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Kunstwerke der Antike

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Kunstwerke der Antike

geschrieben am 29.08.2009 15:57

Die Schätze der alten Helenen finden in Athens neuem einzigartigen Museum in der Nähe der Akropolis ihre Heimat. Faszinierende Ausstellungsstücke vermitteln in unvergleichlicher Weise das Leben im antiken Griechenland.


Seit kurzem ist Athen wieder um eine kulturelle Attraktion reicher: ein neu eröffnetes Museum beherbergt nun in modernstem Ambiente eine Fülle jener Kunstwerke, die auf der weltberühmten Akropolis, dem Athener Burgberg, gefunden wurden. Damit haben die Griechen nicht nur einen weiteren Ort zur repräsentativen Präsentation antiker Hinterlassenschaften geschaffen, sondern auch ihrem Stolz auf die einzigartigen kulturellen Leistungen ihrer Vorfahren einmal mehr deutlich Ausdruck verliehen.

Solchen Stolz hegten aber schon die alten Hellenen, ja sie erklärten so manche ihrer künstlerisch begabten Vorfahren geradezu zu Heroen und empfanden deren besondere Fertigkeiten als Geschenk der Götter. Ihre Werke in profanen Ausstellungsgebäuden zur Schau zu stellen wäre ihnen daher niemals in den Sinn gekommen, waren doch altehrwürdige Tempel oder Götterstatuen für sie nicht primär Kunstwerke, sondern Zeichen der aktiven Verehrung ihrer göttlichen Beschützer. So betrat also, wer in der Antike auf die Akropolis pilgerte, nicht etwa ein archäologisches Ruinengelände, sondern ein lebendiges Heiligtum, wo nicht Museumswärter ihre Runden drehten, sondern Priester und Opferdiener für die Würde des Ortes sorgten.

Zu den Aufgaben dieses Kultpersonals gehörte es dabei auch, der ständig wachsenden Zahl von Opfergaben Herr zu werden. Schließlich war es damals üblich, dass die Gläubigen ihren Anliegen an die Gottheit durch die Stiftung mehr oder weniger wertvoller Weihgeschenke Ausdruck verliehen. Im Fall alltäglicher Devotionalien wie Statuetten oder kleinen Gefäßen war die Sache recht einfach: sie wurden in regelmäßigen Abständen gesammelt und in eigens dafür angelegten Opfergruben rituell „bestattet“. Eine Praxis, für die übrigens noch heutige Archäologen dankbar sind, schließlich gewinnen sie dadurch wertvolle Aufschlüsse über das Kultleben in der Antike. Die wirklich kostbaren Opfergaben konnte und wollte man aber natürlich schon damals aufbewahren und zur Schau stellen. So wurde das Gelände rund um die Tempel allmählich zu einer Art „Freilichtmuseum“, wo Besucher staunend von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit schritten. Einer von ihnen war der bekannte antike Reiseschriftsteller Pausanias, der die Akropolis im 2. Jh. n. Chr. besichtigte: „Beim Tempel der Athena steht die Figur einer alten Frau namens Syeris, etwa eine Elle hoch, die als Dienerin der Lysimache bezeichnet wird und große Bronzestatuen von Männern, die im Kampf aneinander geraten sind. … Auf einer Basis stehen auch noch viele andere Statuen ….“ Betrat man schließlich das Innere der Kultgebäude, konnte man weitere kostbare Schätze des Heiligtums bewundern, wobei vor allem besonders alte, geschichtsträchtige Stücke beeindruckten: „Von bemerkenswerten alten Weihgeschenken sind da etwa ein Klappstuhl, Werk des Daidalos und unter den von den Persern erbeuteten Waffen der Panzer des Masistios … und ein Dolch, der angeblich einem anderen persischen Feldherren namens Mardonios gehörte.“ Diese Objekte wird man im neuen Akropolismuseum zwar vergeblich suchen, dafür wartet dort aber eine Fülle anderer antiker Kunstwerke, die den modernen Besucher mindestens ebenso faszinieren werden wie Pausanias vor fast 2000 Jahren.
Mario Rausch

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