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Lyrische Volltreffer

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Lyrische Volltreffer

geschrieben am 01.02.2012 11:50

Die literarische Gattung der Lyrik führt kein Schattenleben im Schatten anderer Kunstformen, wie der Lyrikpreis der Stadtwerke Klagenfurt jährlich erweist. Dieses Mal bekam den STW-Preis etwas unerwartet der KAC-Eishockey-Spieler David Schuller. Für positive Überraschungen sorgten auch Edith Darnhofer-Demar (dritter Platz), Katharina Kaufmann (zweiter Platz) und Axel Karner (Landes-Sonderpreis) mit ihren Gedichten.

Matchwinner der Lyrik

Ob am Eis oder Lyrik-Parkett: Nach vielen Treffern als Sportler landete Eishockey-„Nudelaug“ David Schuller beim Stadtwerkepreis einen Volltreffer

Seinen wohl größten sportlichen Erfolg verbuchte der Eishockeyspieler David Schuller im letzten Spiel der Finalserie 2003/04, als er, nachdem es Unentschie­den zum Ende stand, in der Overtime nach 5 Minuten und 13 Sekunden das entschei­dende Siegestor gegen den EC VSV schoss und so den EC KAC zum Meister machte. Der größte literarische Erfolg gelang ihm nun als Sieger des „Kärntner Lyrikpreises der Stadtwerke Klagenfurt Gruppe 2011“, der ihm zudem ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro, eine Glastrophäe und eine Urkunde einbrachte. Als „einen kleinen Gott der Lyrik“ lobte ihn Jury-­Mitglied Josef Winkler bei der feierlichen Ver­leihung.

Der 31­jährige KAC­-Crack und Germanis­tik-­Student aus Kapfenberg war die Überraschung schlechthin und verwies in seinen Dankesworten auf die dichtende Franzi-­Figur der Mundl-Saga, von welcher er bei seinen Mitspielern in Klagenfurt den Spitznamen „Nudelaug“ bekommen hat. Wenn ich in der Kabine oder am Eis bin, bewege ich mich natürlich in meinem gewohnten sportlichen Umfeld. Allerdings auch wieder beim Schreiben, in der Hoff­nung, etwas aussagen zu können, was andere interessiert. Sagen wir es so: Ich kann mich nicht erinnern, dass ich beim Schreiben jemals den Punkt erreicht hätte, wo mir alles gelang. Wobei das beim Eisho­ckey durchaus hin und wieder der Fall war, beschrieb Schuller selbst den Unterschied zwischen seinem literarischen Leben und jenem als Sportler.

Landes.Ehrung. Neben dem Über­raschungssieger feierte man in diesem Jahr auch eine Premiere. Erstmals wurde in diesem Rahmen eine Auszeichnung des Landes Kärnten und seiner Kulturabtei­lung ausgelobt. Büchnerpreisträger Josef Winkler vergab diesen Preis an den 1955 in Zlan geborenen und in Wien lebenden Autor Axel Karner (57). Der Lehrer für Evangelische Religion war bereits einmal in der Siegerliste (2. Platz des zweiten Lyrik-­Preises 2009) zu finden gewesen.

Fortsetzung.Folgt. Der Preis selbst ist ein voller Erfolg – die große Zahl an Ein­reichungen vorwiegend junger Lyriker und der Maecenas-­Preis machen dies deutlich. Stadtwerke (STW)­Geschäftsfüh­rer Christian Peham konnte für 2011 mit 225 Autoren beider Landessprachen einen neuen Teilnehmerrekord vermelden.

Juryvorsitzender Prof. Manfred Posch sprach die Zeitlosigkeit und Standfestig­keit an, die beweist, dass Lyrik kein Mau­erblümchendasein am Rande der litera­rischen Gattungen bestimmt ist. So steigert sich der Preis, dessen Weiterführung 2012 bereits fixiert wurde, in den Teilnehmer­zahlen, wobei es für die Jury (neben Posch und Winkler Fabjan Hafner, Günter Schmidauer, Ilse Gerhardt und Richard Götz) bei der hohen Qualität immer schwie­riger werde, Entscheidungen zu treffen.

Sieger.Liste. Die junge Ebenthaler Künstlerin und Diakonin Katharina Kauf­mann, die dieses Mal den zweiten Platz (1.500 Euro) belegte, schien auch bereits einmal in der Siegerliste des Lyrikpreises auf (Platz 7 im Jahr 2008, in dem der STW-­Lyrikpreis zum ersten Mal vergeben wurde). Den dritten Platz errang 2011 die bekannte und renommierte Klagenfurter Autorin Edith Darnhofer­-Demar (66).

Mit jeweils 500 Euro durften sich auch der Pressesprecher der neuebuehnevillach, Stefan David Zefferer, Jahrgang 1963 (Preis der Post-Service GmbH), und die im Lesachtal aufgewachsene und in Graz lebende Künstlerin Anna Obernosterer (43) über Geldbeträge und literarische Anerkennung freuen.

Die weiteren Platzierten der Ränge sechs bis zwölf waren: der Klagenfurter Werbe­grafiker Sebastian Rasbornig (Preis der Wörthersee­-Schifffahrt), der Bleiburger Psychologe Michael Stöckl, die aus Kla­genfurt stammende und in Graz lebende Dolmetscherin Angelika Paeston-Startinig, der Drautaler Siegfried Paul Gelhausen, die in Wien lebende keramische Plastike­rin Barbara Kropfitsch, der Kärntner Militärkommandant Gunther Spath sowie der Klagenfurter Schriftsteller Gregor Fink.

Auch die Auszeichnenden wurden von Kulturlandesrat Harald Dobernig aus­ gezeichnet. Für die Aus­richtung des Lyrikpreises nahm Stadt­werke-­Vorstand Romed Karré eine Maecenas­-Würdigung für wertvolles Kultursponsoring entgegen.

Alle vier aktuellen Hauptpreisträger kommen in der VorLese/Prvo Branje auf den nächsten beiden Seiten mit ihren Gedichten zu Wort.

Michael Herzog/Günther M. Trauhsnig

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