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Volks-Kultur-Kino

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Volks-Kultur-Kino

geschrieben am 01.04.2009 17:00

Zwischen Klagenfurt und der Kulturstadt Linz gibt es einen himmelhohen Unterschied: Kinokultur muss in Klagenfurt erst aus dem Dornröschenschlaf erwachen – kein Vergleich, meint DIE BRUECKE.

„Linz ist der Arsch der Welt“ versuchte erst jüngst der Schriftsteller Franzobel in einem ORF-Interview zu begründen und gleichzeitig zu relativieren. Schließlich ist Linz in diesem Jahr Kulturhauptstadt und wenn die oberösterreichische Metropole auch den Charme einer ländlichen Marktstadt, die früher im Rauch der Industrie zu ersticken drohte, sich bewahren konnte, so ist die Kultur schon lange ein fester Bestandteil der Stadt an der Donau. Bernhard Gutschier vom Volkskino blickt wehmutsvoll auf die einstige Industriestadt, die nun Kulturstadt geworden ist. Aber nicht nur Linz, auch St. Pölten, Wels oder Villach leben Kultur und bieten den Leuten Orte zum Wohlfühlen an. Etwas, so scheint es, was dem seit 1985 bestehenden Volkskino kurz vor dem 25-Jahr Jubiläum abhanden gekommen ist. Während in Linz das Moviemento und City Kino im vergangenen Jahr 142.604 Besucher zählen konnte (die Einwohnerzahl der gesamten Stadt beträgt etwa 190.000 Menschen!) und mit fünf Sälen, Mediathek und drei Gastronomiebetrieben eine Infrastruktur geschaffen wurde, die auch in Zukunft für eine volle Auslastung sorgen wird, ist das Volkskino ein Relikt einer längst vergangenen Zeit.

Wolfgang Steininger vom Moviemento in Linz findet „selbst damit zur Zeit kaum das Auslangen, da das Programmangebot sie reichhaltig ist“. So gut funktioniert dort die Verbindung von Kultur und Kinounterhaltung. Dagegen war in Klagenfurt der heutige Kinosaal seit Anfang an nur als Ausweichquartier für den eigentlichen Saal gedacht. Eine Neuadaptierung und Mitbenützung des zumeist leerstehenden großen Saales, konnte bis jetzt noch nicht durchgebracht werden. In letzter Zeit war man deshalb ständig auf der Suche nach einem Ort, wo man diese Dinge realisieren könnte. Anders in Linz: Das Theater Phönix fungiert als erfolgreiche Mittelbühne. Es wurde 1989 gegründet, hat drei Spielstätten, insgesamt 45 Mitarbeiter und pro Jahr etwa 25.000 Zuseher. Es bietet eine große Bandbreite an verschiedenen Theaterformen, die sowohl jungen Autoren als auch etablierten Projekten die Chance als eine Plattform geben. Weiters benützt man den Posthof als Hafen für kulturelle Events aller Art.

Es sind Orte der Begegnung, die man in Klagenfurt in dieser Form nicht finden kann. „Unser Hauptpublikum besteht aus Akademikern sowie einem etwas reiferen Klientel“ sagt Bernhard Gutschier „und diese, die einen hohen Standard gewohnt sind, sollen nun in unserem kleinen Kino ohne jeglichen Standard und Ambiente Platz nehmen, während etwa Schüler und Lehrlinge in der Cine-City Spitzenkomfort genießen können“. Zum Glück kommen die Menschen aber wegen den Filmen und wenn die Rahmenbedingungen auch noch passen, wie im Sommer im Burghof, dann kann man durchwegs auch kleinere Erfolge feiern. Bleibt zu hoffen, dass sich diese rasch ändert und das Volkskino er“volk“reich in die Zukunft blicken kann um nicht ewig in den Nordwesten von Österreich, nach Linz, schauen zu müssen.
Michael Herzog

Programm und weitere Infos: www.volkskino.com

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