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Loibl Gedenken

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Loibl Gedenken

geschrieben am 11.10.2012 15:55

Seit 1954/55 gibt es auf der slowenischen Seite eine Gedenkstätte für die Inhaftierten zum Bau des Loibltunnels. Der Verein „Mauthausen Komitee Kärnten-Koroška“ zeichnet die Geschichte der Deportierten nach und regt mit der Auseinandersetzung deren Lebensalltags zum Nachdenken an.

Loibl, ehemaliges Lager „Loibl Nord“

Seit dem Jahr 1995 bemüht sich der Verein „Mauthausen Komitee Kärnten-Koroška“ um die Aufarbeitung der Geschichte des ehemaligen Lagers „Loibl Nord“, eines von insgesamt 50 Außenlagern des Konzentrationslagers Mauthausen. Die Häftlinge, die zum Bau des Loibl-Tunnels auf den Pass deportiert wurden, internierte man von Juni 1943 bis Mai 1945 zu beiden Seiten der Baustelle in Baracken. Auf dem Areal des ehemaligen Lagers „Loibl Süd“, das heute Teil des slowenischen Staatsgebietes ist, gibt es bereits seit 1954/55 eine Gedenkstätte. Wesentliche Voraussetzungen für eine künftige Gedenkstätte auch auf österreichischer Seite waren die Unterschutzstellung, der Abschluss eines Pachtvertrages durch das Bundesministerium für Inneres und die 2008 begonnene archäologische Untersuchung des Lagerareals.

Claudia Theune-Vogt, Expertin für Archäologie an Orten des nationalsozialistischen Terrors und seit zwei Jahren im Auftrag des Bundesdenkmalamtes am Loibl tätig, konnte anhand des aufgefundenen Stacheldrahtzaunes das genaue Ausmaß des ehemaligen Häftlingslagers definieren. Selbst kleinste Funde liefern wichtige Hinweise auf den Alltag der Häftlinge: ein Deckel mit der Aufschrift „Confitures, rac, 5 FRS“ entstammt wohl einem Hilfspaket, das durch Schmuggel über Zivilarbeiter und Partisanen ins Lager gelangte. Die darin enthaltenen Nahrungsmittel, im konkreten Fall Marmelade der französischen Firma „Vitrac“, konnten damals für das Überleben der harten Zwangsarbeit bei Minusgraden und unzureichender Ernährung entscheidend sein.


G.K.

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