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Preisgekröntes Land

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Preisgekröntes Land

geschrieben am 01.02.2012 11:51

DIE BRUECKE bringt in ihrer aktuellen Doppel-Ausgabe über die Monate Februar/März einen Überblick über das vielfach preisgekrönte Schaffen in und aus Kärnten. Begonnen wird mit den Landeskulturpreisträgern ...

Kulturpreis(e) des Landes Kärnten

Drei Die Kulturpreise 2011 wurden im Stift Ossiach an den Wissenschaftler Martin Seger, den Architekten Reinhold Wetschko, die Musiker Brian Finlayson und Walter Kraxner sowie acht Förderungspreisträger verliehen


Auch im neuen Jahr bleibt Kärnten mit dem Blick auf vergangene kulturelle Leistungen am kreativen Puls der Zeit. Dies verdeutlichten die acht Förderungspreise, drei Würdigungspreise und der Landeskulturpreis, die im wunderbaren Ambiente der Carinthischen Musikakademie im Stift Ossiach Ende Dezember vergeben wurden.

Sichtbar gemacht wird dies auch durch die Vergabe von Preisgeldern des Landes in einer Gesamthöhe von 61.300 Euro. Die Förderpreise verschaffen jungen Künstlern zudem etwas Aufmerksamkeit und helfen dabei sich im Kulturbetrieb besser zu etablieren, spricht Landesrat Harald Dobernig die Nachhaltigkeit der Förderungsmaßnahmen an. Dazu kommt, dass Kunst ein unverzichtbarer Faktor für das Gemeinwohl sei, das ebenso durch kritische Töne beeinflusst wie durch die unglaubliche Vielfalt des künstlerischen Potenzials unterstützt werde, meint die Leiterin der UAbt. Kunst und Kultur, Erika Napetschnig. (Eine umfangreiche Broschüre zu allen Preisträgern ist in der Kulturabteilung erhältlich.)

Martin Seger richtet sein Wissen in der Form von Publikationen, Bildern, Karten und Vorträgen mit größter Leidenschaft an ein Publikum, das gerade in diesen drei Disziplinen Inhalte vermittelt haben möchte. Der mit 14.500 Euro dotierte Landeskulturpreis, der dem 1940 in Mödling geborenen Biologen und Geographen zuteil wurde, würdigt seine Strukturund Prozessforschung der Stadt- und Regionalgeographie. Er ist ein verdienter Wissenschaftler und hat auch immer interdisziplinär den Kontakt zu anderen wissenschaftlichen Bereichen gesucht, lobte der Kulturreferent. In seiner Vertretung überreichte der Vorsitzende des Kulturausschusses und dritte Landtagspräsident Johann Gallo die Auszeichnungen an die Preisträger.

Würdigungen. Die mit jeweils 6.000 Euro dotierten drei Würdigungspreise wurden für „Besondere Leistungen der Architektur und Verdienste um die Baukultur“ an Architekt Reinhold Wetschko, für „Musik“ an Brian Finlayson und für den Bereich „Volkskultur“ an Walter Kraxner verliehen.

Reinhold Wetschko ist ein leidenschaftlicher Architekt und einer der hervorragendsten Baukünstler unseres Landes, stellt Architekt Gernot Kulterer über den 1959 in Klagenfurt geborenen Preisträger fest, der seit 1989 (zuerst in Graz, danach in Klagenfurt) sein eigenes Architekturbüro betreibt und zudem seit 2001 an der Fachhochschule Kärnten in Spittal/Drau den Studierenden sein Fachwissen vermittelt. Er bezeichnet den Kammervorstand und Kärntner Präsidenten der Zentralvereinigung (ZV) als Multitalent und wichtigen Netzwerker im Dienste der Baukultur, der stark auf die Förderung der Jugend setzt.

Zwar kann man in Austria keine Kängurus finden, dafür aber hervorragende Violinisten wie Brian Finlayson, die ihr Wissen an junge ambitionierte Künstler weitergeben. Und damit keine Verwechslungen aufkommen, bezeichnen die Studenten am Kärntner Landeskonservatorium den 1954 geborenen Australier als „Uncle Brian“. Der stets freundliche, positive und aufgeschlossene Onkel (Barbara Ladstätter, Leiterin des Landesmusikschulwerkes) mit der Liebe zur Musikvermittlung „produziert Spitzenquartette wie am Fließband“ (urteilte die Bruecke bereits im April 2002).

Der dritte Würdigungspreis ging an Walter Kraxner, der wie es Klaus Fillafer (Bildungswerk Kärnten) ausdrückt für das kulturelle Leben im Lande über viele Jahrzehnte hervorragend tätig war. Der 1927 in Bad St. Leonhard im Lavanttal geborene Kraxner machte als Chorleiter, Sänger und Leiter der Volkstanzwochen am Turnersee sowie Mitglied der Bundesgemeinschaft „Österreichischer Volkstanz“ von sich reden und war ein prägender Mitgestalter des „Neuen Kärntnerliedes“.

Die mit jeweils 3.600 Euro dotierten Förderungspreise gingen an: Manuel Knapp für „Bildende Kunst“, Patrick Steinwidder für „Darstellende Kunst“, Markus Guschelbauer für „Elektronische Medien – Fotografie und Film“, Daniel Wisser für „Literatur“, Matija Schellander für „Musik“, Christof Mörtl für „Volkskultur“, Alexander Hanisch-Wolfram für „Geistesund Sozialwissenschaften“ und Gunther Vogl für „Natur-/Technische Wissenschaften“.

Förderungen: Der 1978 in Wolfsberg geborene und mittlerweile in Wien lebende Manuel Knapp richtet den Fokus seiner Kunst auf das Unkonventionelle, Unvorhersehbare, Imperfekte, das Dysfunktionale, sagt Christine Wetzlinger-Grundnig vom MMKK. Seine abstrakten und experimentellen Arbeiten in verschiedenen Kunstformen (wie Grafik, Installation, Animation und Musik) sind in Ausstellungen überall auf der Welt zu finden.

Ebenfalls 1978 wurde der Autor, Schauspieler und Theater-Regisseur Patrick Steinwidder geboren. Von Judenburg verschlug es ihn bald nach Kärnten, wo er von 2000 bis 2010 als Ensemblemitglied bei den Sommerspielen in Eberndorf tätig war. Für das Kärntner Vitus-Theater feierte er mit Stücken von Dumas und Genet große Erfolge. Seinen Schwerpunkt sieht er im Regietheater, in den großen und kleinen Stücken mit universeller Geschichte, denen er neue, zeitgenössisch-aktuelle Interpretationen abringen will, beschreibt Dramaturgin Sylvia Brandl die dramatische Ausrichtung.

Markus Guschelbauer wurde der Förderungspreis für elektronische Medien, Fotografie und Film zuerkannt, weil seine fotografischen wie auch seine Video-Arbeiten sich durch eine überaus klare und interessante Bildsprache buchstäblich auszeichnen, sagt Künstler Marko Lipuš zum Entscheid der Jury, den 1974 in Friesach geborenen Markus Guschelbauer auszuzeichnen. Die Kunst in die Natur einzubinden wird bei ihm zur Berufung.

Zwischen den Stühlen der künstlerischen Möglichkeiten sitzt der Förderungspreisträger für Literatur, Daniel Wisser (geb. 1971 in Klagenfurt, sein letzter Roman „Standby“ erschien im Klever- Verlag). Aber gerade das verbürgt, wie es Kulturjournalistin Katja Gasser ausdrückt, die Glaubwürdigkeit seiner kritischen Wahrheitssuche auf durchwegs witzige Weise. Es ist eine Suche, die ins Alltägliche führt und dort mutig von ständigen Metamorphosen und Widersprüchen geprägt ist. Das „Dazwischen“ ist unruhig und ständig in Bewegung – der Blick, die Sprache, die kein Beiwerk des Blicks ist, vielmehr dessen wesentliche Prägung – dieses Bewusstsein ist Wissers Texten eingeschrieben.

Der 1981 in Ludmannsdorf geborene Musiker/Komponist Matija Schellander verbindet Einflüsse von Rock und Jazz in seiner Improvisationskunst. Mit dem LFO (Low Frequency Orchestra) oder Maja Osojnik gelang es ihm bei Kulturveranstaltungen und Konzerten Publikum und Kritiker zu begeistern. Laut Komponist/ Dirigent Bruno Strobl geht es ihm im kompositorischen Schaffen wie beim Musizieren/ Improvisieren sehr um Klangforschung, sagt, die mit Stimme, Instrumenten und elektronischen Mitteln bisher auf sieben Tonträgern festgehalten wurde.

Familiäres Brauchtum erfuhr der 1979 in Feistritz/Gail geborene Christof Mörtl bereits von Kindesbeinen an. Nach musikpädagogischen Ausbildungen und verschiedenen Lehrtätigkeiten unterrichtet er seit 2008 an der Musikhauptschule in Hermagor. Im September 2009 folgte er seinem Vater, Franz Mörtl, als Chorleiter der Singgemeinschaft Oisternigg.

Der Tiermediziner Gunther Vogl (geb. 1978 in Klagenfurt) befasst sich mit der Anwendung und Weiterentwicklung molekularbiologischer Untersuchungen. Seine gelebte Verbindung von Theorie und Praxis ist ein wichtiger Motor in Fragen zur veterinärmedizinischen Diagnostik und Lebensmittelsicherheit, stellt Peter Wiedner ( Leiter der Lebensmitteluntersuchungsanstalt Kärnten) klar.

Der aus Wien stammende Alexander Hanisch-Wolfram (geb. 1977) kam 2006 nach Feldkirchen, wo er in der Pfarrgemeinde Waiern in der historischen Forschung tätig war. Ab 2008 fungierte er als wissenschaftlicher Projektkoordinator für die Kärntner Landesausstellung in Fresach, deren Umbau zur Dauerausstellung er auch 2012 begleiten wird. Der Vorsitzende des Kärntner Kulturgremiums, Landesarchivdirektor Wilhelm Wadl, verweist auf seine Fähigkeit komplexe geistesgeschichtliche Phänomene allgemein verständlich zu formulieren.

MH/BB

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