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geschrieben am 07.08.2015 08:11

Unsere sommerliche Ausstellungstour gibt Ihnen einen kurzen Überblick über die aktuellen Ausstellungen in Kärnten.

Eine sommerliche Ausstellungstour

Von der Galerie Walker über das Museum des Nötscher Kreises in das [kunstwerk]Krastal und zu Grünspan

Galerie Walker – Impuls Natur. In ihrer Sommeraustellung zeigt die Galerie Walker im gewohnt stimmungsvollen Ambiente des Landschlosses Ebenau im Rosental Kunstwerke zum Thema Natur. Als Künstler vertreten sind diesmal Christy Astuy, C.L. Attersee, Andrea Bischof, Alexandra Deutsch, Cornelius Kolig, Michael Kos, Christine de Pauli, Lucia Pescador, Karin Pliem, Barbara Putz- Plecko und Max Weiler.

Die Natur und ihre Prozesse hat der Mensch stets zu beherrschen versucht. Die Fortdauer, Vielfalt und Kraft dieses Phänomens regen nach wie vor an, sie erforschen und begreifen zu wollen. In künstlerischen Prozessen geschieht dies durch mimetische Erfassung wie durch fantasievolle Umgestaltung und Verfremdung.

Die einzelnen Positionen in der Gruppenausstellung geben die Natur einerseits in ihrer ästhetischen Erscheinung wieder, zugleich wird der ihr innewohnende Moment der Vergänglichkeit, des Verderbens aufzuhalten versucht, das natürliche Material zum Bestandteil der Gestaltung, die Reflexion des Menschen auf seine Außenwelt zum Angelpunkt und Impulsgeber gestalterischer Auseinandersetzung – bis Ende August.

Im Kunstraum Walker in Klagenfurt am Wörthersee werden von Carolin Walker Arbeiten (Stasi Neutrale) des italienischen Künstlers Silvano Rubino, der zur Zeit auch auf der Biennale in Venedig ausstellt, gezeigt – bis 30. September.

Nötscher Kreis – Wege zum Bild.
Im Naturpark Dobratsch befindet sich das Museum des Nötscher Kreises. Hier werden seit 1998 alljährlich Werke der Maler Sebastian Isepp, Anton Kolig, Franz Wiegele und Anton Mahringer ausgestellt. Aus der umfangreichen kunsthistorischen Bearbeitung des Nötscher Kreises durch den Wiener Kunsthistoriker Otmar Rychlik wird die Malerei dieser Künstlergruppe auch weiterhin aus verschiedenen Blickwinkeln für den Betrachter in Ausstellungen aufbereitet. Heuer steht die Skizze, die vorbereitende Arbeitsphase zum großen Werk, sowie die Variation über ein bildliches Motiv im Brennpunkt des Interesses um die Malerei.

Die vorhandenen Bleistiftzeichnungen auf Papier, beispielsweise des Mädchens zum großformatigen Porträt der Familie Franz Wiegeles Bruders Alfred, zeigt die sich minimal unterscheidenden Posen. Die Studie gilt hier nicht nur der Gestik, sondern auch dem Gesichtsausdruck und somit der Stimmung der kleinen Tochter. Die kleinformatigen Ölbilder, Dame in Grün (1920/21), sind vorbereitende Arbeiten zu auch eben diesem Familienbildnis. In der Variation der sitzenden Frau in grünem Kleid erprobt Wiegele Körperhaltung, Kopfneigung und Farbigkeit am Modell Luise Zodel, bevor der Künstler die Figur seiner Schwägerin Maditha in der Bleistiftzeichnung gestalterisch für das Bild Die glückliche Familie (1932/33) festlegt hat.

Ganz anders zur teils schillernden, vibrierenden Oberflächenbehandlung und teils sehr sachlichen Wiedergabe des Motivs durch Wiegele, sind die Figuren Koligs aus ihrem Körper heraus gearbeitet, die durch ihre einheitlichere Farbqualität ihre Wirkkraft entfalten. Selbst bei den kleinen variierenden Formaten kommt Raum und Körper mehr zur Geltung. Isepp liegt in seinen Landschaftsbildern, die einen kleinen intimen Ausschnitt seiner Umwelt wiedergeben, an der Grenze zum Dekorativen, dem organischen und somit allem physischen Enthobenen. Mahringer variiert in seiner Linearität Bildanlässe seiner Umgebung, dichten Waldbestand und Maiskolben – bis 1. November.

Die jüngsten Arbeiten der Enkelin Franz Wiegeles, Michaela Wiegele sind unter dem Titel Gaia in der Bäckerei im Museumsgebäude ausgestellt (mehr dazu unter Horizonte in der aktuellen Ausgabe).

[kunstwerk] Krastal – denk*mal.
Das 48. internationale Bildhauersymposion und seine interdisziplinären Projekte stehen unter dem Motto des Denkmals. Als Standbild im öffentlichen Raum hat sich seine Aufgabe verändert. Es ist nicht mehr Stellvertreter des Herrschenden auf überhohem Sockel. Das Denkmal der Glorifizierung einstiger Helden und geschlagener Schlachten ist zum Mahnmal und Zeichen völkischer Verbrechen geworden. Der Problematik der zeitgenössischen Bildhauerei wurde versucht mittels der Beiträge von Hubert Sieleckis Filmprojektion „Das andere Buch“ und der Arbeiten des Duos Zweintopf (Eva und Gerhard Pichler) nachzugehen. Die Installationen und medialen Raumgestaltungen von zweintopf untersuchen optische Effekte, Wahrnehmungsphänomene und gesellschaftskritische Positionen.

Literarische Denkmale im Hinblick auf Politik & Poesie kamen im Krastal auch von den Autoren Katja Sturm-Schnabl, Julya Rabinowich, Helen Brown und Alex Karner (mehr dazu ab Seite 24 in der aktuellen Ausgabe), die in ihren Beiträgen Dialektdichtung innerhalb der Literatur, Sprache und Diskriminierung sowie Menschenwürde und Nationalstaat behandelten.

Der Abschluss des Symposions im Steinbruch der Firma Lauster wurde Ende Juli beim Bildhauerhaus in der Gemeinde Treffen bei Villach gefeiert. Ab dann sind die Werke der beteiligten Künstler – Erika Inger, Herbert Golser, Alfred Woschitz, Brigitte Sasshofer, Heliane Wiesauer- Reiterer, Peter H. Schurz und Wolfgang Wohlfahrt – auf dem Symposionsplatz aufgestellt und bis zur Präsentation der Bildhauerarbeiten des kommenden Jahres frei zugänglich. Ergänzend wird im Krastal vom 7. bis 15. August von Hans-Joachim Thiele ein Keramikworkshop angeboten.

Zur Vertiefung: Inger und Wohlfahrt haben heuer einen umfassenden Band über ihre gemeinsamen Projekte sowie ihre Kunst im öffentlichen Raum unter dem Titel „innen und aussen“ vorgelegt (Bozen, Verlag Edition Raetia). Von Heliane Wiesauer-Reiterer erschien im Mai bei Ritter die Monographie „Metamorphosia, Konstrukt und Natur“.

Erika Inger wird zudem im August eine Personale gewidmet. Die Südtirolerin eröffnet am 8. August „Fins – Steinwelten“ im Bildhauerhaus. Sie setzt Land Art-Konzepte, Kunst am Bau-Projekte um, arbeitet vorwiegend nach formal ästhetischen Kriterien, versteht ihre Arbeit aber stets als Eingriff in der Natur, als Schnittstelle von Natur und Kultur. Die Behandlung ähnlicher Formen an unterschiedlichen Materialien, wie sie aktuell in Einöde zu sehen sind, eröffnen ein weiteres Spannungsfeld – Finissage 21. August.

Grünspan – Kontemplation.
Im Kunstverein Grünspan thematisieren zwei unterschiedliche Bewusstseinszustände das heurige Sommerprogramm: Kontemplation und Furor. Von Juni bis Ende Juli waren die Werke des Künstlerehepaars Christa Hauer (1925-2013) und Johann Fruhmann (1928-1985) ausgestellt, zweier hervorragender Künstlerpersönlichkeiten der jüngeren österreichischen Kunstgeschichte, die dem Informell zuzurechnen sind. Johann Fruhmann, in Weißenstein ge boren, studierte am Beginn seiner Laufbahn bei Alfred Graf Wickenburg an der Kunstgewerbeschule in Graz, um dann zwanzigjährig mit profunden technischen Fähigkeiten nach Wien an die Akademie der bildenden Künste zu wechseln. Seine einzelnen Werkphasen sind von konkreten Formen wie Kreis und Rundbogen, einer lyrisch-expressiven Kraft und dynamischen Farbklängen geprägt. Fruhmann, der auch im internationalen Kunstbetrieb in Erscheinung trat, aktiviert eine sinnliche Balance von Intuition und Intellekt (Peter Baum).

Unter dem Motto des ungebändigten Zorns, der Wut, der rasenden Leidenschaft zeigen die Kärntner Künstler Alois Köchl und Reimo Wukounig Furor von August bis 4. Oktober. Geistige Anleihe wird bei Peter Sloterdijk genommen, der auf den Selbstgeburtskampf eines Individuums und seiner vom Schicksal bestimmten Entwicklung eingeht (mehr dazu unter Horizonte in der aktuellen Ausgabe).

Daphne Maria Gerzabek



www.galerie-walker.at


www.noetscherkreis.at


www.krastal.com


www.ritterbooks.com


www.gruenspan.org

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