Herzlich
Willkommen auf der
Kulturhomepage der Kärntner Landesregierung


Ihr Kulturreferent Landesrat DI Christian Benger
Veranstaltungstipps, Nachlese und Kulturnews aus ganz Kärnten.

Gewinner des Landes 3

« zurück

Beitrag teilen

Gewinner des Landes 3

geschrieben am 04.02.2011 12:49

Kolossale Sprachästheten

Gert Jonke (1945-2009) zählte zu den herausragenden Literaturschaffenden. Das Land Kärnten beschloss, sich mit einem Preis auf die Suche nach Nachfolgern zu begeben. 2011 fand man mit Alois Hotschnig den ersten Autor, um mit dem „kolossalen Riesen“ Jonke in Verbindung zu treten.

Der vom Land Kärnten für den gesamtdeutschen Raum ins Leben gerufene Gert- Jonke Preis geht an den seit langem über die Grenzen Österreichs hinaus bekannten und mit zahlreichen deutschen Literaturpreisen prämierten Alois Hotschnig. Wie Jonke in Kärnten geboren, lebt er als freier Schriftsteller in Innsbruck, erhielt im vergangenen Jahr den Anton-Wildgans- Preis und im Jahr 2008 den Erich-Fried- Preis. Zuletzt erschienen die Prosabände: „ Im Sitzen läuft es sich besser davon“ (2009) und „Die Kinder beruhigte das nicht“ (2006) – siehe u.a. Bruecke Nr. 64, Nr. 94 bzw. 96 und Nr. 111!

Aktuell: Ein Artikel dazu von Daniela Hättich


Neuer Preis: rund um Jonkes Sprachspiele
Der „Gert-Jonke-Preis“, der an den 2009 verstorbenen renommierten Literaten erinnern soll, wird ab heuer alle zwei Jahre in Kärnten vergeben. Die erste Preisverleihung des mit 15.000 Euro vom Land Kärnten dotierten Preises, der abwechselnd in den Gattungen Prosa, Lyrik und Dramatik vergeben wird und für den es keine Altersbeschränkungen gibt, findet am 6. März im Musil-Haus in Klagenfurt statt. Als erster Preisträger wurde Alois Hotschnig ausgewählt von der Jury, bestehend aus dem Leiter des Klagenfurter Musil-Instituts Klaus Amann, Corinna Caduff, Professorin an der Zürcher Hochschule der Künste sowie dem ZEIT-Literaturkritiker, Redakteur von Radio Deutschland und Bachmannpreis-Juror Hubert Winkels, der die Laudatio halten wird. Amann wies darauf hin, dass Jonke mit dem Musil-Haus eng verbunden war, wo die größte Nachlasssammlung des Schriftstellers verwahrt und erforscht wird: Die Kriterien für die Preisvergabe sind relativ allgemein gehalten und doch dem Geist Jonkes entsprechend. Es sei ein Preis, der Sprachästhetik und Sprachartistik würdige. Außerdem werde versucht werden, die jeweilige künstlerische Beziehung zwischen dem Preisträger und Namensgeber zu dokumentieren. Kulturlandesrat Harald Dobernig wies darauf hin, dass Jonke 1977 der allererste Bachmannpreisträger gewesen sei. Klagenfurts Kulturreferent Albert Gunzer bedankte sich bei Jonkes Lebensgefährtin Ingrid Ahrer, mit der man sich eng abgestimmt habe. Ahrer selbst erklärte, die Ausrichtung des Preises in den drei Sparten, in denen Jonke jeweils brillierte, gefällt Gert sicher.

Reisen zu Jonke und Bachmann
Anlässlich seines 65. Geburtstages steht heuer nicht nur durch die Verleihung des ersten Jonke- Preises an Alois Hotschnig eine Feier an. Das Robert-Musil-Literatur-Museum in Klagenfurt präsentiert mit der „Reise zum Ohr“ genau ab 8. Februar eine Ausstellung zu Gert Jonke (1946- 2009). Das Portrait des Autors führt durch die Linse der renommierten Fotografin Nurith Wagner- Strauss auf direktem Weg ins Ohr des Künstlers und fällt so ins Auge des Betrachters. Die Ausstellung, die bis zum Sommer zu sehen sein wird, ist eine Hommage an den Schriftsteller, der von Bachmann- Preis-Juror Paul Jandl als der wachste aller Träumer bezeichnet wurde.

Nach der Premiere von ‚Insektarium’ 1999 im Wiener Volkstheater, entstand in einem Gespräch mit Gert Jonke die Idee, ihn ‚on the road’ zu portraitieren, erzählt Nurith Wagner-Strauss. Der Wunsch durch die Porträts mehr über seine Persönlichkeit zu erfahren, führte dazu, dass sich Literat und Fotografin auf den Weg zu den Wiener Linien machten, um die Ursprünge der poetischen Abenteuer zu finden. Wie Vieles du doch auf dieser Reise am Bahnhof zurückgelassen zu haben glaubst, weil dich im Augenblick gar nichts bedrückt und du dich fast schwerelos glaubst, erzählt Jonke in „Der ferne Klang“. Gerade diese Illustration des Reisens verband die beiden im künstlerischen Streben nach Leichtigkeit ... ich sehe manche seiner Worte wie Knospen an seinem Ohr entstehen, sie wachsen in seinen Kopf und werden, im Mund erblüht, noch kurz gefangengehalten, ehe die Zunge sie zart erlöst, so die Fotokünstlerin. Weitere Infos: www.nurithwagnerstrauss.com

Interessiert? Bleiben Sie mit dem Kulturchannel in Verbindung!

Wir auf Facebook

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie aktuelle News und Veranstaltungen per E-Mail.