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Mit Grüßen aus Köln

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Mit Grüßen aus Köln

geschrieben am 11.04.2013 09:29

Der Jonke-Preisträger 2013 Händl Klaus konnte sich nicht halbieren. Denn neben der Preisverleihung in Klagenfurt war er auch bei der Uraufführung seines Stücks GABE/GIFT in Köln eingeladen. Die fehlenden Hälften wurden durch die weitere Preisträgerin, Friedericke Roth, aufgefüllt. Der vielfach ausgezeichnete Tiroler überbrückte die Distanz mit einem Gruß an Gert Jonke.

Zum Gert-Jonke-Preis 2013
Liebe Gäste, liebe Ingrid, liebe Jury – ich bin sehr, sehr dankbar. Ich freue mich sehr. Dieser Preis – es ist ein wärmender Preis, weil die Nähe zu Gert Jonke, die damit verbunden ist, zu seinem Werk, und zum Menschen, dem ich begegnen durfte, so schön ist. Daß ich heute abend – fehle – JETZT – während die Versunkene Kathedrale geradezu verwirklicht wird – gerade dieses Fehlen – ist wie ein inniger Gruß an Gert Jonke selbst, und das hat damit zu tun, daß zur gleichen Zeit, JETZT, in Köln – ein Stück von mir, GABE/GIFT, uraufgeführt wird. Daß unser beider Premieren auf denselben Tag fallen, ist ja wieder: nur ein Glück – und das einzige Unglück daran, daß ich mich nicht teilen kann, wenigstens – körperlich. ...Es war nämlich schon einmal so – daß es ein solches Datum gab – den 24. Mai 2008 – es hätte dann die Premiere von einem Stück fürs Burgtheater stattfinden sollen – mit dem ich nicht fertigwurde, weil ich die Form nicht fand. Und – der für mich einsprang – wie der Wind – und glühend und sanft und – unvergleichlich – sein letztes Stück schrieb – war Gert Jonke, mit dem „Freien Fall“ – der erst für die nächste Saison vorgesehen gewesen wäre. Gert schrieb da oben – im Dramaturgenkämmerlein – den „Freien Fall“ – der wieder ein Ereignis war, bei ausverkauftem Haus lief und lief und lief – und wofür er den dritten Nestroypreis erhielt - - ich schämte mich aber so sehr dafür, daß ich ihm diese Zeitnot beschert hatte, ich konnte mich gar nicht bei ihm rühren, um ihm das zu sagen – und als ich ihm dann eines Tages, zwei Wochen vor seiner Premiere, doch noch am Graben in Wien in die Arme lief – und mich schämte – hat er mich umarmt, gelacht und sich gefreut über die Zeitnot, die ihn beflügelt habe – und wir tranken einen Kaffee im Hawelka, er erzählte mir vom Stück – und es war – so gut. Hätten wir den äußeren Zeitplan eingehalten, wäre es zum „Freien Fall“ nicht mehr gekommen – denn im Sommer schon war Gert schwer krank, und im Jänner der Abschied. Aber was heißt schon Abschied – ich bin voller Erinnerung – und die Kunst, die dieser liebste Mensch geschaffen hat – ist unser Trost – und die Herausforderung schlechthin. Jetzt bin ich selbst in Köln, ich weiß – es ist in Gerts Sinn, daß ich mit den Schauspielern hier zittere, die monatelang an meinem Stück gearbeitet haben, es ist aber wie ein Gehen Hand in Hand für mich – und es liegt in der Hand: Klagenfurt und Köln, JETZT. Lieber Gert, in Erinnerung:
Dein Klaus

Händl Klaus, geb. 1969 in Rum/Innsbruck. Autor, Schauspieler, Regisseur. Robert Walser-Preis, Rauriser Literaturpreis, Stipendiat am Literarischen Colloquium (Wannsee), Hermann-Lenz-Stipendium 2002. Wurde 2004 zum besten Nachwuchsautor und 2006 zum Dramatiker des Jahres gewählt. Erhielt 2007 den Großen Literaturpreis des Landes Tirol, Schiller-Gedächtnispreis Land Baden-Württemberg sowie den Welti-Dramatikerpreis der Stadt Bern. Spielte in mehreren Filmen mit. In Locarno bekam er 2008 für seinen Film März den Leoparden für den besten Erstlingsfilm. Lebt in Berlin, Port/Bielersee (Schweiz) und Wien, wo er an der Universität für Angewandte Kunst unterrichtet.

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