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Kulturpreisverleihung 2015

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Kulturpreisverleihung 2015

geschrieben am 23.02.2016 15:00

In der aktuellen Bruecke wird auch einen Rückblick auf die vielen Preise, die am Ende des vergangenen Jahres an Kärntner Künstlerpersönlichkeiten und Kulturschaffende vergeben wurden.

Nicht jeder Tag trägt Lederhosen

Kulturpreisverleihung des Landes Kärnten 2015

Hat die Bruecke in den vergangenen rund zehn Jahren allen Kulturpreisen in Kärnten jeweils eine ganze Schwerpunktausgabe gewidmet, so muss sie diesmal laut Chefauftrag auf ganzen vier Seiten alles unterbringen. Hier also in der gebotenen Kürze das Wesentliche.

Im Reigen der jährlich vergebenen Kulturpreise des Landes Kärnten war diesmal die Musik an der Reihe. Der Komponist Prof. Bruno Strobl erhielt den Landeskulturpreis 2015 (dotiert mit 14.500 Euro). Besonders hervorzuheben ist neben den künstlerischen Leistungen als Musiker und Komponist sein Engagement für die zeitgenössische Musik als Chorund Ensembleleiter sowie als Dirigent und Förderer des künstlerischen Nachwuchses.

Außerdem wurden von den Fachbeiräten des Kärntner Kulturgremiums drei Würdigungspreisträger (je 6.000 Euro) ausgewählt. Diese gingen an Dietmar Pickl (Bereich Musik) insbesondere für seine Leistungen im Bereich der alten und der zeitgenössischen Musik, Siegfried Kogler (Bereich Volkskultur) für sein Engagement in einem interkulturellen Netzwerk mit verstärkter Berücksichtigung von Brauchtums- und Alltagskultur sowie an das von den heranwachsenden Architekten der Fachhochschule Kärnten betreute soziale Projekt SCHAP! (Bereich Architektur und Verdienste um die Baukultur).

Die Landesbaupreise wurden separat vergeben (siehe Bruecke 173-174, Seite 32). Gewonnen hat das Mölltaler Kulturhaus. Jury-Begründung: Mit dem öffentlichen Haus vis-à-vis der Straße entsteht ein neuer Dorfplatz. Dieses harmonische Weiterbauen im Bestand zeugt von hoher Qualität. Bau - kultur verändert Menschen, schafft und wiederbelebt Orte, stärkt das Dorfleben und schweißt zusammen.

Die acht Förderungspreise des Landes (in der Höhe von je 3.600 Euro) erhielten Miriam Auer (Literatur), das Künstler-Duo Hanakam & Schuller (Bildende Kunst), Magdalena Lauritsch (Elektronische Medien – Fotografie und Film), Michael Kristof (Darstellende Kunst), Philipp Zarfl (Musik), Carmen Gaggl (Volkskultur), Mathias Lux (Naturwissenschaften/Technische Wissenschaften) sowie Gerhard Katschnig (Geistes- und Sozialwissenschaften). Die Verleihung der mit insgesamt 61.300 Euro dotierten Preise nahm Kulturreferent Landesrat Christian Benger im Konzerthaus Klagenfurt vor.

‚Nicht jeder Tag trägt Lederhosen!‘ Das ist nicht die Abmoderation des zu Ende gehenden Brauchtumsjahres 2015, sondern der erste Satz des Theaterstücks ‚Die Hinterhältigkeit der Windmaschinen.‘ Eine Volkstragödie in 3 Akten von Gert Jonke. So begann Dietmar Pickl sein Kulturstatement, um fortzusetzen: Reden zu Kultur und Kulturpolitik sind gewöhnlich entweder Klagelieder oder Jubelhymnen. C-Moll oder D-Dur könnte man sagen. Mir ist es nach F-Dur. Eine kräftige, kämpferische Tonart. Denken Sie an Figaro bei Mozart. F wie freie Szene. Von ihr, der freien Szene, möchte ich berichten, für sie will ich sprechen, ihretwegen werde ich appellieren. Doch die Unterstützung dürfe nicht beim Jahr der freien Szene stehenbleiben und müsse endlich auch die slowenische Volksgruppe miteinbeziehen, so Pickl: Den Schlusspunkt setzt Georg Christoph Lichtenberg, der in unnachahmlicher Art Hoffnung und Zweifel zusammenbindet: ‚Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muss anders werden, wenn es gut werden soll.‘

Günther M. Trauhsnig


Die Preisträger-Lebensläufe sind nachstehend zusammengefasst.

Bruno Strobl (geb. 1949) lebt als Komponist in Wien und Klagenfurt. 1978 – 1990 Leitung der Meisterkurse für „Aktuelle Musik“ in Alpenbad St. Leonhard, 1988-2009 Dirigent ensemble kreativ; Leiter der 2005 von ihm gegründeten MusikFabrikSüd. Obmann der Sektion Kärnten (seit 1977) und seit 2008 Präsident der Internationalen Gesellschaft für neue Musik (IGNM Öster - reich). Seine Kompositionen bereicherten u. a. den Carinthischen Sommer und den Steirischen Herbst. Sein reichhaltiges Schaffen und die Aufführung vieler zeitgenössischer Werke sorgten im In- und Ausland für Begeisterung und wurden durch zahlreiche Preise (u. a. Förderungs- und Würdigungspreis des Landes Kärnten für Musik, 1983/2000, Staatsstipendium für Komposition der Republik Österreich, 1988 u. 1994) gewürdigt.

Dietmar Pickl (geb.1941 in Klagenfurt) wirkte nach dem Studium am Mozarteum Salzburg u. a. an der Wiener Kammeroper und am Niedersächsischen Staatstheater in Hannover als Opernsänger. Studierte an der AAU die Fächer Philosophie, Psychologie und Geschichte. Prof. am BG I und BORG; derzeit AAU Lektor; war 2006 – 2008 künstlerischer Leiter der Trigonale. Der Bassist und Mastermind des Ensembles Hortus Musicus hat an vielen (Ur-)Aufführungen sowohl alter als auch zeitgenössischer Werke im In- und Ausland mitgewirkt. Versucht als Obmann des Vereins ARCADE einem breiten Publikum zeitgenössische Musik in Form von Veranstaltungen, Konzerten und Künstlergesprächen näherzubringen.

SCHAP! – ist einerseits (phonetisch geschrieben) ein afrikanisches Grußwort (Hallo, wie geht’s, es geht gut, alles ok, usw.) andererseits aber auch die Kurzform von SCHool And Production: das gilt also für die Planungs- und Ausführungsarbeit der Beteiligten genauso wie für den funktionellen Inhalt: nämlich einem Klassenraum mit Werkstatt (nochmals also eine stimmige Doppelbedeutung). Geleitet von Prof. Peter Nigst haben Studenten der FH Kärnten/Spittal Schulgebäude für Colleges in Südafrika geplant und gebaut. Die Assistenten Jürgen Wirnsberger, Guntram Müller bzw. Elias Rubin und Marlene Wagner sowie fächerüber greifend FH-Professoren unterstützen im Planungsprozess und vor Ort tatkräftig.

Siegfried Kogler (geb. 1962) Studium an der Universität Wien, das er 1990 mit der Diplomarbeit Materialien zur Kultur und Lebensweise der Bleiberger Bergarbeiter/innen abschloss. Anschließend war er u. a. dort Lektor am Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie. Von 1996 bis 2001 betreute er beim Kärntner Bildungswerk Brauchtums- und Trachtengruppen. Seit 2008 ist er als Kustos im Gailtaler Heimatmusem und Schloss Möderndorf beschäftigt. Fachliche Beiträge aus den Bereichen volkskundliche Theorie und Praxis, Erwachsenenbildung, Alltagskultur, Tracht, Vereinsleben, Wissenschaftsgeschichte, Museologie, Zeitgeschichte, Literatur, Brauchtum und Volkskunst wurden in mehreren Reihen und Zeitschriften veröffentlicht.

Miriam Helga Auer (geb. 1983 in Friesach) studierte an der AAU Anglistik und Germanistik. 2014 schloss sie mit der Dissertation zum Thema Poetry in motion and emotion erfolgreich ab und ist seither auch wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Anglistik und Amerikanistik. Hat als Autorin der Genres Lyrik, Prosa und Drama bereits mehrfach auf sich aufmerksam gemacht und war bei mehreren Literaturwettbewerben erfolgreich. 2014 erschien ihr erstes Buch Hinter der Zeit. Kurztexte wurden auch in Zeitschriften wie beispielsweise „Die Bruecke“, „Fidibus“ und „Die Anstalten“ veröffentlicht.

Magdalena Lauritsch (geb. 1988 in St. Veit/ Glan) erhielt bereits im Alter von 16 Jahren für „Mad World“ den ORF „shorts-on-screen-Filmpreis“. Die Filmemacherin studierte an der Filmakademie Wien die Fächer Regie (Peter Patzak) und Kamera (Wolfgang Thaler). Bisher hat sie vier Kurzfilme veröffentlicht. Gegen härteste Konkurrenz erhielt sie für „Rote Flecken“ (2013) von der Akademie des Österreichischen Films den Preis für den besten Kurzfilm. Zudem erhielt sie von der Jury des Max-Ophüls-Preises 2014 (Franziska Weisz, Martin Heisler und Stefan Kornatz) eine „lobende Erwähnung“.

Markus Hanakam (geb. 1979/Essen) und Roswitha Schuller (geb. 1984/Ktn.); das Künstler-Duo (seit 2005) hat an der Universität für Angewandte Kunst in Wien die Studienrichtungen Kunst und Designpädagogik sowie Bildhauerei und Multimedia belegt. Hanakam & Schuller arbeiten mit einem erweiterten Begriff der Bildhauerei indem sie Video, Fotografie, Text und Architektur in ihr Werk integrieren. Sie können bereits auf viele Projekte im „Öffentlichen Raum“ und Ausstellungen im In- und Ausland verweisen. Ihre Werke sind in bedeutenden Sammlungen u. a. im MUMOK, MMKK, MUSA, Museum der Moderne Salzburg, Kunsthalle Wien vertreten und mehrfach ausgezeichnet.

Michael Kristof (geb. 1981) belegte nach dem Besuch des Slowenischen Gymnasiums und der zweisprachigen HAK in Klagenfurt an der Akademie für Theater, Radio, Film und TV in Laibach das Studienfach Schauspiel, das er 2008 erfolgreich abschloss. Seither ist er als mehrsprachiger freiberuflicher Schauspieler sowie als Synchronsprecher für die BBC und den ORF tätig. Seine erste Hauptrolle erhielt er im österreichischslowenischen Kino-Spielfilm „Die Wälder sind noch grün“ (2013/14).

Philipp Zarfl (geb. 1991 in Wolfsberg) studierte Jazz-Posaune an der Musikschule und am Konse, nahm 2009 am MM Jazzfestival in St. Pölten (NÖ) teil. Ab 2011 konzentrierte er sich auf das Instrument „Kontrabass“, das er ebenfalls mit Diplom am Konse abschloss. Derzeit belegt er in Amsterdam das Studienfach „Jazz-Master“. Trotz jungen Alters konnte er viel Live- und Workshop-Erfahrung im In- und Ausland sammeln. Hervorzuheben ist auch seine CD mit Jörg Seidel „Tribute to Udo Jürgens“ (2015).

Carmen Gaggl (geb. 1982 in Klagenfurt) begann mit sechs Jahren den Hackbrettunterricht und gewann Preise wie Prima La Musica, Alpenländischer und Kärntner Volks musikwettbewerb. Sie absolvierte an der Bruckner Privatuniversität Linz „Hackbrett“ sowie den Lehrgang für Kulturmanagement und ließ sich 2006 in Wien zur Musik-Kinesiologin ausbilden. Internationale Konzerttätigkeit mit dem Ensemble für Alte Musik „L‘ Arpeggiata“ (Paris). Seit 2008 lehrt sie u. a. am Kärntner Musikschulwerk; 2011 hat sie ein Doktorats-Studium an der Universität Graz aufgenommen.

Mathias Lux (geb. 1976) studierte von 1996 bis 2006 an der TU Graz die Fächer technische Mathematik und Telematik. Anschließend setzte er seine Ausbildung bis zur Habilitation 2013 an der AAU fort. Hier lehrt er an den Instituten Informationstechnologie, Angewandte Informatik sowie Medienund Kommunikationswissenschaft. Seine Forschungen wurden in zahlreichen Fachzeitschriften veröffentlicht und mehrfach ausgezeichnet.

Gerhard Katschnig, Studium an der AAU und der Universität Salzburg (Fächer Geschichte, Germanistik u. Angewandte Kulturwissenschaft), das er 2013 mit seiner Dissertation abschloss. Daneben sammelte der junge Wissenschaftler Praxiserfahrung (u. a. beim ORF-Kärnten, im Kärntner Landesarchiv; 2014: Koordinator der Ausstellung „Eine Spuren suche zum Turiner Grabtuch“ in Tanzenberg). Seit 2011 ist er auch externer Lehrbeauftragter am Institut für Kultur-, Literatur- und Musikwissenschaft (AAU) und hat seine Forschungsergebnisse in zahlreichen wissenschaftlichen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht sowie an Symposien als Vortragender teilgenommen.

* AAU = Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Preis.Segen 2015

In Würdigung des künstlerischen Schaffens von Nikolaus Fheodoroff hat das Land Kärnten 2015 zum zweiten Mal den mit 10.000 Euro dotierten Internationalen-Kompositions-Preis vergeben: an den Steirer Christoph Renhart und an den Koreaner SukJu Na aus Köln (beide haben an der Kunstuni Graz studiert). Das Festival der Alten Musik trigonale hat im Dom zu Maria Saal sowie in der Seminarkirche Tanzenberg im Rahmen der Preisverleihung durch Kulturlandesrat Christian Benger die prämierten Kompositionen der zwei Preisträger – Farben des Mohns von Renhart sowie Towards o von Na – zur Aufführung gebracht.

Im Bambergsaal des ehemaligen Villacher Parkhotels wurde der bereits 30. Kulturpreis der Stadt Villach an Walter Auer, der seit dem Jahr 2003 als Soloflötist der Wiener Staatsoper und seit 2006 der Wiener Philharmoniker wirkt, von Bürgermeister Günther Albel übergeben.

Die Professorin für angewandte Sprachwissenschaft an der Universität Wien, Brigitta Busch, ist Trägerin des vom Zentralverband und vom Slowenischen Kulturverband verliehenen Vinzenz Rizzi-Preises, der jährlich für zukunftsweisende Initiativen auf dem Gebiet der interkulturellen Verständigung verliehen wird. Den 37. Dr. Joško Tischler-Preis vom Rat der Kärntner Slowenen und Christlichen Kulturverband erhielt France Vrbinc, der viele Jahre als Lektor und in zahlreichen Institutionen der Kärntner Slowenen tätig war (ORF Slowenische Abteilung, Hermagoras, Nedelja).

Den mit 4.000 Euro dotierten Kärntner Lyrikpreis der Stadtwerke Klagenfurt Gruppe 2015 errang die Klagenfurter Journalistin, Fotografin und Autorin Gabriele Russwurm-Biró. Der Preis des Landes Kärnten (Kulturamt) in der Höhe von 3.000 Euro wurde an den Klagenfurter Autor Alexander Widner für dessen Lebenswerk vergeben. Der in Köflach geborene und in Klagenfurt lebende Josef K. Uhl (Herausgeber der „Unke“) wurde ebenfalls gewürdigt – und zwar mit dem Preis der Landeshauptstadt Klagenfurt (Kulturabteilung, 1.500 Euro).

B.B.


STW-Kärntner Lyrikpreis: Den zweiten Preis schaffte die Klagenfurter Werkslehrerin Elisabeth Hafner, gefolgt von der ehemaligen Seebodener Lehrerin Waltraud More. Auf Position vier kam die in Wien lebende Regieassistentin Barbara Juch. Fünfte wurde die Klagenfurterin Miriam H. Auer, wie schon 2014. Rang sechs ging an die Trainerin Susanne Axmann aus St. Donat. Diese Auswahl traf die Jury aus 170 eingesandten Arbeiten in deutscher und slowenischer Sprache.

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