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Anna Rubin

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Die Drachen der Anna Rubin

geschrieben am 28.11.2019 10:42

Kunst und Spiel dem blauen Himmel entgegen.


Die in Klagenfurt geborene Künstlerin Anna Rubin gilt als die einzige professionelle Drachenbauerin Österreichs. Von 1993 bis 2000 hat sie an der Akademie der Bildenden Künste Wien Bildnerische Erziehung und Textiles Gestalten studiert. 2000 schloss sie ihr Studium mit einer Diplomarbeit über das Thema „Drachen“ ab. Nach zwei Jahren Lehrtätigkeit am BRG Viktring arbeitet sie seit 2003 als freischaf­fende Drachenbauerin. Mit ihren Drachen ist sie an Ausstellungen und Workshops rund um den Globus beteiligt. In Japan, Mexiko, den USA, Israel, in verschiedenen europäischen Ländern, aber auch immer wieder in Kärnten. Rubins Drachen sind äußerst vielfältig, sowie auch ihr Umgang mit ihnen. Die Drachen werden nämlich nicht ausschließlich für Ausstellungen und Kunstsammler*innen angefertigt, sondern Rubin bietet auch Drachenbau­Workshops für Kinder und Erwachsene an. Dabei können die Teilnehmer*innen unter ihrer Anleitung mit speziellem Papier, japani­scher Tusche und Bambus ihre eigenen Flugobjekte bauen.

Kultische Geräte. Für den Philosophen Walter Benjamin zählen Drachen neben Ball und Federrad zu den ältesten Spiel­ zeugen. Benjamin betont dabei, dass die­se, bevor sie „Spielzeuge“ wurden, bereits kultische Geräte waren. Benjamin wünscht sich einen spielerischen Umgang mit Kunst und Technik. Die Art und Weise wie Kinder im Spiel die Dinge von deren rationalen, zweckgerichteten Bestimmung befreien und in etwas anderes verwandeln, beinhaltet für Benjamin ein emanzipato­risches Potential, welches er sich auch von der Kunst wünscht. Der Ursprung von Spiel sowie von Kunst liegt Benjamin zufolge im Kult und in der Magie: „Die künstlerische Produktion beginnt mit Gebilden, die im Dienst der Magie stehen. Von diesen Gebilden ist einzig wichtig, dass sie vorhanden sind, nicht aber dass sie gesehen werden. Das Elentier [Anm. eine poetische und veraltete Bezeichnung für den Elch], das der Mensch der Steinzeit an den Wänden seiner Höhle abbildet, ist ein Zauberinstrument, das er nur zufällig vor seinen Mitmenschen ausstellt; wichtig ist höchstens, dass es die Geister sehen.“

Drachenschnüre ins Himmelblau. In ähnlichem Sinne lassen die Menschen in Guatemala zu Allerheiligen Drachen stei­gen, um damit den Seelen der frisch Verstorbenen entlang der Drachenschnü­re den Weg in den Himmel zu leiten. Neben der kultisch­rituellen und der spielerisch­ sportlichen Komponente sind die Drachen immer auch Kunstwerke. Es ist genau diese atemberaubende Kombination, die die Kunst Rubins beflügelt und aus­zeichnet. Was all die unter­ schiedlichen Verwendungsarten der Drachen verbindet, ist, dass die Dra­chen stets Richtung Himmel fliegen. Genau daran fand Anna Rubin sehr früh ihre Faszination: „Das Fliegen beschäftigt mich schon sehr lange. Indem ich Drachen baue, gebe ich dieser Faszination Form. Der Drachen als Konglomerat von Hand­ werk, Material, Tradition, Wissen, Tech­nik, Kunst und Freiheit schafft einen großen Arbeitsraum.“

Rubins Drachen gleichen mythischen Wesen, die zwischen den Sphären der Technik und der Kunst, des Spiels und des Kults, der Realität und der Phantasie schweben. Auf die Frage, welche Assozia­tionen die Farbe Blau bei ihr auslöst und ob die Farbe etwas mit ihrer Kunst zu tun hat, antwortet sie: „Wenn ich an Blau denke ist es ein Blaugrau. Für mich eine Farbe des Rückzuges, des Schutzes. Bei dem abgebildeten Drachen ‚Blau/am Grund‘ geht es um einen sicheren Ort.“
www.annarubin.at

Daniel Gönitzer
* 1994 in Wolfsberg, Finalist im Germanistik- und Philosophie-Studium, langjähriger Kulturarbeiter im Wolfsberger Kulturverein Container 25.

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