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Weite Strecken

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Weite Strecken

geschrieben am 31.03.2008 15:00

Tragische Momente gibt es zwischen Klagenfurt und Montreal genug. Mit den Wombats, Joy Division, Nick Cave sowie spannenden Ballhaus und ((stereo)) Veranstaltungen erzielt die Brücke den Ausgleich.

Unbekannte Vergnügungen von Montreal bis Klagenfurt

Tragödien töten. Kinder und Erwachsenenherz. Tragödien töten dutzende Rinderkälber während des Transports durch halb Europa und Tragödien töten ganze Dörfer mit einem dreiminütigen Beben.
Es hakt der Vergleich – denn es ist nicht wirklich „tragisch“, dass der Film „Control“ es fast nicht in Klagenfurts Kinos „geschafft“ hat. Niemand wäre daran gestorben und es war keine grobe Fahrlässigkeit. Es waren angeblich einfach zu wenige Filmrollen für den Vertrieb vorhanden. Eine kleine Tragödie wäre es trotzdem geworden… ja, wenn sich nicht das Volkskino der mehrfach ausgezeichneten Filmbiographie über das kurze Leben von Joy-Division-Sänger Ian Curtis und dem Einfluss auf die spätere englische Musikszene erbarmt hätte (siehe auch Filmtipp Seite 43).

„Let love tear us apart … let it tear us apart. Let`s dance to Joy Divison and celebrate the irony...“ trällern The Wombats (der aktuelle Hype aus England) und landeten damit im Vorjahr auf Platz 15 der UKCharts und kürzlich auf dem Cover des britischen New Musical Express (N.M.E.). Eben jenes Magazin, welches „Love will tear us apart“ von Joy Division im Jahr 2003 zur besten Single aller Zeiten wählte… Mehr dazu bzw. über Ian Curtis und Joy Division und über Anton Corbijn im world wide web u know

„Let Love tear us apart ….. let it tear us apart. Let`s dance to joy division and celebrate the irony …“ trällern The Wombats (der aktuelle Hype aus England, siehe dazu auch ihr Konzert im New Age Club bei Treviso/Seite 6)… Infos dazu gibt es ja wirklich im „allmächtigen“ Internet genug. Aber irgendwie ist „Unknown Pleasures“ auch bezeichnend für jene Konzerte in Kärnten, wohin sich kaum Menschen verirren. Dabei wäre das Prinzip denkbar einfach. Als ich zuletzt im Vereinten Königreich war, tauschte ich gerne eben jene Wombats für ein Konzert der wesentlich unbekannteren „Of Montreal“ und eines von „The Cure“ für die kaum bekannten „Hold Steady“. Beides US-Bands (im Gegensatz zum aktuellen UK-Hype) und für mich DIE Bands des vergangenen Jahres. Man sollte nicht immer zum Naheliegendsten greifen.

So ist auch die Qualität von Jesus Christ Superstar im Stadttheater unbestritten und wer zu Zucchero (am 26. April Messeplatz Eurofanzone) oder Herbert Grönemeyer (18. Juli Hypo Group Arena) geht, wird sich bestens unterhalten. Man könnte aber auch „den Bockerer“ Karl „Mundl“ Merkatz am 11. April im Volxhaus besuchen“, um der Tragik des Lebens komische Aspekte abzugewinnen. Und weil die Welt sowieso ein Tollhaus von verschiedenen Gefühlstönungen ist, verlangen emotionale Texte auch emotionale Musik. Solche wie sie das Frau/Mann-Duo Grossstadtgeflüster am 23. April (ebenfalls dank Ballhaus im Volxhaus) auf die Bühne bringen. Emotionen anderer Natur hört man in der Punkmusik von „No Use for a Name“. Zwar wird bei ihnen der Punk mit „p“ wie Pop geschrieben, aber dieses „p“ ist nicht so groß wie bei Green Day. Wie bei Bad Religion, Rancid und Pennywise nähern sich auch „No Use for a Name“ zwar dem Pop, um aber rechtzeitig die Kurve zur nächsten Pogo-Party (am 16. April gastieren sie im Stereoclub in Klagenfurt) zu nehmen.

Wenn man zum Weiterentfernten greift, könnte man eine Menge Überraschungen erleben. Der Sprung von der Enttäuschung zum Höhepunkt ist wie im ganzen Leben zwar nur sehr klein aber durchaus das Risiko wert. Wie auch letztens bei Nick Cave und seiner neuen Platte „Dig, Lazerus, Dig“, die ihn wieder als jenen musikalischen Dandy-Prediger aus seiner Tender Prey Phase zeigt, bevor er sich mit Büchern, Kylie-Minogue- Duetten und Mörderballaden verzettelte. Cave und seine Bad Seeds (im Rahmen ihrer Europatour 08 am 25. Mai im Gasometer Wien) haben aber gehörig Respekt verdient, denn mit der neuen Platte haben sie den nahen Erfolg hinter sich gelassen, etwas riskiert und letztlich sehr viel gewonnen. MaScha/Michael Herzog

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