Herzlich
Willkommen auf der
Kulturhomepage der Kärntner Landesregierung


Ihr Kulturreferent Landesrat DI Christian Benger
Veranstaltungstipps, Nachlese und Kulturnews aus ganz Kärnten.

Förderungen des Landes

« zurück

Beitrag teilen

Förderungen des Landes

geschrieben am 06.02.2013 09:51

Ein Blick auf die Jahresstipendien zeigt Facetten der Kunst. Spartenübergreifende Mischungen aus Kunst und Musik wie bei Uwe Bressnik, Expeditionen zu Instrumenten (Caroline Justine Maria Müller), Bilder, Fotos, Installationen und Videos (Catrin Bolt und Johann Julian Taupe), Unterhaltung mit Niveau (Wolfgang Maria Siegmund) sowie "Abwesenheitsnotizen" von Anja Bohnhof.

Das Jahresstipendium für spartenübergreifende Kunstformen “ging an den 1961 in Villach geborenen Uwe Bressnik. Wie bei kaum einem anderen, spiegelt der kreative Crossover das OEuvre des Künstlers. Der Mix aus bildender Kunst (Grafik, Malerei und Objektkunst), Musik (als Mitglied der KSGh, bei DEANs“, den Geschwitters Danzebein und der Formation Gr. Freiheit Nr. 7) sowie die Verwendung von Neuen Medien (Computergraphiken, Fotografien, Videos, Installationen und Performances) treffen genau auf die Nahtstellen von Kunst und Kultur. Das Thema der alten Schallplatte oder vereinfacht ausgedrückt „Vinyl“ ließ er auch für das Stipendiumprojekt 2011 einfließen. Erst jüngst war der Würdigungspreisträger für Bildende Kunst des Landes Kärnten (2010 gemeinsam mit seinem Bruder Heiko Bressnik) mit einer Installation im Dom zu Maria Saal im Rahmen der mobilen galerie.kärnten zu Gast und für 2013 wurde ihm durch das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur das Jahresstipendium für Bildende Kunst genehmigt.

Das Jahresstipendium für Musik 2011 erhielt die Schlagwerkerin Caroline Justine Maria Müller. Die Absolventin der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz besuchte auch den Meisterkurs in Viktring und ist seit dem Jahr 2000 Mitglied der jungen Philharmonie Wien. Nach der Auszeichnung mit dem Club Carinthia Preis für ihre Interpretation am Marimbaphon (2003) folgten zahlreiche Auftritte, Konzerte und Rundfunkaufnahmen. Projekte wie das Duo „Expedition“ (seit 2006 mit Sonja Leipold an Klavier und Querflöte – gemeinsame CD), das Duo „Harimba“ (seit 2012 mit Christine Selmeister an der Harfe) oder die beiden Ensembles „FilmHarmonie“ und „MusikfabrikSüd“ vereinen ihre Leidenschaft für das Instrument mit Inspiration und Kreativität. Dies wird auch durch ihre Interpretation der extra für sie komponierten Werke von Richard Deutsch, Christopher Kuess, Hossam Mahmoud, Renato Miani sowie Julia Purgina verdeutlicht. Im Rahmen des „Posaunen-Symposiums“ (11. bis 14. April) im Konzerthaus ist die Klagenfurterin gemeinsam mit Weltstars wie Nils Landgren, Jiggs Whigham und dem „Wiener Posaunenquartett“ zu hören. Kammermusikalische Konzerte finden am 7. Juli in der Kapelle des LKH Villach und am 14. August im Mautturm Winklern statt (www.caroline-mueller.at). Herausragende literarische Leistungen wurden ebenfalls gefördert und belohnt.

Das mit 5.250 Euro dotierte Dramatikerstipendium wurde dem 1956 in Graz geborenen Schriftsteller Wolfgang Maria Siegmund für sein eingereichtes Stück „Coco im Ritz, Paris im Mai“ zuerkannt. Unterhaltung auf hohem Niveau, welche mit kritisch-pointierter und genießerischer Ästhetik die gesellschaftlichen Grenzen und Ideologien porträtiert um mit ihnen ein spannendes Spiel zu treiben (so der Fachbeirat für Literatur). Nach zahlreichen Prosa- und Theaterstücken (wie „Tina Modotti, eine Frau mit Rouge auf den Fäusten“ samt Uraufführung durch das Klagenfurter Ensemble 2011), Hörspielen, Gedichten sowie Auszeichnungen und Förderungen (so erhielt er gleich fünfmal das Österreichische Dramatikerstipendium) ist er nun bei „New Classic“ angekommen (siehe auch Bruecke Nr. 56 u. 104).

„Ein idealer Preisträger“ (so Literaturkritiker und Redakteur Hubert Winkels) wurde für den mit 15.000 Euro dotierten ersten Gert-Jonke-Preis 2011 gefunden. Alois Hotschnig (geboren 1956 in Berg im Drautal), der 1992 bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt mit dem Preis des Landes Kärnten ausgezeichnet wurde, knüpft „direkt an Motive und Techniken von Jonke“ an (siehe auch Seite 33).

Die beiden Auslandsstipendien für das Atelier in Paris teilten sich im Jahr 2011 Catrin Bolt und Johann Julian Taupe. Die Förderungspreisträgerin des Landes 2003 (geboren 1979 in Friesach), die bei Peter Kogler an der Akademie der bildenden Künste in Wien diplomierte, bewohnte das Atelier von Juli bis Dezember. Situationen vor Ort wurden durch Fotos, Videos und Installationen von Catrin Bolt eingefangen, um andere Blickwinkel der Wahrnehmung in der touristischen Weltmetropole zu ermöglichen. Diese werden durch die Verschiebung ins Absurde zu sinnlosen Gesten. Die Veränderung der Perspektive verlangt ein mehrfaches Hinsehen und so werden wie in der „MoMA-Serie (Museen Moderner Kunst)“ Fiktionen im Alltag geschaffen.

Die reine Malerei bildete den bisherigen Arbeitsschwerpunkt des 1954 in Gritschach bei Villach geborenen Johann Julian Taupe. Der Förderpreisträger des Landes von 1994, der an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Max Weiler studierte (1976-1981) und einen Lehrauftrag von Prof. Arnulf Rainer erhielt (1981-1983), nützte die Zeit in Paris für eine intensive fotografische Auseinandersetzung mit der neuen Umgebung, die danach auch im Künstlerbuch „Paris Ziegel“ (erschienen im Ritter-Verlag) ihren Niederschlag fand. Die Fotoserie basiert auf die Konzentration zur Zeichnung, die bisher im Verhältnis zur Malerei bei Taupe eine untergeordnete Rolle gespielt hatte.

„Was bleibt, wenn nichts mehr bleibt?“ Diese Frage beschäftigte die 1974 in Hagen geborene deutsche Künstlerin Anja Bohnhof in ihrem Langzeitprojekt „Abwesenheits- notizen“ während des – gemeinsam mit der Stadt Klagenfurt – neugeschaffenen Stipendiums für künstlerische Fotografie 2012. Orte, die Veränderungen ausgesetzt waren, erinnern an bekannte Persönlichkeiten (wie Martin Luther oder Albert Einstein). Geschichten und Fragen entstehen für die Betrachter. Was von Bedeutung ist und was nicht, bleibt den Betrachtern subjektiv überlassen. Ein weiteres Projekt während ihrer Zeit in Klagenfurt wurde von Bohnhof nach der Computer-Tastenkombination „strg+z“ betitelt. Die Rückgängigkeit spielt mit dem Versuch, Vergangenes in der Gegenwart sichtbar zu machen. Räume und bewegliche Gegenstände wurden mit weißen Tüchern verdeckt, um ihnen die Intimität, die ihnen inne ist, zu nehmen. Vergangenheit wird dadurch neu erspürt, erfunden und erdacht und so zielen die neuen Bilder, wie es sich damals zur Zeit von berühmten Persönlichkeiten wie Ingeborg Bachmann, Anton Webern oder Robert Musil so lebte, auf die Vorstellungskraft der Betrachter ab (www.bohnhofphoto.de).
Michael Herzog

Landes Stipendium
Das Land Kärnten vergibt in Kooperation mit der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee für den Zeitraum vom 1. Mai bis 30. September 2013 ein Stipendium für künstlerische Fotografie und elektronische Medien inklusive Atelierwohnung im Europahaus. Verbunden damit ist eine Ausstellung im „living studio“ der Stadtgalerie. Das Stipendium ist mit 5.000 Euro dotiert. Bewerbungen sind bis 28. 2. an Abteilung 6 (Kompetenzzentrum Bildung, Generationen und Kultur), UA Kunst und Kultur, Margit Hubmann, Burggasse 8, 9020 Klagenfurt/Wörthersee, zu richten.

Interessiert? Bleiben Sie mit dem Kulturchannel in Verbindung!

Wir auf Facebook

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie aktuelle News und Veranstaltungen per E-Mail.