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Film und Musik

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Film und Musik

geschrieben am 09.04.2014 09:07

Die Musik im Kopf hat der Filmkomponist Manfred Pressl schon vor der Vertonung der Filme. Egal ob in Dokumentationen zur legendären Streif, auf den Schienen des Doppeladlers oder im neuen Kurzclip zur Schönheit von Kärnten - stets schafft er die Lust am Sehen zur Lust am Hören zu übertragen.

Ein „Unvollendeter“ vertont „die Streif“

Die Bruecke besuchte Manfred Plessl in seiner (Film-)Komponierstube …

Am Monitor laufen Bilder der „Streif“, legendäre Kitzbüheler Abfahrtsstrecke, die Jahr für Jahr im Jänner als Höhepunkt des Schi-Weltcups und der Schickeria zelebriert wird. Doch was macht ein Rennen um Hundertstelsekunden am Arbeitsplatz eines Komponisten, Bratschisten und Geigers? Die „Streif“ wird großes Kino. Und großes Kino braucht bewegende Musik zu den bewegten Bildern. Diese komponiert Manfred Plessl.

Eine knappe Stunde zuvor strich er noch die Saiten seiner Geige und probte mit dem Quartett „Die Unvollendeten“, einem akustischen Projekt in der Besetzung Geige, Akkordeon, Tuba und Schlagwerk. Was auf der Bühne leichtfüßig und spielerisch wirkt, ist eine wohlfeil einstudierte und fein nuancierte Melange aus mehreren Kulturen und Einflüssen: (Kärntner) Volksmusik, Klassik, Jazz, Balkan, Gypsy, Wienerlied und Wienerschule, Polyrhythmik und immer die gesamte europäisch-arabische Musikgeschichte im Hinterkopf. Das Konglomerat daraus ergibt ein neues Ganzes, das man dann entweder in die Schublade Contemporary Folk oder Worldmusic steckt. Die Definition der Unvollendeten lautet: Musik aus aller Menschen Länder. Das Crossover fußt auf Musikern, die ihr Instrument beherrschen, und auf deren vielfältigen Wurzeln. Verbindendes Element ist die Klassik, ansonsten sind die Vorlieben bunt gemischt: bei Akkordeonist Martin Sadounik Jazz und Rock, bei Schlagwerker Clemens Hofbauer Rock und Metal, bei Tubaspieler Johannes Ogris Volksmusik und Blues, bei Plessl Worldmusic, Elektronik, Rock und Soundtracks.

Zurück zur Streif. Die Dokumentation über den wintersportlichen Mythos ist nach der mehrfach preisgekrönten Doku „Mount St. Elias“ (2009) das neue große Kinoprojekt des Kärntner Filmemachers Gerald Salmina; der Anlass: die Streif feiert 2015 ihre ersten 75 Jahre. Das Sammeln musikalischer Ideen beginnt entweder schon im Kopf während des Gesprächs, bei eigenen Recherchen zum Thema, oder aber man erhält einen sehr groben Zusammenschnitt des Filmmaterials, so Plessl. Danach wird das Drehbuch genauestens studiert und die einzelnen musikalischen Ideen bzw. vorproduzierten Musikstücke Sequenz für Sequenz ausgearbeitet, verworfen und/oder neu erarbeitet.

Schließt den elektronischen Ordner „Streif“, öffnet einen mit „Eisenbahn“ betitelten und klickt das File „Minsk“ an: Für dieses Stück stelle ich mir den Gitarrensound von Primus Sitter vor, ist für Plessl ein Miteinander innerhalb der Musikszene etwas sehr Wesentliches. Mit jedem Auftritt der Unvollendeten, mit jeder Produktion oder Komposition, erweitert sich der Kreis und die Erfahrungen, egal ob Auftragsarbeit oder die auf Freundschaftsbasis produzierte Musik für die auf Youtube zigtausendfach geklickten Rudolf Rudi- Clips. Es wird ja maßlos unterschätzt, was wir in Kärnten für ,Bomb’n Leut‘ haben.

Keyboards und diverse Saiteninstrumente spielt Plessl selbst auf die Tonspuren, für Aufnahmen, die er im eigenen Studio nicht bewältigen kann, arbeitet er mit Andreas Frei zusammen. Er ist ein hervorragender Komponist und ein wahnsinnig guter Tonmeister, ein Held für mich. Wir ergänzen uns wunderbar. So, wie bei einem mittlerweile preisgekrönten Projekt, dem neuen Imagespot der Kärnten Werbung: „Lust am Leben. Der Moment“ wurde mit dem 2. Platz des internationalen „Tourism Media Award 2014“ ausgezeichnet, Kategorie „Music Clip“ (Produktion: Airborne Motion Pictures). Stimme und Trompete des „Moments, der ewig sein könnt“: Richie Klammer, weibliche Stimme: Andrea Ogris. Wenn ich eine besondere Trompete brauche, rufe ich beim Klammer an, denn Trompeten gibt es viele, aber den speziellen Sound vom Richie nur einmal, kommt Plessl auf den künstlerischen Austausch innerhalb der Szene zurück. Und was hat das jetzt mit „Minsk“ zu tun? Das ist eine Sequenz aus einer Doku von Gernot Stadler, ein Zweiteiler über die Geschichte der Eisenbahn zur Zeit und im Gebiet der Donaumonarchie, von der Pferdeeisenbahn Linz-Budweis bis zum Ende des Ersten Weltkriegs, für den Plessl gerade die Musik vollendet.

Christian Lehner




Der neue Kärnten Lust am Leben Imagefilm
Kärntner Filmproduktionsfirma Airborne Motion Pictures (Lukas Schwarzkogler, Patrick Brandstätter) im Auftrag der Kärnten Werbung. Filmmusik-Komponisten: Andreas Frei, Manfred Plessl. Text: Andreas Frei, Fabjan Hafner, Bernd Pfingstmann. Interpreten: Andrea Ogris und Richard Klammer.
Einsatz: Social Media, TV, Veranstaltungen, Promotions, Messen etc. (90 bzw. 30 sec.) www.kaernten.at


Bruecke-Tipp:
9. Mai, 20 Uhr. „Die Unvollendeten“ im neuebuehneSalon www.neuebuehnevillach.at
TV-Tipp: 3sat, 28. Mai, 20:15 (Teil 1), 21:05 (Teil 2): „Auf den Schienen des Doppeladlers“, Regie: Björn Kölz und Gernot Stadler, Musik Manfred Plessl

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