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Laibach Symphonie

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Laibach Symphonie

geschrieben am 03.08.2011 10:43

Mit einem Programm für jeden Geschmack rückt die slowenische Kulturstadt in den Blickpunkt Europas. Musik, Theater und Ballett kommen während des Ljubljana-Festivals von bekannten Künstlern und stammen von den großen Bühnen der Welt. Bereits das Eröffnungsfest mit dem größten Konzert (Mahlers 8. Symphonie), das je in der Stadt zu erleben war, beeindruckte alle Besucher.

Laibach: Sinfonie für Tausend(e)

Bereits die Eröffnung des Ljubljana Festivals mit dem größten Konzert, das es jemals in der slowenischen Hauptstadt gab, schloss die Teilnahme von mehr als 1000 Künstlern ein.

Die 8. Symphonie von Gustav Mahler (Sinfonie der Tausend) unter der Leitung des Stardirigenten Valerij Gergijev am renovierten Kongressplatz (Kongresni trg) bedeutete nicht nur eine Würdigung des hundertsten Todestages jenes Künstlers, dem gerade die Alpen-Adria-Region als Schaffens- und Inspirationsquelle diente, Chöre und Musiker aus dem ganzen Land sowie dem Nachbarn Kroatien wurden einbezogen unter dem sommerlichen Mond zu einem pulsierenden Kulturpunkt innerhalb Europas.

Die Hommage an weitere bedeutende klassische Komponisten im Križanke nimmt bereits am 1., 2. u. 3. August ihren Ausgangspunkt und erklimmt am 16.8. mit einem Konzert des ungarischen Franz Liszt Chamber Orchestra den Hohepunkt. Dabei trifft Kammermusik auf traditionelle ungarische Töne. Neben dem Werk „Malediction“, das von einem noch sehr jungen Liszt fur Klavier und Orchester geschrieben wurde, bilden Werke von Bela Bartok, Carl Philipp Emmanuel Bach und Johannes Brahms mit den beiden Solisten Francesco Nicolosi (Klavier) und Claudi Arimany (Flote) weitere Möglichkeiten in diese Klangwelten einzutauchen. Die Bandbreite des Festivals ist beeindruckend. Solisten (Violinist Jovan Kolundžija am 4.8., Pianist Vladimir Mlinarič am 17.8.), Trios (Trio Brahms am 5.8., KotorArt Trio am 8.8., Trio Elegiaque vom 9. bis 11.8.) und Oktete (Slovenski oktet am 31.8.) zeigen das bunte musikalische Spektrum, das vom Juli bis September in der slowenischen Metropole herrscht.

Neben der Klassik kommt aber auch der Rock und die moderne Musik nicht zu kurz. Verbindungen sind natürlich erwünscht und so findet Vlado Kreslin in der irischen Sängerin Mary Coughlan (18.8.) eine kongeniale Partnerin, welche die Seele des Balkans mit jener der grünen Insel auf stimmliche Weise verbindet. Das RockMusical „Hair“, das vom 22. bis 25. August von der britischen Insel kommt, feiert die Verbindung von Liebe, Leben und Freiheit mit Songs wie „Let the Sun shine“, „Easy to be hard“ oder „Aquarius“. Aktueller denn je erstrahlt das Musical in der Londoner Fassung von Mykal Rand zu neuem Glanz.

Das Pop-Rock-Spektakel, das 1969 seine Premiere feierte, ist in der Version der Londoner Bronowski Produktion einer der weiteren Highlights des Festivals. Zwei weitere Höhepunkte in Laibach, die man nicht versäumen sollte, sind die beiden Ballet-Produktionen „Onegin“ und „Don Quixote oder die Fantasien eines Verrückten“ des weltbekannten russischen Choreographen Eifman.

Die Laibacher Vielfalt bietet dem Publikum aber auch klassische Theaterformen wie Ballett. Mit „Onegin“ am 29.8. schafft Boris Eifman eine Verbindung von modernen Elementen mit klassischen Inhalten. Realität und Fiktion vermischen sich dabei ebenso wie sich die Musik mit dem Licht vermischt. Das Staatsballett aus St. Petersburg erneuert und bereichert das traditionelle Tanzgeschehen durch seine Experimentierfreude, die bereits in der Auswahl der Musik (Klassik trifft Rock) erkennbar wird. In einer weiteren Produktion des Balletts unter Boris Eifman wird das Aufheben der Grenzen zwischen Realität und Fiktion noch deutlicher. „Don Quixote oder die Fantasien eines Verrückten“ wird mit der Musik von Ludwig Minkus in die Gegenwart gebracht, um herauszufinden ob dem anderen Gutes zu tun wirklich schon so verrückt in unserer modernen, viel zu schnellen Welt ist oder ob die Welt verrückt geworden ist, dass das Gute gar nicht mehr erkannt werden kann.

Gut ist es aber zweifelsohne, dass man zum Abschluss des Ljubljana Festivals noch mit dem Opernfach konfrontiert wird. Am 5. September treffen im Cankarjev dom unter dem Dirigenten Robertas Šervenikas (Orchester der litauischen Nationaloper) mit dem Tenor Joseph Calleja und der Sopranistin Alyson Cambridge zwei stimmliche Giganten aufeinander, die auf den großen Bühnen der Welt (Met New York, Royal Opera London oder Wiener Staatsoper) bereits für unvergessliche Konzerte sorgten. Die litauische Nationaloper bringt sowohl ein bekanntes Stück („Verdis Otello“ am 6.9. mit Dirigent Gintaras Rinkevičius) als auch eine weniger bekannte Oper („Judinja/La Juive“ von Jacques Halevy, die bisher nur drei Mal aufgeführt worden ist, am 7.9. mit Martynas Staškus als Dirigenten) auf die Bühne. Während Verdis Oper vor allem wegen seiner musikalischen Umsetzung des ShakespeareStückes interessant ist, strotzt das Halevy Stück vor Pomp, Protz und Spektakel. Durfte man sich also schon bei der Eröffnung der Opulenz erfreuen, so wird dem Besucher beim Abschlussfest mit dieser Oper noch ein „grande Finale“ geboten.

MH/BB


Das Festival Ljubljana 2011 findet noch
bis 7. September statt.
Spielorte: Križanke und Cankarjev dom in Laibach
www.ljubljanafestival.si

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