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Kunst abseits der Galerien und Museen

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Kunst abseits der Galerien und Museen

geschrieben am 31.05.2017 11:20

Über Street Art, Wasserspiele, Bodypainting und Urban Knitting ... ein Kaleidoskop der kreativen Interventionen in Kärntens öffentlichem Raum und Kunst außerhalb musealer Räume. 


Lange schon drängt die Gegenwartskunst verstärkt in den öffentlichen Raum, von der Performance Art seit den 60er Jahren, über drop sculptures, der Stadtmöblierung der 80er Jahre über die Forderungen nach site specifity, nach Ortsspezifik der 90er Jahre bis zur New Genre Public Art, partizipatorische oder aktionistische Projekte, die sich im Gegensatz zum traditionellen Objektcharakter der bildenden Kunst durch eine verstärkte Interaktion mit dem Publikum auszeichnen. Dabei sind die künstlerischen Ereignisse situationsbezogen, handlungsorientiert und vergänglich und oft nur mehr über Dokumentationsmaterial wie Fotografien oder Beschreibungstexte erfahrbar. Neben den Projekten, die im Kunstkontext entstehen, also von Galerien, Museen und Kulturinitiativen vorangetrieben und außerhalb musealer Räume umgesetzt werden, zeigen sich kreative Interventionen, die im öffentlichen Raum unterschiedlichste Botschaften transportieren. Street Art ist aus dem Stadtbild längst nicht mehr wegzudenken, Urban Knitting, urbanes Stricken oder wie es auch noch heißt, Yarn Bombing oder Guerilla Knitting gibt es erst seit der Mitte der 10er Jahre.

Kunstvolles Umgarnen. Ausgehend von ersten Yarn Bombern 2004 in den Niederlanden über eine zunächst noch kleine Bewegung in Houston, Texas, tauchen mittlerweile auf der ganzen Welt umhäkelte oder umstrickte Gegenstände, Bänke, Handläufe oder Baumstämme auf, die den öffentlichen Raum bunter machen. Oft agieren die Yarn Bomber aus dem Verborgenen heraus, manchmal als politischer Protest zu sozialen oder räumlichen Missständen, manchmal aber einfach nur, um dem Alltag etwas Farbe einzuhauchen. Auch in Kärnten trifft man mittlerweile auf Urban Knitting, bisweilen anonym, dann wieder in Schulprojekte integriert. Im Sommer 2012 umstrickten Roswitha Krapesch und Bettina Fusselberger im Auftrag der engagierten Betreiber der ART LANE Urban Art Gallery in der Klagenfurter Theatergasse, Stefan Pschernig und David Mase, das Metallgeländer beim Eingang der Galerie. Die Backyard Wall der Galerie wird seit 2011 von internationalen Street Artisten gestaltet, dazu gibt es regelmäßig Ausstellungen in den zwei Räumen des Gebäudes. 2012 wurde das Turiner Streetart-Kollektiv TRULY DESIGN, das Graffiti mit Grafikdesign, Illustration, Malerei und Fotografie verbindet, nach Klagenfurt eingeladen. Im Rahmen ihrer Ausstellungen in Klagenfurt gestalteten sie nicht nur die Backyard Wall der ART LANE Gallery, sondern auch die Eingangsfassade der Stadtgalerie Klagenfurt. Mittlerweile ist das Programm der ART LANE Gallery nicht mehr so dicht wie in den Anfangsjahren, aber die Galerie ist immer noch Atelier, Kreativbüro und ein offener Ort der Begegnung.

Graffiti-Zone. Während die größte Graffiti-Zone Wiens am Donaukanal längst zu einer Attraktion für Touristen und junge Leute geworden ist, werden die legalen Flächen in Kärnten immer rarer. Die älteste legale Graffiti-Wand Kärntens an einem Gebäude der Kärntner Messen in der Rosentalerstraße, wurde zum Teil abgerissen und damit kleiner, die bekannten Flächen in Klagenfurt bei der Unterführung am Lendkanal und in der Adolf Kolping Gasse sind eigentlich verboten, Villach hat wenigstens eine große legale Wand, so David Mase. Manche private Hausbesitzer oder Firmen bieten Flächen an, das hat aber wohl eher Seltenheitswert, ob sich da was in Zukunft ändern wird, bleibt fraglich.

Wasserspiele. Mit dem gebürtigen Amerikaner Brad Downey realisierte 2013 ein der Rebel-Art-Szene nahestehender Künstler auf Einladung der lend|hauer hin ein Projekt im Klagenfurter Lendhafen. Für seine Installation „Fountain“ wurde ein altes verrostetes Waffenrad in einen Springbrunnen umfunktioniert. Städte wetteifern um Höhe und Originalität der Wasserspiele als dekoratives Element in Parks und Gärten, es gibt unterschiedlichste Arten von künstlichen Fontänen und Wasserkaskaden, als Prestigeprojekt finden sie sich auf privaten und öffentlichen Plätzen, nun hatte auch Klagenfurt einen solches und trat ein – wenn auch nur kurz – in den Wettbewerb um den originellsten Springbrunnen. Als „happy piece“ bezeichnete Brad Downey die Arbeit, was durch die erstaunten und belustigten Reaktionen der Vorbeikommenden bestätigt wurde. Zusätzlich dazu setzte Brad Downey in etwa dreißig Minuten dauernden Aktionen an vier Standorten in Klagenfurt die Arbeit „Barricades“ um. Fünfzig rot-weiß gestreifte Scherengitter arrangierte er in gleichförmiger Anordnung und massenhafter Reihung zu einer unüberwindbaren Hürde, Soldaten gleich standen die ihrer Funktion beraubten Baustellengitter fast bedrohlich an unterschiedlichen öffentlichen Plätzen, wobei die Aktionen von Gerhard Maurer und Jürgen Jessenig fotografisch festgehalten wurden.

„Bodypaint City“. Sehr bunt geht es heuer wieder von 28. - 30. Juli beim World Bodypainting Festival zu, das diesen Sommer das erste Mal in den Parks der Klagenfurter Innenstadt stattfindet. Zum 20-Jahr-Jubiläum können Arbeiten von Bodypaintern aus über 50 Nationen in der letzten Juliwoche im Open Air Kunstpark „Bodypaint City“ angeschaut werden. Seit wenigen Jahren wird auch ein Installation Award verliehen. Ortsspezifische Inszenierungen des Körpers in verschiedenen Settings lassen die Körper mit der Umgebung verschmelzen, denn die einzige Vorgabe an die Künstler und Künstlerinnen ist es, dass der menschliche Körper in die Kunstinstallation miteinbezogen wird. Eine Installation wird schlussendlich prämiert, jedoch bietet der Installationskunstpreis allen ausgewählten Künstlern und Künstlerinnen eine spannende Gelegenheit im Rahmen des Festivals ihre temporären Kunstaktionen umzusetzen.

literatur & music.pic.nic. Das literatur. pic.nic und das music.pic.nic im Klagenfurter Norbert-Artner-Park finden den ganzen Sommer über statt und bringen ebenfalls ein interessantes Literaturprogramm und vielseitige Musikveranstaltungen in den öffentlichen Raum, bevor sich die Stadt im Herbst wieder auf den Winterschlaf vorbereitet. 

Nora Leitgeb

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