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Multimedial Reisen

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Multimedial Reisen

geschrieben am 11.10.2012 15:55

Das Netzwerk AKS verwandelte bereits das Postamt von Millstatt in einen „open space“ für Kunstprojekte. Nun wird auch die Theater Halle 11 in Klagenfurt durch die multimediale „Travelogue“ zu einem mobilen, sich ständig verändernden Gebilde, das die kreative Tanzszene in Bewegung hält.

Was aus einem ehemaligen Postamt alles werden kann…

Aus dem kunstLABor millstatt wird ein multimediales Reisetagebuch

Waren es in den neun Jahren, die ich in Millstatt gelebt habe, unzählige Briefe, Postkarten und Pakete – und leider manchmal auch die eine oder andere Illusion, die ich im Postamt Millstatt aufgab (z.B. als man mir an einem Donnerstag mit absoluter dead line zu einem österreichweiten Literaturwettbewerb, die ansonsten selbst öffnenden Türen fünf Minuten vor Schluss absichtsvoll verschlossen hielt, und das, obwohl mich die beiden Mitarbeiter durch die Glasscheiben (fast) verzweifelt winken sahen…) – so waren es heuer, statt der einen oder anderen Anonymverfügung, zahlreiche visuelle, auditive und sonstige Eindrücke, die ich diesen Sommer über in der ehemaligen Post einsammeln konnte.

Darunter waren circa 99 Luftballons in, zwischen und mitten denen zwei Tänzer meinen neugierigen Augen viel Ausblick auf kreative Bewegung und eben so viel sonnengebräunte Haut erlaubten, rostrote „LABs“, also Bäuche, aus Ton, von Ingrid Riebler (Bildende Künstlerin, Spittal/Wien), um die sich Tänzerin Leonie Humitsch beweglich schlängelte, ein Dokumentar- Kurzfilm, der rund um den Millstätter See vor allem eines entdeckte… Autos …Autos und nochmal Autos und… und… und…

Rück.Blick. Ja, wirklich, das ehemalige Postamt verwandelte sich in einen Ort ausdrucksstarker Vielfältigkeit, in einen Raum künstlerischer Begegnung und in einen open space für die Entfaltung verschiedenster Kunstprojekte. Während neun Wochen im Juli und August fanden, als eine Art experimentelles Kontinuum, vielfältige künstlerische Aktionen in den Bereichen zeitgenössischer Tanz, Choreographie, bildende Kunst, Kunstfilm, Literatur, Kostümbild, Fotographie usw. statt. Zahlreiche Ausstellungen, offene Tanzproben, Tanzperformances, Workshops, Kunstfilme, Installationen, Lesungen und diverse spartenübergreifende Kunstprojekte konnten nicht nur besucht werden, sondern – wie übrigens auch wir, die herein- und herausschneienden Besucher – über die großen Glasfenster, die zur Straße hin zeigen, auch jederzeit von jedermann/frau beobachtet werden. In diesem Sinne wurden auch die vielfältigen Arbeits- und Probenprozesse ausgestellt und/oder dargestellt. Und ein bisschen auch wir. Tja, auch das Publikum ist Teil des künstlerischen Prozesses… oder etwa nicht…?!

Zentrale Idee hinter dem kunstLABor 2012 der beiden international und mit ihrem büro für tanz/theater/produktionen mit Sitz in Millstatt auch national rege und erfolgreich tätigen Künstlerinnen Andrea K. Schlehwein (Tänzerin, Regisseurin, Choreographin) und Eleonore Schäfer (Schauspielerin für Bühne und Film) mit ihrer Plattform für zeitgenössischen Tanz und bildenden Künste NETZWERK AKS ist die Tatsache, dass Kunst und gerade Tanz (finanzierbare) Infrastruktur braucht, um überhaupt stattfinden zu können… Kunst braucht (eben) Raum…

Aus.Blick. Das gleiche Team arbeitet derzeit an der aktuellen AKS-Tanz-Produktion. Auch Travelogue ist vielschichtig angelegt und ausgerichtet auf die gleichzeitige Darstellung von Performances, Tanz und diversen Kunstaktionen. Das multimediale Reisetagebuch ist als komplexe, fortlaufende Aufführung konzipiert, die je nach Aufführungsort und beteiligten Künstlern neue Aspekte und Themen integriert und somit selbst zu einem reisenden, sich permanent verändernden, sozusagen global ausgerichteten Gebilde wird.

Vorstellen kann man sich Travelogue als eine begehbare tanz-theatrale Installation, die durch die Wiederholung ihrer Einzelsegmente auf Grundlage einer verbindlichen Partitur eine unkontrollierbare Eigendynamik entwickelt. Inspiriert durch den (Frei-)Geist von John Cage, dessen Modell des gleichberechtigten Miteinanders und der Gleichwertigkeit aller Töne, hier anhand mehrerer autonom und gleichwertig nebeneinander stehender Künste untersucht werden soll, versteht es sich als Hommage an den Universalkünstler John Cage (1912-1992), dessen 100. Geburtstag heuer weltweit gefeiert wird.


Ulrike Kofler


TRAVELOGUE: ein multimediales Reisetagebuch
eine.Klang.Raum.Tanz.Film.Skulptur
Konzept/Choreographie/Raum/Licht:
Andrea K. Schlehwein
Uraufführung 10. 10., Vorstellungen: 12., 13., 14. Oktober 2012
Theater Halle 11, Klagenfurt
www.netzwerk-aks.dance-germany.org

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