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ECHT? Das Phänomen Fälschung

16.02.18 von 18:30 bis 21:00
Stadtgalerie Klagenfurt, Theatergasse 4, 9020 Klagenfurt am Wörthersee



SPEZIALABEND ZUM THEMA „WIE GEHT MAN MIT FÄLSCHUNGEN IN MUSEEN, GALERIEN UND AM KUNSTMARKT UM?“

 

18.30 Uhr Überblicksführung

mit dem Kurator der Ausstellung Dr. Hannes Etzlstorfer

19 Uhr – Publikumsgespräch mit

Dr. UIrich Becker / Universalmuseum Joanneum, Graz

Dr. Lothar Schultes / OÖ. Landesmuseum, Linz

Elisabeth Foissner / Belvedere-Research Center Wien

Mag. Dimitra Reimüller / Dorotheum Wien

Moderation: Dr. Hannes Etzlstorfer

Kostenbeitrag: 10 Euro

Abseits der kriminellen Dimension von raffinierten Kunstfälschungen fasziniert uns die Meisterschaft, wie sich manche Fälscher in den Stilmodus einer Zeit zu versetzen verstanden und so nach ihrer Enttarnung zu Stars werden konnten. Anhand von einigen Fallbeispielen wird dieses spannende Phänomen erörtert: Dr. Ulrich Becker vom Universalmuseum Joanneum Graz stellt einen prächtig vergoldeten Bucheinband vor, der als Sieneser Arbeit galt und 1454 datiert ist. Diese vermeintliche Renaissance-Zimelie des Grazer Joanneums kam 1912 als ein Geschenk des Wiener Aristokraten Fürst Carlos Clary und Aldringen in diese Landessammlungen. Zweifel über die Echtheit gab es aber schon beim Zeitpunkt des Erwerbs, der sich aber erst nach hundert Jahren erhärtete: Diese Meisterfälschung stammt aus der Werkstatt des Sieneser Meisterfälschers Icilio Federico Joni (um 1866-1946), der auch Tafelbilder oder bemalte Truhen der Renaissance fälschte. Damit finanzierte er seinen Lebensstil als Dandy. Seine Meisterfälschungen erzielen heute auf dem Kunstmarkt hohe Erlöse und werden nun bereits ihrerseits gefälscht...

DEZEMBER

Der Kunst- und Kulturhistoriker Dr. Lothar Schultes vom OÖ. Landesmuseum in Linz ist hingegen noch auf der Spur nach jenem Kokoschka-Fälscher, aus dessen Hand zwei Arbeiten im Museum stammen. Die langjährige Restauratorin Elisabeth Foissner am Wiener Belvedere (Österreichische Galerie) arbeitet heute im jüngst etablierten Research-Center des Belvedere und wird von ihrer Arbeit berichten. Über den schwierigen Spagat zwischen den steigenden Qualitätsansprüchen am Kunstmarkt und der Verantwortung bei der Erstellung von Kunstexpertisen erzählt Frau Mag. Dimitra Reimüller vom Dorotheum Wien. Sie gilt nicht nur international als eine der besten Expertinnen auf dem Gebiet der Malerei des 19. Jahrhunderts: Sie hat durch ihre umfassende Kenntnis des Kunstmarktes auch zur raschen Enttarnung von Fälschungen beigetragen.

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