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Gedanken zu Bleiburg

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Gedanken zu Bleiburg

geschrieben am 03.11.2009 11:14

„Die Macht des Bildes“ beinhaltet (e) den Bleiburger Ausstellungsteil der Europaausstellung. Die „Visionen des Göttlichen“ laden ein, Bilder kennenzulernen, um Sichtweisen zwischen Kunst und Glauben zu begreifen. Welche Verbindungen zu Österreichs Kunstszene des 20. Jahrhunderts wie Werner Berg oder dem Tiroler Künstler Max Weiler besteht, zeigt die Brücke in der aktuellen Ausgabe.

Der Bleiburger Ausstellungsteil der Europaausstellung 2009 richtet den Blick auf die österreichische Kunst des 20. Jahrhunderts. Der Titel „Die Macht des Bildes – Visionen des Göttlichen“ soll auf die spezifische Erkenntnisfunktion der Bilder verweisen und deren Potenzial, Vorstellungen von Göttlichkeit anschaulich zu machen, zur Diskussion stellen. Darstellungen von Göttlichkeit bestimmen das menschliche Kunstschaffen von den frühesten erhaltenen Zeugnissen, über die in ihrer Eindringlichkeit nie wieder übertroffene Kunst der Naturvölker und der frühen Hochkulturen bis zum Ende des Mittelalters. Erst mit der Renaissance wurde die Selbstverständlichkeit dieser Visionen von der Textillustrierung in einer jeweils bestimmten „Maniera“ abgelöst, was nicht selten ein Gefühl der Hohlheit und pathetischen Übertreibung erzeugt. Eine unüberbrückbare Kluft zwischen Inhalt und wahrem Empfinden tat sich zunehmend auf, der dann im 19. Jahrhundert die Impressionisten mit der Absage an alles „Jenseitige“ antworteten.

Wieland Schmied gewidmet. Für die mit der deutschen Romantik beginnende „Northern Tradition“ (Rosenblum) war die Wahrhaftigkeit inneren Empfindens gegenüber einer als göttlich empfundenen Welt Voraussetzung des künstlerischen Schaffens. Draußen im tobenden Herbststurm oder hoch auf Felsen wo Edelblumen sind für sie, können sie ahnen Gott, schrieb der junge Schiele. Viele Künstler der Moderne waren, obwohl sie sich als Agnostiker bezeichneten, ergriffen von der Bildkraft und Empfindungsstärke der Religionen, und gingen, wie es Robert Musil ausdrückte einen Weg, der mit dem Geschäft der Gottergriffenen manches zu tun hatte. In diesem gemeinsamen Gehen des Weges gelangten sie zu überzeugenden religiösen Kunstwerken. Obwohl der nach dem Zweiten Weltkrieg dominierenden abstrakten Kunst vom oberflächlichen Betrachter eine religiöse Aussage vorerst wohl abgesprochen wird, waren viele ihrer Protagonisten von tiefen religiösen Überlegungen und Bestrebungen geleitet.

Waren es nun im 20. Jahrhundert weiterhin Bildkunstwerke, die „Visionen des Göttlichen“ ihren Platz sichern? Die Wieland Schmied zum 80. Geburtstag gewidmete Bleiburger Ausstellung hat das Ziel,herauszufinden, ob Bilder diese „Macht“ besitzen, Vorstellungsinhalte, die sich jeder sprachlichen Umschreibung entziehen, darzustellen.

Die österreichische Kunst des 20. Jahrhunderts wird in einer in Kärnten nie da gewesenen umfassenden Fülle dargestellt, wobei sich nicht selten durch spannende Gegenüberstellungen eine neue Lesart bekannter Werke eröffnet. Erstaunen lässt, wie viel zu diesem Themenkomplex, zu Fragen von Göttlichkeit und Transzendenz, gerade in Österreich von den Künstlern geschaffen worden ist. Der Konnex zu Werner Berg, dessen Werk sonst in der Sammlung des Museums seine Heimstätte hat, sollte auch in dieser Präsentation nicht verloren gehen. Vielmehr sollte Werner Bergs nur noch indirekt mögliche Antwort auf Fragen der Darstellung von Göttlichkeit behandelt werden. Welche Bildvorstellungen eines wie immer gearteten „Göttlichen“ bewegten die einzelnen Künstler? Diese Frage bestimmte die Auswahl der Werke. Ziel war eine Vielstimmigkeit verschiedenster Positionen im unmittelbaren Nebeneinander in der Ausstellung zu präsentieren. Denn das sinnliche Erleben der verschiedenen Visionen von Göttlichkeit ist nur in der direkten Begegnung mit den Werken möglich. In der Fülle der Stimmen wird deutlich, dass jede Erklärung hinter dem Ereignis der Anschauung verbleiben muss, dass es eine „Macht des Zeigens“ (Boehm) jenseits der Worte gibt, die die „Macht des Bildes“ begründet.
Harald Scheicher


Europafeste. Die Ausstellung im Werner Berg Museum stellt das Herzstück der Europaausstellung 2009 -Teil Bleiburg dar. Weitere Projekte sind das Tanzfest bzw. Symposium von und mit Johann Kresnik, die Neugestaltung des Europaplatzes sowie der Garten der Weltreligionen.

Es wurde ein Europakräutergarten angelegt, der sowohl Besuchern wie auch Schülern die Vielzahl europäischer Pflanzen näherbringen soll. Ein Kindererlebnis- Parcours führt durch die verschiedenen Schauplätze. Kinder erhalten nach Absolvierung dieses Parcours im Museum ein kleines Präsent.

Weiters wurden insgesamt fünf Europafeste durchgeführt, an denen es gelungen ist Musik aus den verschiedensten Teilen Europas in einer spannenden Begegnung zu präsentieren In Zusammenarbeit mit Botschaften und staatlichen Stellen aus Estland, Schweden, Schottland, England, Slowenien, Kroatien, Italien, Deutschland, Ungarn sowie heimischen Vereinen und Institutionen wurde ein hochkarätiges Programm bestehend aus Musik, Straßenkunst samt Kunst- und Genußmeile erarbeitet.

Als Dekoration und Ausgestaltung für alle Europafeste wurde zusammen mit den Schulen Bleiburgs ein Projekt erarbeitet, dass die Schüler intensiv in die Europaausstellung einbindet. So ist es gelungen, dass alle Volksschulen der Gemeinde (VS Bleiburg, VS Heiligengrab, VS Rinkenberg, VS Loibach) und die Hauptschule Bleiburg ein gemeinsames nachhaltiges Projekt realisierten.
AMF

Termine:

  1. Werner Berg Museum
    Bleiburg, 10.-Oktober-Platz 4
    T +43 4235 2110-27
    täglich von 10 bis 18 Uhr
    www.europaausstellung.at
    bis 8. November!
  2. Buchpräsentation zu Johann Kresniks Werk
    zu seinem 70. Geburts tag: 5. November
    Werner Berg Museum, Bleiburg.
    Genia Enzelberger und Zdravko Haderlap (Hg.)
    Ballett kann kämpfen – balet se zna boriti
    Symposium zur Politik, Zeitgeschichte und
    Gesellschaftskritik in Johann Kresniks Werk

DIE BRUECKE-AKTION und der Jugendbonus bzw. die Europa-Schul-Einladung gilt auch für Bleiburg.

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