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Hochkarätige.Preisträger.

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Hochkarätige.Preisträger.

geschrieben am 04.04.2016 14:46

Catrin Bolt – Suse Krawagna: Zwei Kärntner Künstlerinnen und ihre renommierten Kunstpreise.

Für ihr künstlerischpolitisches Engagement erhielt Catrin Bolt den überaus renommierten 35. Msgr.OttoMauerPreis (11.000 Euro), der im Dezember 2015 im Erzbischöflichen Palais in Wien verliehen wurde. Die Jury überzeugte dabei besonders, dass sich ihre Arbeiten vor dem Hintergrund der aktuellen weltweiten gesellschaftlichen Umbrüche bewähren und an Aktualität noch dazugewonnen haben. Catrin Bolt, die 1979 in Friesach geboren wurde und von 1997 bis 2003 an der Akademie der Bildenden Künste bei Peter Kogler studierte, hebt sich durch ihre interdisziplinäre, ironischkritische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen markant vom derzeitigen Kunstgeschehen ab.

Hochkarätige.Preisträger. Als künstlerische Ausdrucksmittel verwendet Bolt u.a. Sprache, Fotografie, Video und Performance. Von Beginn an interessiert sie der öffentliche Raum mit seiner Geschichte und seinen Denkmälern; so ließ sie sich vor 15 Jahren dabei fotografieren, wie sie Statuen, u.a. Kriegsdenkmäler, umarmte und diese so „von ihrem Sockel holte“ (siehe die Bruecke(n) damals). Die historischpolitische Aufarbeitung eines ganzen Areals gelingt ihr 2010 mit einem besonderen Mahnmal. Auf dem Gelände des ehemaligen Zwangsarbeitslagers Viehofen in St. Pölten, das heute mit einem Schotterteich als Naherholungsgebiet dient, stellt die Künstlerin „Orientierungstafeln“ auf. Sie ähneln auf den ersten Blick vertrauten Wanderkarten, zeigen jedoch die Luftaufnahmen der Alliierten zum Ende des Zweiten Weltkriegs mit den Lagern. Ein roter Punkt markiert den Betrachterstandpunkt und verbindet Vergangenheit und Gegenwart. Ein weiteres Mahnmal in Form einer künstlerischen Intervention sind die „Alltagsskulpturen” (2014): Es sind Texte von Holocaustüberlebenden, die sie in großen Lettern an jenen Orten anbringt, wo die Geschehnisse stattgefunden haben.

Besonderer Witz zeichnet ihre temporären „GuerillaSkulpturen“ (2011) aus: Sie bestehen aus zusammenklappbaren Holzsesseln, die sie an verschiedenen Orten aufbaut, fotografiert und dann wieder abbaut. Es ist wohl die künstlerische Vielschichtigkeit und deren ästhetischkritische Umsetzung durch einen engagierten Geist, welche die Jury (mit Luisa Kasalicky, ebenfalls Otto-Mauer-Preisträgerin) letztendlich zu dieser Entscheidung bewogen hat.

Ebenso in der Bundeshauptstadt lebend und ebenfalls prämiert wurde die aus Krumpendorf stammende Künstlerin Suse Krawagna. Sie erhielt den mit 8.000 Euro dotierten Kunstpreis der Stadt Wien für Bildende Kunst 2015. Suse Krawagna (Jg 1964), die von 1983 bis 1988 an der Akademie der Bildenden Künste bei Prof. Arnulf Rainer studierte, zeichnet sich durch ihre seit Jahren konsequent fortgeführte Auslotung der vielen Möglichkeiten aus, die sich ergeben, wenn man auf dem schmalen Grat zwischen Zeichnung und Malerei wandert. Die vornehmlich abstrakte Zeichnung spielt dabei eine entscheidende Rolle im Schaffen der Künstlerin und fungiert als Ankerpunkt, zu dem sie immer wieder zurückkehrt. Als Ergebnis sieht man eine von Linien dominierte Malerei, die auf pastelltonigen Hintergründen zu liegen kommt. Unweigerlich stellt sich ein Davor und Dahinter oder auch ein Davor und Danach ein, gleich dem Mehrklang eines Akkords. Dies ergibt sich auch aus der Tatsache, dass die Künstlerin immer in Serien arbeitet, somit ein Bild sich wie in einer feinen Kette an das nächste fügt und somit die aktuell aufgeworfene künstlerische Fragestellung, oder Bildgeschichte, fertig erzählt werden kann.

die.zukunft.der.malerei. In einer reduzierten, minimalistischen Sprache werden durch die Verknappung von Linien und Flächen immer neue Räume geöffnet, die Malerei beginnt zu vibrieren und die Linien und Flächen ineinander zu schwimmen, ohne dabei Unklarheit zu erzeugen. Die Lebendigkeit der Bilder ergibt sich durch die starke Farbigkeit mancher Linien, allerdings niemals über jenes Maß hinaus, das ein inneres Gleichgewicht der Bildelemente stören oder überladen würde. Suse Krawagnas Arbeiten sind ein klares Bekenntnis zur Malerei und weisen in eine facettenreiche bildnerische Zukunft.

Sonja Traar


Ab Juni 2016 sind Arbeiten von Suse Krawagna im Kunstraum der Galerie Walker in Klagenfurt zu sehen: www.galerie-walker.at bzw. www.susekrawagna.at

Vernissage: Donnerstag 9. Juni 2016, 18:00-21:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 10. Juni - 30. August 2016
Donnerstag und Freitag 15:00-18:00 Uhr
nach tel. Vereinbarung +43 650 2130505

Zurzeit arbeitet Catrin Bolt an Ehrenmälern für die Soziologin Marie Jahoda und die Romanistin Elise Richter, die Sommer 2016 präsentiert werden. Zur Ehrung weiblicher Wissenschafterinnen hat die Universität Wien einen Wettbewerb anlässlich des 650-Jahr-Jubiläums ausgeschrieben, den sie mit zwei anderen Künstlerinnen gewinnen konnte. www.otto-mauer-fonds.at

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