhaltung zu sorgen und Konservierungsmaßnahmen zielgerichtet je nach Erfordernis planen zu können. Es bedeutet, auf die Herausforderungen der Erhaltung des kulturellen Erbes aktiv zuzugehen, anstatt passiv auf die Erhaltungsprobleme zu warten.Was lag näher, als dies an dem überaus reichen mittelalterlichen Kunstbestand des Bundeslandes Kärnten aufzusetzen? 2014 wurden an spätgotischen Flügelaltären und mittelalterlichen Wandmalereien durch das Bundesdenkmalamt in Zusammenarbeit mit entsprechend qualifizierten freischaffenden Restaurator- Innen zwei Pilotprojekte gestartet. Kärnten bildet eine außergewöhnlich dichte Kunstlandschaft des Mittelalters und gerade in Anbetracht der überaus großen Zahl von Pfarr- und Filialkirchen ist es eine besondere Herausforderung, die Ressourcen zu bündeln und einen leistbaren Weg zur Bestandserhaltung zu finden.

Rund 70 künstlerisch wertvolle Flügelaltäre und über 500 Wandmalereien von der Romanik bis zur Gotik verteilen sich auf etwa 1.000 Kirchengebäude. Im Rahmen der Pilotprojekte von 2014 wurden jeweils der Erhaltungszustand überblicksmäßig erfasst, allfällige Konservierungserfordernisse definiert und – wo notwendig – sogleich Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Ein wichtiges Ziel dieses Screenings bildet jeweils eine Reihung der Dringlichkeit von einzelnen Maßnahmen. In der Erfassung wird dies durch ein Ampelsystem plakativ veranschaulicht. In dem Pilotprojekt 2014 wurden 13 Kirchen mit insgesamt 17 Flügelaltären unterschiedlichster Größe erfasst. Im Bereich der Wandmalerei wurden mit einem Team von drei RestauratorInnen in einem dreiwöchigen Arbeitseinsatz zwölf Kirchen und zwei Karner erfasst und mehr als 50 mittelalterliche Wandbilder unterschiedlichster Größe untersucht und dokumentiert. Die an den Objekten auszuführenden Maßnahmen wurden inklusive einer Stundenkalkulation für die noch erforderlichen Notsicherungen gezielt erfasst. Diese Pilotprojekte bildeten die Grundlage für ein Gesamtprogramm, das mittlerweile im guten Zusammenwirken mit dem diözesanen Bauamt und dem Diözesankonservator angelaufen ist. Kärnten hat eine außerordentliche Tradition in der Erschließung und Bewahrung seiner reichen Kunstdenkmale des Mittelalters, wie sie mit bedeutenden Kunsthistorikern und Denkmalpflegern verbunden sind, namentlich mit Karl Ginhart, Otto Demus oder Walter Frodl. Es sollte an diese Vorreiterrolle Kärntens anschließen, wenn man aktuell an den gegenwärtigen Stand der Konservierungswissenschaften mit erfahrenen RepräsentantInnen dieses Fachs anschließt. In einem Land, dessen kulturelles Erbe davon lebt, dass es im Mittelalter am Schnittpunkt der Wanderbewegungen von Italien,Slowenien, Salzburg etc. das Beste vereinigt hat, sollten auch jetzt wieder die besten Kräfte zusammengeführt werden.

Bernd Euler-Rolle

Interessiert? Bleiben Sie mit dem Kulturchannel in Verbindung!

Wir auf Facebook

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie aktuelle News und Veranstaltungen per E-Mail.