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Zwei Spiegel.Bilder

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Zwei Spiegel.Bilder

geschrieben am 03.11.2008 12:27

Gernot Fischer-Kondratovich und Siegfried Zaworka kommen in der Galerie Unart wieder zusammen, um Räume zu schaffen, die Spiegel für die Menschen sind. Zugleich werden in Villach neben der Ausstellung auch die neuen Kataloge der beiden Künstler vorgestellt.

Das Rätsel des Menschseins beschäftigt sowohl Gernot Fischer-Kondratovich als auch Siegfried Zaworka anläßlich ihrer Ausstellungen in der Galerie Unart in Villach (13. bis 27. November), in deren Rahmen auch ihre beiden neuen Kataloge („Kleine Welt – Großer Platz“ von Fischer u. „Schließe Deine Augen“ von Zaworka) zu ihren jüngsten Werken präsentiert werden. Dabei wandert Fischer gemeinsam mit den Besuchern, indem er sie bildlich bei der Hand nimmt, über den großen Platz der Zeit.
Plätze haben etwas Historisches (man denke nur an den Platz des himmlischen Friedens in Peking). Und auch Fischers Werke, die über die Gattungsgrenzen hinausgehen und mit Filmen, Musik und Videos spielen, entziehen sich nicht dieser Vergänglichkeit des Menschseins.
Die Plätze sind von Geschichte und Propaganda und heutzutage von Werbung unterwandert und bilden Orte, auf die es die Zeichen der Zeit regnet, sagt der Künstler. Er verwendet deshalb auch eine geschichtliche Sprache (von Fidel Castro bis George W. Bush werden hierbei immer wieder auch Gegensätze gebildet). Die sichtbaren historischen Schriften und Texte lassen einen Gegenentwurf zur Medienästhetik entstehen, wie es der Kurator des Essl-Museums in Klosterneuburg Günther Oberhollenzer beschreibt. Die Menschen, die dort aufzufinden sind, wirken einsam, isoliert und wenn man sie aus der Vogelperspektive wie auf den Bildern betrachtet, so stellt man fest: sie wirken wie anonyme Ameisen, die zwar fleißig für den Alltag arbeiten, doch nach nichts Festem streben und damit völlig sinnentleert sind. Sie hasten von einem Fleck zum anderen, vergessen dabei die Zeit, und trotz aller Bewegung will keine Dynamik entstehen. Mit der Zeit geht auch das Individuelle verloren. Durch das Festhalten und Transformieren wird die verrinnende Zeit deutlich, wobei dieser Prozess, der sich überall auf der Welt von Sekunden bis Jahren abspielt, von Gernot Fischer inszeniert wird, denn die Plätze werden zu einer Bühne und die Menschen zu ihren Akteuren.
Der Bilderzyklus von Siegfried Zaworka (die beiden nahmen übrigens gemeinsam ihren künstlerischen Weg vom Mozarteum in Salzburg aus, um danach Richtung Wien zu gehen) ist an gleicher Stelle (Galerie Unart) im November zu sehen. Auch hier geht es um Transformationen und Veränderungen, doch bei Zaworka richtet sich der Blick auf den Menschen selbst. Der Mensch blickt in den Spiegel und sieht sich selbst, doch was sieht er da? Ist er zufrieden mit dem was er sieht? Es geht darum, wie es Margit Zuckriegl formuliert, eine gesicherte, durch Konventionen abgeklärte Existenz zu verlassen, um sich einem anderen Reich, einer anderen Wirklichkeit anzunähern. Verwandlungen, Verzauberungen und Verwünschungen zeigen sich bei Zaworka am Menschen selbst. Das Gesicht wird zu einem Spiegel der Seele und seine Öffnungen, vor allem der Mund (Maul oder Rachen), bilden den Übergang von innen nach außen. Das Äußere bleibt allerdings stets der Teil zum Verbergen und gleicht einer Maske. Erst mit dem Eintritt ins Innere entsteht der äußere Eindruck, es wird alles Unsichtbare sichtbar: Himmel und Hölle, Lob und Verderben, Wahrheit und Trug. Rätsel entstehen, die das Menschsein bei beiden Künstlern aufgeben und die mit sehr eigenen Mitteln und Blicken eingefangen werden. Lösungen gibt es hier nicht, aber zumindest die Aussicht, die Welt, die Geschichte und schließlich uns selbst besser zu verstehen.

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