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Wege zur Abstraktion

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Wege zur Abstraktion

geschrieben am 08.06.2011 09:10

Maler, Kunstsammler und Schlossherr Carlo Kos macht auf Schloss Tentschach die Strukturen der Gegenstände sichtbar indem er sich von der rein figurativen Malerei loslöst. Das Schloss wird damit zu einem Ort der Kunst, welches in Kärnten einzigartig bleibt.

Vielfältiges Lebenswerk

Der Maler, Kunstsammler und Schlossherr Carlo Kos öffnet „Wege zur Abstraktion“



Aus heutiger Sicht scheint das gesamte Leben von Carlo Kos der Kunst gewidmet zu sein. Er ist nicht nur als Maler und Sammler weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt, sondern hat gerade für Kärntens Kulturlandschaft bedeutende Beiträge geleistet. Dazu gehört nicht zuletzt die Instandsetzung der Schlösser Tentschach, Drasing und Ehrenhausen, sowie des ältesten Hauses in Klagenfurt, der Goldenen Gans. Auch für die Gestaltung des Skulpturenparks im Klagenfurter Europapark machte er sich stark.

Die Grenzen sind dabei fließend und das eine bedingt das andere: so ist es nicht verwunderlich, dass Schloss Tentschach, das seit 1983 im Besitz von Carlo Kos ist, eine Art „Rahmen“ für seine eigenen, aber auch für seine gesammelten Werke und Objekte darstellt. Zugleich wird in der Gestaltung des Schlosses, besonders des Gartens, auch der umgekehrte Weg sichtbar, der sich in einem Übergreifen der künstlerischen Bildsprache des Malers Carlo Kos in die Landschaftsarchitektur offenbart. Hecken sind hier in geometrisch ordnender Weise angelegt, die auch in seinen abstrakten Arbeiten im Sinne einer Flächenstrukturierung ersichtlich wird.

Carlo Kos begann 1947 an der Wiener Akademie der Bildenden Künste sein Malereistudium, bei Albert Paris von Gütersloh. Schon sehr früh zog es ihn nach Paris, das ihn als kulturelles Zentrum prägen und zeitlebens beeinflussen sollte. In seiner frühen künstlerischen Tätigkeit stand nun auch die Auseinandersetzung mit den großen Malern der klassischen Moderne im Mittelpunkt. Seine Vorliebe für figurative Akt- und Porträtmalerei stellt bis heute einen wichtigen Teil seines gesamten OEuvres dar, das er im Hinblick auf stilistische Formensprachen bis hin zu kubistisch anmutenden Darstellungen variierte. Erstaunlich ist, dass er seit den späten 1950er-Jahren auch den Weg einer gegenstandslosen Formensprache verfolgte, in der er zu einer Vielzahl an Ausdrucksmöglichkeiten fand. Aus der Figur entwickelte Carlo Kos seine ersten abstrakten Arbeiten. Dazu kehrte er den Weg der alten Meister um: ordneten Michelangelo oder Raffael ihre Darstellungen nach strikten geometrischen Prinzipien an, mit deren Hilfe die Komposition erfassbar wurde, so begann er eben jene Geometrien und Ordnungsprinzipien in seinen Figuren zu suchen und hervorzukehren. Diese geometrische Bildordnung wurde für Kos zum wichtigsten Hilfsmittel seiner Bildgestaltung. Gleichzeitig gelang ihm in dem Sichtbarmachen der dem Gegenständlichen innewohnenden Strukturen die Loslösung von einer rein figurativen Malerei. Dieser Weg endete schließlich im völligen Verzicht auf gegenständliche Ausgangsformen. Mit Carlo Kos haben wir heute einen Künstler vor uns, dessen Werk sich zwischen Figuration und Abstraktion entfalten konnte.

Die noch bis einschließlich 12. Juni 2011 laufende Ausstellung Wege der Abstraktion im Schloss Tentschach soll nicht nur einen Teil des vielfältigen Lebenswerkes von Carlo Kos präsentieren, sondern auch seine Idee des Schlosses selbst als einen Ort der Kunst neu beleben und öffentlich zugänglich machen.

Theresa Pasterk


Zusatzinfo:
Besichtigungen des Schlosses und der Ausstellung im Rahmen geführter Rundgänge jeweils Freitag, Samstag und Sonntag um 11 und 15 Uhr. Ende der Ausstellung: 12. Juni 2011. Kontakt: Schloss Tentschach, 9061 Klagenfurt, 0680-1158240, tpasterk@ ymail.com.

Carlo Kos, geb. 1923 in Laibach, studierte 1947- 52 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Albert Paris von Gütersloh. 1953 erste Reise und Studium in Paris. 1956 Beginn Restaurierung Schloss Ehrenhausen. Lernt Madame Lissitzky kennen und erwirbt Bilder von Chagall und Paul Klee, Auftakt zur Sammlung. 1961 Restaurierung Schloss Drasing, 1973 der Goldenen Gans. Seit 1983 Besitzer von Schloss Tentschach. Zahlreiche Ausstellungen, u. a. in Paris und Jakarta.

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