Herzlich
Willkommen auf der
Kulturhomepage der Kärntner Landesregierung


Ihr Kulturreferent Landesrat DI Christian Benger
Veranstaltungstipps, Nachlese und Kulturnews aus ganz Kärnten.

Hinter dem Nichts<BR>NADA

« zurück

Beitrag teilen

Hinter dem Nichts<BR>NADA

geschrieben am 02.09.2010 15:15

Giselbert Hoke zeigt mit seinen aktuellen Ausstellungen, dass radikal betrachtet, das Nichts auch Alles bedeuten kann (NADA). Sehen Sie hier zudem einen Vorgriff, was „der alte Meister vom Saager Berg“ im Interview für die Oktober-Bruecke Starkes und Unverblümtes zu sagen hat.

Auch wenn die Sehkraft des gerade 83-jährig gewordenen Großmeisters der Kärntner Kunst im Schwinden ist, seine künstlerische Kraft – mit der es kaum jemand aufnehmen kann – ist auch im Spätwerk deutlich spürbar.

NADA, NICHTS hat Hoke seine späten zum Teil großformatigen Bilder genannt, die seit 2006 im Werkhaus in Saager entstehen und in den letzten Jahren in großen Retrospektiven gezeigt wurden (z. B. im Museum Moderner Kunst Kärnten/ MMKK bzw. in der Villa Manin/Italien – siehe auch DIE BRUECKE Nr. 73, Winter 2006/07). „Es sind völlig gegenstandslose und namenlose Bilder, deren Motiv nur das Bild selbst ist, in denen es keine menschenähnliche Gestalt gibt, keine Erde, keinen Himmel noch sonstig sinnvoll Unsinniges.....“, sagte er 2006 über sein eigenes Spätwerk, das einen überraschend „neuen-alten“ Hoke zeigt, der sich aller Beiläufigkeiten entledigt hat. Einen Künstler, der seine künstlerische Sprache mit kraftvoller Radikalität reduziert hat auf das Wesentliche. Und das mit einer Geste, die nur im Kontext zu seinem gesamten OEuvre Sinn macht. Jeglicher Figuration und wieder erkennbaren Chiffren entleert, bleibt in den großen NADA-Bildern und den korrespondierenden kleineren Formaten, den so genannten Palettenbildern, einzig ein durch Kratzungen und Ritzungen erzeugtes Netz von Linien als Reminiszenz zurück. Man sieht sie nicht aber man spürt sie, die Landschaften und die tektonisch gebauten Bilder der Vergangenheit. Wesentlich dabei ist das schon immer vorhandene Element der Leere, der Unantastbarkeit rund um seine Motive – gemalt in den typischen Farben* seiner Palette – das nun die ganze Malfläche erfasst hat und die Bühne für NADA bildet, für NICHTS und ALLES was Hoke je gesehen und gemalt hat.

In zwei aufeinander folgenden Ausstellungen in der Galerie Vorspann/Galerija Vprega in Eisenkappel (noch bis Mitte September) und von der Galerie Magnet im Palais Fugger in Klagenfurt (ab 1. Oktober und auch in der Langen Nacht Der Museen) können sich nun langjährige Hokefans, und solche die es noch werden wollen, ein Bild dieser späten Werkphase eines Malers machen, der wie kein zweiter die künstlerische Landschaft dieses Landes geprägt und beherrscht hat. Zudem ist er wesentlicher Teil der MMKK-Ausstellung fokus sammlung 01.

Verkannt und verjagt nach dem beispiellos unwürdigen Skandal um die heute als bedeutende Gegenwartskunst erkannten Fresken im Bahnhof von Klagenfurt, hat Giselbert Hoke seine künstlerischen Spuren in ganz Kärnten und weit darüber hinaus nicht nur an Galeriewänden, sondern auch im öffentlichem Raum hinterlassen. Email- und Glaswände, Fresken und Turmbauten (Sein Kärntner Sonnenturm z. B., der seit 24 Jahren den A2-Autobahnrastplatz Twimberg im Lavanttal ziert, wird gerade einer Generalüberprüfung unterzogen.) haben seine unwechselbare künstlerische Handschrift zu einem einzigartigen Symbol für die Kärntner Kunst werden lassen.

Seine späten Werke der letzten Jahre sind als Essenz und Kürzel einer fünf Jahrzehnte langen Auseinandersetzung mit den malerischen Möglichkeiten der Darstellung von Mensch und Natur zu verstehen. Als Reifeprüfung eines alten Meisters, der noch mehr zu sagen hat als NADA!
Ulli Sturm


GISELBERT HOKE
Galerie Vorspann | Galerija Vprega
Hauptplatz 8-9, Bad Eisenkappel
www.galerievorspann.com
Aufgrund der großen Nachfrage bis 5. September verlängert!

N A D A
Ab 1. 10. 2010 (Vernissage 18.00 Uhr)
Galerie Magnet im Palais Fugger,
Theaterplatz 5, Klagenfurt
Am nächsten Abend 18.00 bis 01.00 Uhr findet dann die „Lange Nacht der Museen“ statt.
Die Ausstellung bleibt bis 6. November 2010, Dienstag bis Freitag 15.30-19.30 und Samstag 12-17 Uhr, geöffnet.
Prof. Wieland Schmied liefert einen Text für den Katalog und spricht zur Eröffnung.

Museum Moderner Kunst Kärnten
fokus sammlung 01
Malerei und Zeichnung, bis 5. September 2010 in Klagenfurt, Burggasse 8
KünstlerInnen: Hans Bischoffshausen | Hans (Jean) Egger | Bruno Gironcoli | Giselbert Hoke | Wolfgang Hollegha | Gustav Januü | Anton Kolig | Kurt Kocherscheidt | Alois Köchl | Peter Krawagna | Maria Lassnig | Franz Yang-Moönik | Valentin Oman | Hans Staudacher | Franz Wiegele | Ludwig Willroider | Reimo Wukounig.

Interessiert? Bleiben Sie mit dem Kulturchannel in Verbindung!

Wir auf Facebook

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie aktuelle News und Veranstaltungen per E-Mail.