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Musentempel Museum

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Musentempel Museum

geschrieben am 02.10.2017 10:46

Der „Musentempel Museum“ ist jener Stoff, über den sich der aktuelle Brückenbogen spannt. Vom Nachdenken darüber, ob und wozu wir Museen brauchen, über eine Reise zu sammelnswerten Kuriositäten bis hin zum Blick auf Unsichtbares, haben unsere Autorinnen und Autoren ein druckreifes, museales Potpourri geschaffen.

Bei Ihrem Gang über und durch die aktuelle BRÜCKE werden Sie nun wieder Interviews und Gesprächsformaten begegnen.


Den Auftakt macht wie zu Zeiten der „Urbrücke“ der 1970er Jahre das Werkstättengespräch. Aus den 1980ern gibt es eine Neuauflage der damaligen „Brücke-Edition Grafikdrucke“ unter dem Titel „edition B kunst.aus.druck“. Das Ansinnen ist es, junge Künstlerinnen und Künstler sowie deren Schaffen vorzustellen. Romana Maria Egartner ist die interessante, bildende Premieren-Künstlerin dieses Formats.

Ein im Zuge der Leserbefragung von Ihnen formulierter Wunsch lautet „etwas weniger Wundertüte – ein bisschen mehr Struktur“. Dem nachkommend haben wir den Aufbau der Zeitschrift umstrukturiert: DIE BRÜCKE beginnt nun mit allen Texten zum Schwerpunktthema, es folgen die weiteren inhaltlichen Beiträge und im letzten Teil finden Sie die sogenannten Service- Seiten mit den Buch-, Musik- und Filmtipps, den Horizonten und Terminen. Neu ist auch der Kulturkalender in Gestalt einer Beilage. Diese soll Ihnen eine flexiblere Handhabung ermöglichen und der BRÜCKE mehr Raum für Inhalte und ein Quäntchen Zeitlosigkeit verschaffen.

Mit den zehn zusätzlichen Seiten für redaktionelle Beiträge ist unser kulturelles Print-Bauwerk BRÜCKE um ein solides Stück gewachsen und noch vielförmiger geworden. Ich wünsche Ihnen reichlich Freude daran! 

Gabbi Hochsteiner

 

FETT.FLECK 

Warum ich in der BRÜCKE nicht veröffentlichen kann

In der BRÜCKE zu erklären, warum man in der BRÜCKE nicht veröffentlichen kann, ist, als wolle man öffentlich verlautbaren, dass man zu irgendeinem Thema lieber schweige. Aber da man mich so oft und so liebenswürdig gebeten hat: Dass ich in der BRÜCKE nicht veröffentlichen kann, hat nichts mit ihrer gegenwärtigen Ausformung zu tun, sondern mit der Vergangenheit. Von 1976 bis 1983 habe ich gemeinsam mit Wolfgang Kobal die Zeitschrift Fettfleck – Kärntner Literaturhefte herausgegeben, in der AutorInnen veröffentlichten wie – um nur einige zu nennen – Elfriede Jelinek, Werner Kofler, Florjan Lipuš, Ludwig Fels, Elfriede Gerstl oder Franz Schuh. Natürlich war – das wussten wir und darüber beklagten wir uns nicht – die Produktion dieser Zeitschrift nicht ohne Selbstausbeutung möglich, aber die allein hätte nicht genügt, es musste uns auch mein Vater die betriebseigene Kleinoffsetmaschine und manchmal auch Papier und Druckplatten kostenlos zur Verfügung stellen und das Bundesministerium für Unterricht und Kunst uns, wenn die finanzielle Lage allzu prekär wurde, mit Druckkostenzuschüssen über Wasser halten.

Das Land Kärnten – Kulturreferent war damals der Landeshauptmann Wagner – hat uns in all den Jahren niemals unterstützt. Im ersten Ablehnungsschreiben vom 21.7.1977 teilte uns das Amt der Kärntner Landesregierung „bedauernd mit, dass Ihrem Subventionsansuchen nicht entsprochen werden kann. Zwar bestand zunächst durchaus die Absicht, Ihre Zeitschrift zu fördern, doch hat eine eingehende Prüfung der finanziellen Situation ergeben, dass die für literarische Belange vorhandenen Mittel in erster Linie für die vom Land herausgegebene Kulturzeitschrift verwendet werden müssen.“

Diese Zeitschrift war DIE BRÜCKE. Als auch im darauffolgenden Jahr unser Subventionsansuchen abgelehnt wurde, befasste ich mich im Vorwort zur Nummer 9 des Fettfleck vom Oktober 1978 mit dem Kulturbericht des Landes. „Laut diesem ‚oft und gern verwendeten Informationsmittel‘“, schrieb ich, „werden die Literaturzeitschriften – deutscher wie slowenischer Zunge –, die im Lande erscheinen, unterstützt. Was also heißt: Es gibt den Fettfleck überhaupt nicht, zumindest nicht in Kärnten. Andere wussten es besser: Drei Tage nach der Ablehnung des Subventionsansuchens für 1978 durch das Amt der Kärntner Landesregierung/Abteilung Kultur trudelte ein Schreiben des Amtes der Kärntner Landesregierung/ Abteilung Abgaben in der Redaktion ein mit der Aufforderung, für die in den bisherigen Nummern des Fettfleck abgedruckten unbezahlten Inserate Anzeigenabgabe zu entrichten.“

Den Machern der BRÜCKE ging es da schon besser. Der, wie ich im Vorwort zum Fettfleck 9 schrieb, „protzige Nachweis, dass Kärnten Kultur hat, wobei man sich jedoch schon seitenweise daran erinnern muss, dass Gustav Mahler am Wörther See komponierte, ist eine dicke Zeitschrift, die entweder ein- oder zweimal im Jahr erscheint, je nachdem 40 oder 80 Schilling kostet und zwar einen dicken Anzeigenteil, dafür aber kaum Literatur enthält. Als Belohnung dafür, dass sie den Kulturverantwortlichen eine Unterlage zur geistigen Onanie und allen anderen ein rosa grundiertes Bild von Kärnten liefern, kassieren die Herausgeber 742.911,40 Schilling aus dem insgesamt 1.163.857,72 Schilling schweren Literaturbudget.“ All das ist lange her, ich weiß: DIE BRÜCKE von damals ist nicht DIE BRÜCKE von heute. Aber manches vergisst und verzeiht man nicht, darum ist und bleibt sie der natürliche Feind des Fettfleck, den ich, auch wenn er schon lang das Zeitliche gesegnet hat, in Ehren halte. Aus diesem Grund, man versteht das hoffentlich, kann ich in der BRÜCKE nicht veröffentlichen. 

Antonio Fian 

 

 

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