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Neue Theater Welten

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Neue Theater Welten

geschrieben am 11.10.2012 16:00

Der neue Intendant des Stadttheaters Florian Scholz im Interview über seinen mutigen ersten Spielplan in Klagenfurt. Wie er die „Naturgewalten“ mit „erlebbaren“ Winterreisen auf die Bühne bringen will erfährt man in der neuen Bruecke ebenso, wie ausführliche Details zum „stürmischen“ Jubiläums-Programm der neuebuehnevillach.

„Wir wollen die Jelinek erlebbar machen“

Winterreise – stark in Kärntner Schauspiel-Händen

Sie sind von Grund auf verschieden und l(i)eben das Theater in all seinen Facetten: Katarina Hartmann, Katharina Schmölzer und Markus Schöttl. Alle drei sind gebürtige Kärntner, ob der Schauspielerei unabhängig voneinander flügge geworden und feierten beachtliche Theatererfolge. Nun kehren sie zurück an das Stadttheater Klagenfurt und stehen gemeinsam in Elfriede Jelineks Winterreise auf der Bühne.

Sesshaft. Dass Katharina Schmölzer ab sofort ihre ganze Energie in die Theaterarbeit fließen lassen kann, findet sie einfach wunderbar. Die zweifache Mutter, die mit zehn Jahren von Villach nach Wien zog, wurde nicht nur für Jelineks Winterreise engagiert. Sie verzauberte beim Vorsprechen auf Anhieb die anwesende Jury und ist nun Teil des kleinen, aber sehr feinen und fixen Ensemble am Haus. Das ist wirklich ein großes Glück, mit dem ich nicht gerechnet habe. Ich kann mich nun ausschließlich auf die Arbeit konzentrieren. Auch wenn die zahlreichen Engagements an den verschiedenen Spielstätten für sie immer eine spannende Herausforderung waren, ist sie froh, beruflich gebunden zu sein. Jede neue Rolle an einem neuen Haus erfordert immens viel von einem Schauspieler. Man beginnt immer bei Null. Die berufliche Sesshaftigkeit vereinfacht für sie nun auch das Familienleben und Mutterdasein enorm. Auch wenn Kärnten mittlerweile wieder ihre Heimat ist, verwurzelt ist sie hier ausschließlich mit der Familie, nicht aber mit dem Land selbst.

Althergebrachte Vorurteile. Für Katarina Hartmann und Markus Schöttl ist das Engagement in der Winterreise ein Stückvertrag und eine spannende Herausforderung. Sie versuchen gleich mit althergebrachten Vorurteilen aufzuräumen. Wenn die Leute Jelinek hören, glauben die meisten, das ist nur etwas für Intellektuelle. Soll es aber keinesfalls sein. Wir wollen den Text transparent und erlebbar machen. Das Stück ist nicht aggressiv, die Zuschauer sollen emotional etwas mitnehmen. Katarina Hartmann, eine bekennende Kärntner Slowenin, ist als Schauspielerin, aber auch als Komponistin und Sängerin erfolgreich. Als Absolventin des Schubertkonservatoriums in Wien hat die 28-Jährige parallel zur Bühnenarbeit eine fundierte Gesangsund Instrumentalausbildung gemacht. Ihre ersten Auftritte genoss die Klagenfurterin im Puppentheater „Mi smo mi“. Ich liebe die Theaterarbeit und die damit verbundene Kreativität. Es folgten Engagements am Volkstheater, CD-Produktionen und diverse Engagements in Film und TV. Das Slowenische ist dabei für sie Teil der Arbeit. Neben der Bühnenarbeit vertonte sie gemeinsam mit ihren Schwestern etliche Gedichte Ihrer Großtante Milka Hartmann. Neben der Arbeit am Theater steckt sie bereits in den Vorbereitungen für ihr erstes Weihnachtskonzert (13. Dezember) im Casineum in Velden.

Markus Schöttl hat sich als Schauspieler in Österreich etabliert. Er fühlt sich aber auch im Regiefach sehr wohl. Der 78er Jahrgang entschied sich nach der Matura am BAKIP am Konservatorium der Stadt Wien weiterzustudieren. Die Jahre dort haben ihn sehr geprägt. Da habe ich gelernt, dass es keine Zufälle gibt und man oft auf dem verworrensten Weg viel weiter gelangt als auf dem des geringsten Widerstandes. Schöttl konzentriert sich derzeit auch auf das Lesen unzähliger Manuskripte, die er sich anlässlich des letzten London-Trips besorgte. Und hofft dabei über das eine oder andere spielbare Stück zu stolpern, das er im kommenden Sommer gemeinsam mit seiner Theaterpartnerin Sabine Kranzlbinder aufführen will.

Interaktiver Prozess. Ehe sich ihre beruflichen Wege wieder trennen, werden die drei noch bis Ende Dezember gemeinsam auf der Bühne stehen. Dass es ein Stück mit keiner eindeutigen Rollenverteilung ist, sondern vielmehr ein interaktiver Prozess auf der Bühne stattfindet, macht die gemeinsame Arbeit noch spannender. Harte Arbeit ist es für sie allemal. Denn auch für die drei versierten Schauspieler erfordern die vielen Jelinekschen Wortkompositionen einen großen Konzentrations- und Denkprozess.


Birgit Sacherer


Die Winterreise wird im Rahmen des neu gegründeten Studios auf der Vorbühne des Stadttheaters gezeigt. Die Zuschauer sollen sich in einen intimen Charakter einer Studiobühne wiederfinden.

Mit: Claudio Gatzke, Katarina Hartmann, Agnes Hausmann, Katharina Schmölzer und Markus Schöttl.

Regie: Marko Štorman.

Weitere Termine: 14.10., 4. u. 11.11., 2. u. 30.12., jeweils 19.30 Uhr.
www.stadtheater-klagenfurt.at


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