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Schöne Gesellschaft

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Schöne Gesellschaft

geschrieben am 05.08.2013 11:15

Damen und Knaben in Porträts sowie intime Winterlandschaften und abstrakte Bergmotive unter dem Dobratsch stehen „im Blickpunkt“ des Museums des Nötscher Kreises, das mit den Künstlern Anton Kolig, Franz Wiegele, Sebastian Isepp und Anton Mahringer sein 15-Jahr-Jubiläum begeht.

Knaben und Damen am Fuße des Dobratsch

Kolig, Wiegele, Mahringer und Isepp im Blickpunkt des Museums des Nötscher Kreises

 

Zum 15-jährigen Bestehen des Museums

des Nötscher Kreises wurde mit der Ausstellung

„Im Blickpunkt“ eine Schau

zusammengestellt, die das Schaffen der

vier ehemals hier ansässigen Künstler

beeindruckend darlegt. Kuratiert von Jutta

M. Pichler, konzentriert sich die Zusammenstellung

der Werke auf jeweils ein

Bildmotiv, das anhand schöner und seltener

Werke aufgearbeitet wird. Es sind

zugleich aber auch jene Themen, die ganz

persönlich für das Anliegen der Künstler

sprechen, worin sich ihre künstlerische

Überzeugung und malerisch-technische

Herausforderung deutlich widerspiegeln.

So wird Anton Kolig mit Knabenbildnissen,

Franz Wiegele mit Damenbildern, Sebastian

Isepp mit Winterlandschaften und

Anton Mahringer mit Ansichten des Dobratsch

präsentiert. Die einzelnen Räume

sind chronologisch aufgebaut.

 

 

 

 

Männer.Akte. Im ersten Raum, der

Anton Kolig gewidmet ist, wird man von

einem frühen Knabenbildnis aus 1909

empfangen. Bemerkenswert in dieser

Ausnahmearbeit ist neben der elegantzierlichen

wie auch frappierend-sinnlichen

Darstellungsweise des Knaben vor allem

der Blauton, mit welchem das Laken oder

Bett gemalt ist. Das überaus kräftige,

durchdringende Lapislazuliblau erinnert

unweigerlich an die schönen Altäre des

hohen Mittelalters und die frühe Freskomalerei

Mittelitaliens. Es ist auch genau

jene brillante Farbigkeit, die das Besondere

der Kärntner Malerei der ersten

Hälfte des 20. Jahrhunderts ausmacht und

in der Folge in den weiteren Werken zu

finden ist. Die Entwicklung des Männeraktes

kann anhand der zehn ausgestellten

Werke Koligs mit Spannung wahrgenommen

werden.

 

 

 

Intime.Landschaft. Sieben Winterlandschaften

von Sebastian Isepp schmücken

den nächsten Raum. Sie alle sind zwischen

1905 und 1910 entstanden und ausgewählte

Beispiele dieses Themas (etwa die

„Kleine Lärche“), wobei das Stickbild eine

wirkliche Rarität darstellt. Traumverhangen

und lieblich, in sich verfangen zeigt

die Stickerei in zarten Pastelltönen das

Muster einer intimen Landschaft, das zwar

die Handschrift des Jugendstils trägt,

nichts jedoch mit der Prunkhaftigkeit etwa

eines Gustav Klimt gemeinsam hat. Als

auch bildhauerisch und kunsthandwerklich

hochbegabter Künstler war Isepp von

1908 bis 1918 jährlich bei den Frühjahrsausstellungen

der Wiener Secession vertreten.



 

Damen.Porträts. Im nächsten Raum

befinden sich nun eine ganze Reihe von

Damen- und Mädchenbildnissen von Franz

Wiegele. Sofort wird man von der Strahlkraft

der Farben und seiner meisterhaften

Lichtführung in Bann gezogen, ebenso von

den lebendigen Gesichtern, vielfach fröhlich

und doch berührend durch die mit

Sensibilität gearbeiteten Charakterzüge.

Hier finden sich berühmte Arbeiten wie

das „Porträt Frau von Gonzbach I“ und

auch „Die Schwestern“ so wie ein nie

gezeigtes, jüngst entdecktes Werk: „Porträt

Schnucky“ (1925). Wiegele vereint in

seinen Damenporträts sowohl den

Anspruch fröhlicher, familiärer Repräsentation

wie auch das Festhalten einer

bestimmten Stimmung eines Landstriches

oder Lebensumstandes, festgemacht an

eine Zeit, die kurz vor Ausbruch des

Zweiten Weltkrieges stand.



 

 

Berg.Motive. Im letzten Raum befinden

sich zwölf Arbeiten von Anton Mahringer.

Vom jüngsten Maler des Nötscher Kreises

findet man linker Hand sein frühestes

Werk einer Dobratsch-Ansicht aus 1928.

Noch im pastosem Malstil ausgeführt,

kann man die anschließende Entwicklung

seiner Malerei bis hin zur fast gänzlichen

Auflösung in die Abstraktion in diesem

einem Raum erkennen, der somit gleichsam

einen Beleg für die Entwicklung der

Modernen Malerei an sich darstellt. Gerade

das Motiv des mächtigen Berges kommt

Mahringers künstlerischem Anliegen

zugute: De- und Konstruktion einzelner

Flächen und deren lichte, blockartige

Binnenstruktur werden, anhand des

immer gleichen Motivs, über die Jahrzehnte

kontinuierlich und behutsam erarbeitet.

Insgesamt verkörpert die Ausstellung

dank der vielen Leihgaben aus privatem

und öffentlichem Besitz einen bedeutenden

Angelpunkt in der Entwicklung

österreichischer Bildender Kunst. Sie legt

das Erbe einer Generation umfassend dar,

ausgewiesen durch höchste malerische

Qualität – wodurch die Schatten jener Zeit

verblassen.



 

Sonja Traar

 




 

IM BLICKPUNKT


Isepp, Kolig, Wiegele, Mahringer


Museum des Nötscher Kreises

Sonderausstellung zum 15-Jahr-Jubiläum


Nötsch im Gailtal, bis 27. Oktober 2013

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 14 – 18 Uhr

Schulklassen und Gruppen auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung

www.noetscherkreis.at



 

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