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kopf-head-glava Kärntenweites Kulturprojekt

geschrieben am 12.04.2017 11:13

Zu Beginn des Jahres 2016 lud der Kunstverein Kärnten in der Broschüre Programm 2016 – Künstlerhaus Klagenfurt Kulturschaffende, private und öffentliche Galerien, Museen und Kulturinstitutionen aller Sparten ein, im Zeitraum vom 1. Mai bis zum 26. Oktober 2017 am Projekt kopf- head-glava teilzunehmen. Die Grundidee des Projektes ist es, das zeitgenössische Kunstschaffen im Zeitraum von sechs Monaten zu einem einheitlichen Thema, jedoch in vielfältigen Facetten, zu präsentieren.


Vergleichbare kärntenweite Projekte wurden bereits vor mehr als einem Jahrzehnt realisiert, damals auf Initiative von Gerhild Tschachler-Nagy: Ameisen reisen zeilenweise (2001), Granatapfel (2004) und Solysombra (2006). Diesen Projekten folgte im Jahr 2008 das vom Land Kärnten organisierte K08 – Kunst aus Kärnten 1945 bis heute mit Ausstellungen in Klagenfurt, Bleiburg/Pliberk, Nötsch, Ossiach, Einöde bei Villach und in Saag bei Velden. K08 wurde unter der Federführung von Silvie Aigner in einem umfassenden, dreisprachigen Katalog dokumentiert, der eine Enzyklopädie der modernen bildenden Kunst und Architektur der Gegenwart darstellt.

Beschränkten sich die vorgenannten Projekte auf die bildende Kunst, so ist die Intention des Projektes kopf-head-glava, die Künste möglichst spartenübergreifend darzustellen. Dem Aufruf sind bisher mehr als 50 KünstlerInnen sowie Kulturinstitutionen gefolgt, darunter das MMKK, Architektur Haus Kärnten, Stadtgalerie Klagenfurt – Living Studio, BV-Galerie, Galerie 3, Galerie haaauch (alle Klagenfurt), Kunstwerk Krastal, Galerie im Amthof (Feldkirchen/K.), Kultur.im.puls (Seeboden), Galerie Porcia (Spittal/Drau), Galerie Herzogburg (St. Veit/Glan), Gale- rie Magnet (Völkermarkt/Klagenfurt) und das Bundesrealgymnasium Viktring, um nur einige zu nennen.

Erfreulicherweise sind unter den Anmeldungen auch Beiträge aus den Bereichen der Kulturwissenschaft, Musik und Literatur eingegangen. Dr. Andrea Hoffmann führt am Institut für Kulturanalyse der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt im Wintersemester 2016/2017 die Lehrveranstaltung kopf-head-glava – Kulturwissenschaftlicher Beitrag zum Kulturprojekt des Kunstvereins Kärnten durch. Ausgehend von der Portraitmalerei in der Kunst, gemalten „Kopffüßlern“ von Kleinkindern bis hin zu Selfies als Kopfbildern, von Kopf-Votiven der Volksfrömmigkeit bis zu Schädelkulten religiöser, ideologischer und politischer Art, bietet der Kopf vielfältige Ansatzmöglichkeiten einer kulturwissenschaftlichen Betrachtung. Im Seminar geht es um das Spannungsfeld und den symbolischen Gebrauch, der sich zwischen den Bedeutungen und Zuschreibungen von Kopf, Haupt, Schädel, Grind, Hirn, Omme, Birne, Rübe usw. aufzutun scheint.

Es ist unmöglich, in diesem Beitrag auf die vielen angemeldeten Projekte einzugehen, deshalb einige Kurzhinweise zur Literatur: Der Kärntner SchriftstellerInnen Verband wird sich mit Lesungen in Gmünd einbringen. Pars pro toto ein Crossover-Beispiel, in dem Literatur und Musik eine Verbindung eingehen: der gebürtige Bleiburger Schriftsteller und Schauspieler Hugo Ramnek, der in der Schweiz lebt, hat eine literarische Jukebox zu Bluesnummern und Rocksongs geschaffen und wird sie gemeinsam mit dem Harp- und Akkordeonvirtuosen Arthur Ottowitz im Projekt Coverversionen darbieten. Dabei geht es um Songs, die man seit Anbeginn gehört hat, Musik, die einem nicht aus dem Kopf geht, quasi das kosmische Rauschen unseres individuellen Universums, das im Wieser-Verlag erscheinen wird.

Einen weiteren Beitrag zu Kopf und Literatur stellt das Literaturkaffee Klagenfurt (1977–1989) Reloaded dar. Am 29. Mai um 19.30 Uhr geschieht es im Klagenfurter Robert Musil Literaturmuseum: Glava pokne Der Kopf zerbirst * Truplo še koraka Der Leichnam schreitet noch. Die mitwirkenden AutorInnen, unter anderen die beiden Trägerinnen des Kärntner Lyrikpreises der Stadtwerke Klagenfurt, Monika Grill und Gabriele Russwurm- Biró sowie Alfred Goubran, Gerhard Ruiss, Dominik Srienc, Del Vede, werden Gedichte, Textminiaturen und Textauszüge vortragen, Engelrufe und Hilfeschreie ausstoßen, dem werten Publikum mit Nadelstichen und Predigten zusetzen sowie mit Brandreden, Feuermärchen und Gegenreden die Herzen zum Glühen bringen. Eine „huda ura“ (slowenisch für „Unwetter“) ist zwar angekündigt, doch soll es ein heiterer Rettungsversuch unserer Welt werden.

Der Beirat des Kunstvereins Kärnten hat als Initiator des Projektes zwei Konzepte ausgearbeitet, die im Künstlerhaus Klagenfurt bzw. dem angrenzenden Goethepark realisiert werden sollen. Für den Projektstart am 1. Mai um 19 Uhr wurde für die Ausstellung AHEAD of the Game ein Wettbewerb ausgeschrieben, an dem auch KünstlerInnen aus dem Ausland teilnehmen. Die Jury (Renée Gadsden, Marko Košan, Tina Teufel) wählte unter den 122 Einreichun- gen 26 Beiträge aus. Die Ausstellung will den Kopf auf der physischen und metaphysischen Ebene thematisieren und Gedanken zur gesellschaftlichen Konstruktion von zwischenmenschlichen Beziehungen anregen bzw. die Frage stellen, welche Institutionen und Systeme in unseren Interaktionen und Entscheidungsfindungen eine Rolle spielen. Anlässlich der Vernissage kommt es auch zur Uraufführung der Komposition Kopf im Kopf (Der Kopf des Georg Friedrich Händel im Kopf von Gert Jonke) von Dieter Kaufmann, Op.168/2016/11,30 Min. Gesang: Waltraud Russegger (Mezzo-sopran) mit elektroakustischen Video-Zuspielungen von Ulrich Kaufmann. Darüber hinaus ist im Zeitraum 30. Juni – 7. Juli 2017 ein Objektkunst- Symposium im Goethepark mit etwa 8 KünstlerInnen geplant.

Der Kunstverein Kärnten hat sich bereit erklärt, alle kärntenweiten Projekte mittels Homepage und Katalog zu dokumentieren, soweit ihre künstlerische Qualität entsprechend sein wird und die erforderlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Obschon die Subventionsansuchen für die Dokumentation und das Symposium Ende November 2016 eingereicht wurden, kann der gesamte Förderungsumfang anderthalb Monate vor Projektbeginn aufgrund einiger fehlender Antworten immer noch nicht abgeschätzt werden, was z.B. die Nominierung der TeilnehmerInnen am Objektkunst-Symposium unmöglich macht. So ist man bedauerlicherweise gezwungen, das Projekt mit Anfragen in der vagen Hoffnung vorzubereiten, dass sich am Ende alles gut ausgehen wird und keine Streichungen notwendig sein werden. 

Karl Vouk

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