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Wasser zum Leben

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Wasser zum Leben

geschrieben am 05.05.2008 17:51

Der Ursprung allen Lebens ist das Wasser. Heute macht „Kärnten wasser.reich“ die Bedeutung dieses Elementes deutlich. Im antiken Griechenland erschütterte Thales von Milet das Weltbild als er dem Ursprung des Wassers folgte.

Was den Reichtum an Bächen, Flüssen und Seen angeht, kann es so schnell kein Land mit Kärnten aufnehmen, nicht einmal ein ob seiner landschaftlichen Reize allgemein geschätztes Reiseziel wie Griechenland. Allzu sehr brauchen sich die Griechen darüber allerdings nicht zu grämen, schließlich sind sie ja mit Wasser in anderer Form mehr als reich gesegnet – ein Leben ohne dem Meer wäre für sie nämlich mindestens so undenkbar wie Kärnten ohne seine Berge und Seen.

Diese Verbundenheit zum nassen Element ist bei den Griechen umso enger, als das Meer für sie schon immer auch und vor allem ein Tor zur Welt darstellte – schließlich war ja die Seefahrt trotz aller damit verbundenen Gefahren lange Zeit die weitaus schnellste und bequemste Form des Reisens. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Hellenen schon früh seetüchtige Schiffe entwickelten und immer fernere Küsten ansteuerten. Nicht wenige von ihnen ließen sich sogar dauerhaft in der Fremde nieder und fanden in Übersee eine neue Heimat. In Ionien, an der Westküste der heutigen Türkei, entstand so eine ganze Reihe blühender Griechenstädte, die ihren geradezu sprichwörtlichen Reichtum hauptsächlich der verkehrstechnisch günstigen Lage und dem Geschick ihrer Bewohner als Handwerker und Händler verdankten.

Unter diesen international erfolgreichen Kaufleuten befand sich im 7. Jh. v. Chr. auch ein Mann, der mit seinen Fähigkeiten und Talenten die ganze Fülle des Kultur- und Geisteslebens Ioniens verkörperte. Die Rede ist von keinem Geringeren als Thales aus Milet, Spross einer der vornehmsten Familien seiner Heimatstadt, der auf seinen Geschäftsreisen weite Teile des östlichen Mittelmeerraums besuchte und dabei keineswegs nur am schnöden Mammon, sondern auch an Kunst, Kultur und vor allem neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert war. So erwarb er sich im Lauf der Zeit umfangreiches Wissen auf den unterschiedlichsten Gebieten, wobei es ihm die Naturwissenschaften besonders angetan hatten. Vor allem die grundlegende Frage nach der „arché“, dem Ursprung und damit der Grundlage allen Lebens, fesselte ihn und er gab schließlich auch als einer der Ersten darauf eine klare Antwort: das den Griechen so vertraute Wasser sei dieser Urstoff, unabänderlich, unsichtbar und doch allgegenwärtig. Dem zufolge stamme auch alles Leben aus dem Wasser und die übrigen Grundelemente Erde, Feuer und Luft seien erst durch Prozesse des Verfestigens und Verflüssigens dieses Urstoffs entstanden.

Was uns heute aufgrund der Kenntnisse der modernen Chemie und Physik altbekannt und wenig spektakulär erscheint, war zu Thales´ Lebzeiten eine geistige Revolution, wurde doch damit das gesamte altgriechische Weltbild auf den Kopf gestellt und die bislang als allmächtig geltenden Götter des Olymps gewissermaßen für „arbeitslos“ erklärt – für solche Gottlosigkeit konnte man im damaligen Griechenland seinen Kopf verlieren! Glücklicherweise lebte Thales jedoch in einer überaus toleranten und weltoffenen Stadt, sodass seine ketzerischen Thesen zwar durchaus nicht von allen Mitbürgern geteilt, aber zumindest nicht offiziell angegriffen oder gar verboten wurden. So blieben seine Theorien und Erkenntnisse durch die Jahrhunderte bekannt und konnten schließlich wesentlich zur Entwicklung der modernen Naturwissenschaften beitragen; nicht zuletzt die grundlegende Ansicht, dass „am Anfang das Wasser gewesen sei.“
Mario Rausch

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