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Wasser.Reich

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Wasser.Reich

geschrieben am 02.06.2009 14:58

Als Wassermetropole Kärntens wurde Gmünd zwar voriges Jahr abgelöst, doch auch heuer kann man „mit den Augen hören und den Ohren staunen“: Denn das Pankratium steht nicht nur mit der Ausstellung von Michaela Wiegele ganz im Zeichen des Wassers.

Malen ist für Michaela Christiane Wiegele ein Weg ins Innere. Und eine andere, geistige Welt tut sich auf. Es ist eine Form des bewussten Rückzugs in die Welt der Stille. Denn in der lauten nervtötenden Welt könnten die Bilder nicht entstehen, die Wiegele malt. Bilder, die die Räume verwandeln und die Kraft der Stille widerspiegeln, in der sie entstanden sind. Ihre Bilder entspringen aus einer Ahnung. Sie sind nicht beabsichtigt, sondern bisweilen ein Geschenk, bisweilen entstehen sie auch in geplanter Auseinandersetzung mit einem Thema, zum Beispiel mit dem Urelement Wasser. Sie sind Früchte der Stille. Früchte einer meditativen, offenen Haltung. Sie richtet den Blick nach innen, schaut auf den Grund und ist bereit, jenseits von fixen Projektionen sich von Bildern finden zu lassen. Die Künstlerin will stets in das Herz der Dinge schauen und das Verborgene, das Unbewusste erforschen und ans Licht bringen. Nicht nur in dieser Zielsetzung, sondern auch beim Schaffensprozess zeigen sich Parallelen zwischen der Malerin Wiegele und der italienischen Schriftstellerin Susanna Tamaro, die beschreibt, wie ihre Bücher, ohne dass sie den Vorgang willentlich beeinflussen könnte, aus ihr herausbrechen. Aber das alles hat nichts mit meinem Willen zu tun und das macht es so schwierig, dass man passiv bleiben muss. (Susanna Tamaro)
Grundvoraussetzung für Kreativität ist für beide die Entschleunigung, „Slow Life“. Malerei ist für Wiegele eine sehr kontemplative Tätigkeit. Malerei lässt sie in tiefer Verbundenheit mit dem Leben sein. Mit den Bäumen, den Tieren und Menschen, die ihr begegnen. Ihr Blick ist auf Schönheit gerichtet. Schönheit und Harmonie sind Wesensmerkmale ihrer Malerei. Hilfreich ist für sie der Weg über die Musik zu Bildern, vor allem über sakrale Musik aus dem 14.,15. und 18. Jh., die den Weg zum Geist öffnet und den Einstieg in die Malerei begleitet. Leben und Werk sind bei Wiegele untrennbar miteinander verbunden. Ihre Bilder sind Schritte auf einem Weg, ihrem Lebensweg. Viele Bilder führen weiter zu anderen Bildern. Manche Bilder machen den Weg sichtbar. Manche zeigen Ausschnitte des Weges.
Michaela Wiegeles Ausstellung „und darüber hinaus …“ im pankratiumgmünd wandelt das Thema der aktuellen Sonderausstellung „mit den augen hören / mit den ohren sehen“ zum Motto „mit den ohren malen“ ab. Bei einigen der gezeigten Bilder ging die Künstlerin vom Ohr aus. Von Räumen, die durch Naturtöne, Wassergeräusche gebildet werden. Diese natürlichen Klangräume werden sichtbar gemacht.
Die Bilder Wiegeles treten in Beziehung zur Architektur des ehemaligen „St.Antonius Spitals“, eines der ältesten Gebäude der Künstlerstadt Gmünd und zum Inneren des Gebäudes, zur interaktiven Erlebniswelt „pankratiumgmünd – das haus des staunens“, die heuer durch einen KlangKunstGarten erweitert wurde. Dieser lädt zu einem Rundgang in ein Klangbiotop der besonderen Art ein: Vorbei an einem Klanghäuschen mit einer Sammlung außergewöhnlicher Musikinstrumente erwarten den Besucher die sphärisch- singenden Töne der Windharfe und des Riesenchimes. Ein Klangmobile aus Sägeblättern von Fritz Russ, ein Wasserklangbrunnen von Leopold Schlögl, ein Klangdrachen von KISA, ein Gartenxylophon und der „Eschenklang“ von Wolfgang Hoffelner führen in eine faszinierende, in sich gestimmte Klangwelt, so der künstlerische Leiter Manfred Tischitz. Ein Wünschelrutenweg und ein harmonikales Licht-Labyrinth runden den sinnlich meditativen Spaziergang ab. Von dem wir wieder zurückkehren ins Innere des Gebäudes zur Ausstellung „und darüber hinaus…“, zu einer Ausstellung die thematisch sowohl zur Europaausstellung 2009 „Macht des Bildes – Visionen des Göttlichen“ in Bleiburg als auch zu der im Rahmen von Kärnten wasser.reich im Rittersaal des Stiftes Millstatt gezeigten Ausstellungsserie Wasser.Leben in Beziehung steht.
Die im pankratiumgmünd gezeigte Ausstellung Wiegeles umfasst 38 Werke. Die Titel der Werke wie zum Beispiel Strömendes / Wasserhörbilder / Zwischen Himmel und Erde / Felder oder Umbrien / Fruchtbar / Seelandschaft / Wasser, Fragmente einer Landschaft / Gleich wie der Regen und der Schnee / Stiller Grund verweisen auf die intensive Auseinandersetzung der Künstlerin mit Natur und Landschaft.
Nichts liegt der Darstellungsweise Wiegeles jedoch ferner als die figurative, naturgetreue Abbildung konkreter Landschaften und doch erkennen Betrachter in ihren Bildwelten Vertrautes, Fragmente realer Landschaften wieder, die bisweilen die Künstlerin selbst noch nie gesehen hat. Entsprechen die inneren Landschaften Wiegeles archetypischen Landschaften? Es ist als ob die Künstlerin die Herzen und Seelen friedlich pulsierender Landschaften wahrnimmt und porträtiert. Der Grenzen auflösende Blick unendlicher Liebe, der den Malakt von Michaela Christiane Wiegele begleitet, führt über das Vertraute, über das Bewusste hinaus in eine Welt der Harmonie, ins Paradies. Winfried Steiner

„mit den augen hören – mit den ohren sehen“
Sonderausstellung
www.pankratium.at
pankratiumgmünd
das haus des staunens

Hintere Gasse 60
A-9853 Gmünd/Ktn.
info@pankratium.at
Tel.04732 31144

Geöffnet bis Ende Oktober 2009
täglich von 10 – 18 Uhr
(für Schulen individuelle Vereinbarungen möglich)

Michaela Christiane Wiegele, geb. 1968, wuchs in Nötsch im Gailtal auf. Nach dem Besuch der Höheren Grafischen Bundeslehranstalt Wien und dem Studium der Philosophie, Pädagogik und Psychologie an der Universität Wien studierte sie an der Universität für angewandte Kunst bei Prof. Bernhard Leitner. Sie lebt und arbeitet als Malerin, Qigong- und Taijiitrainerin sowie Kunsterzieherin in Wien und Kärnten.

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