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Roter Teppich auf Pflastersteinen

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Roter Teppich auf Pflastersteinen

geschrieben am 02.12.2008 12:15

Im Winter blühen in der Brücke die Blumen: dank Hippiekinder und Flowerpower der 68er, sowie für Preisträger und für „Geburtstagskinder“ – www.bruecke.ktn.gv.at

„Unter dem Pflaster liegt der Strand“ hieß es in den 68er Jahren, und diese (Studenten)Bewegung führte so weit, dass sie Jahre später noch Gültigkeit hat – die Bruecke zum Jahreswechsel 08/09 begibt sich auf diese Spuren. Lebensgefühle sind wichtig und deshalb werden Erinnerungen daran noch einmal wach. Wird nicht auch in den nächsten Epochen irgendwie über das Heute gesprochen und gedacht und vieles aus der momentanen Gegenwart wieder hervorgeholt, um sich an gute wie auch schlechte Zeiten zu erinnern?

Die Blickrichtung geht dieses Mal zurück, denn mit Veranstaltungen über die 68er soll noch einmal an die Faszination jener Zeit erinnert werden. Während es heute eher „Teilzeithippies“ (CD-Tipp) gibt, konnte man sich „ein kurzes Lächeln im langen Mai“ (Buch-Tipp) während der Studentenrevolten und vor „Woodstock“ (eine Annäherung) nicht verkneifen. Dabei entstand ein Mythos, der vierzig Jahre später in einer Retrospektive des Kärntner Kunstvereins von elf Künstlern in vielen Fassetten präsentiert wird. Die „Gammler aus der Provinz“ (Ausstellung in Villach) zogen aus, um ein anderes Leben kennen zu lernen, um in Indien, Paris (wie Gertrud Weiss-Richter, Arnulf Komposch, Horst Dieter Sihler oder Dieter Kaufmann) oder anderen Metropolen hautnah dabei zu sein, als Geschichte gemacht wurde und es an jedem Einzelnen selbst lag, sein Leben in die Hand zu nehmen und die gesellschaftlichen Verhältnisse mitgestalten zu können. Die Revolte reichte erstaunlicher Weise bis hinter den eisernen Vorhang nach Jugoslawien, wo der renommierte slowenische Autor Milan Dekleva über die Verbindung des eigenen Seins mit der staatlichen Obrigkeit, die durchaus Konflikte hervorbrachte, zu berichten weiß – in der „Vorlese“ als Auszug aus seinem im deutschen Sprachraum bisher noch unbekannten Roman „Auge in der Luft“.

Die Bruecke begibt sich zudem auf eine (Zeit)Reise ins Hippieparadies Goa und vergleicht „Gesternland mit Morgenland“. Kärntner Zeitzeugenberichte aus Kunst und Kultur (Burgis Paier, Raimund Spöck, Helmut Stockhammer, Karlheinz Miklin bzw. Elisabeth Grebenicek, Peter Umlauft, Helmut Friessner, Walter Schönsleben, Caroline und Jürgen Hudelist, Margarethe und Peter Resch etc.) führen die 68er Bewegung auch in unser Bundesland und diskutieren noch einmal die Auswirkungen wie auch Nachwirkungen dieser Epoche auf die gesamte Kulturszene. Was in der klassischen Musik geblieben ist und wie zahm oder auch wild die Revolution ausgefallen war, zeigt ein Rückblick auf die musikalischen Leistungen jener Zeit, in der ebenso Lyrik oder Kino zu einem hohen Gut wurden. Zeit ist wichtig, denn sie spiegelt Bewegung und Fortschritt und nie Stillstand. Sie zeigt wie vergänglich das eigene Sein ist und sie gibt uns Orientierungspunkte. Der traditionelle Buch- und Musik-Weihnachtskalender hilft den Lesern, sich diesbezüglich sich ein wenig zu orientieren.

Die aktuellen Kulturpreisträger (der Preis des Landes ging an den Komponisten Kaufmann) und Baupreisträger (Firmenzentrum Roth in Feldkirchen) waren in der Vergangenheit wichtig und werden es in Zukunft sein, vielleicht wichtiger als im Moment und sie werden als Leitfiguren und Vorbilder, immer versehen mit der kritischen Distanz, für die kommenden Generationen dienen. Wie werden die Kunstankäufe und Galerienförderungen (die Bruecke präsentiert die Ankäufe 2008) künftig gesehen? Bereits die heutigen Wege führen in die „richtige Richtung“, denn eine unabhängige Jury setzt fest, wie sie zustande kommen und wie Kunst für Kunst entstehen sollte.

Rund um Weihnachten und Neujahr gibt es in der Brücke noch andere Anlässe zu feiern: der 50. Geburtstag des Stardirigenten Fabio Luisi mit einem Konzert der Wiener Symphoniker im Musikverein Kärnten, 60 Jahre Madrigalchor oder zum Abschluss der 125. Geburtstag von Franz Kafka. Auch die Weihnachten werden uns bald schon wieder überholt haben, um mit der gleichen Faszination an Kitsch wie wahren Werten an Tradition und Verbundenheit zu begegnen. Und im neuen Jahr darf man sich im Februar schon wieder auf die nächste Bruecke mit einem intensiven Blick auf die Kulturpreisträger und auf den (Über)Maler Arnulf Rainer in der gewohnt hohen Qualität freuen.

Rückfragehinweis: Landeskulturabteilung/DIE BRUECKE
Redaktion: Michael Herzog/Günther M. Trauhsnig
Fotos: DIE BRUECKE-kaernten.kunst.kultur

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