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Ihr Kulturreferent Landesrat DI Christian Benger
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In tiefer Erinnerung

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In tiefer Erinnerung

geschrieben am 02.12.2009 16:15

Das Jahresende markiert eine Zeit, noch einmal die Vergangenheit im Rückspiegel zu betrachten und sich an Kulturschaffende und Künstler zu erinnern. Prägende Persönlichkeiten wie Gert Jonke und Fabian Kulterer oder Helmut Stockhammer und Karl Stuhlpfarrer, Beppo Pliem und Peter Mießl, Evelyn Heregger und Marianne Schoiswohl oder Wilhelm Neumann und Hermann T. Schneider oder Michael Guttenbrunner und Christian Pacher…

Ernst Gayer, der Wortjoungleur

Ein bescheidenes, beinahe schmuckloses Grab auf dem Friedhof St. Martin entspricht so gar nicht der opulenten Persönlichkeit von Ernst Gayer. Am 7. Juni 1939 in Klagenfurt geboren und hier wenige Wochen vor seinem 60er am 20. März 1999 gestorben, war er ein Markenzeichen für seine Heimatstadt: Journalist und Humorist, Humanist und Wortjoungleur. Wen er mochte, der hatte es gut - wen er nicht mochte, dem ging´s schlecht, den überschüttete Ernstl mit Wortgewittern. Ein Großmaul musste sich einst im Café Was gebärden Sie sich wie der Anton Kuh, da Sie doch nur ein Ochs sind? vom Gayer gefallen lassen. Scharf pointiert bis ätzend war der Humor dieses Journalisten, der sein Talent leider nur privat austobte. Schon im Eggermann-Gymnasium fiel es auf. Doch: Später musste ich in die HTL, wär’ aber viel lieber im Gymnasium geblieben. Dann Studium an der TH in Wien mit seligen Jahren im Hawelka und bei der „Steffi“. Später KTZ-Redakteur, erst Wirtschaft, dann Kultur. Die Kultur sollte auch sein Metier bleiben: Im März 1981 kam das erste von ihm als Chefredakteur umgestylte Heft der Kärntner Kulturzeitschrift DIE BRÜCKE heraus. Bis zu seinem Tod blieb Ernst Gayer ein BRÜCKEnbauer, vor allem für die slowenische Volksgruppe, die sich mit ihrem Antrag auf den Titel „Professor“ bei ihm bedankte. Jahrelang schleppte sich der sanfte Riese durch Klagenfurt, verbiss sich seine Schmerzen, jammerte nie, aber schimpfte: auf die Krankenschwestern, auf die Ärzte, auf Politik und Journalismus. Dieser barocke Mensch starb eines elenden Todes – „Die Brücke“ ins Jenseits hat er vor zehn Jahren schmerzvoll erklommen, seine Hinterlassenschaft umfasst rund 50 Hefte Kärntner Kulturlebens.

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