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Die Sprache der Katze ist anmutige Bewegung

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Die Sprache der Katze ist anmutige Bewegung

geschrieben am 29.07.2020 17:23

Schlaglicht auf den Tanz.


„Tanz ist ein Telegramm an die Erde mit der Bitte um Aufhebung der Schwerkraft.“ Fred Astaire

Hocherhobenen Hauptes, geschmeidig die Schwanzspitze schwingend – die Katze ist Synonym für Anmut und Wendigkeit. Sie kommt in ihrer dynamischen Grazie Fred Astaires berühmtem Zitat, mit der Bitte um Aufhebung der Schwerkraft sehr nahe. Dass Anmut und Grazie nicht die einzigen Parameter des Tanzes sind, zeigt die vielfältig, internationale und künstlerisch hochwertige Tanzszene in Kärnten.

Die Anmut der Peripherie. Andrea K. Schlehwein bringt jahrelang international hochkarätige Bewegung mit intellektuellem Anspruch aus der ganzen Welt in das Stift Millstatt. Eine große Tournee war für heuer geplant, die eineinhalb Jahre Vorbereitungszeit für drei Produktionen in Anspruch genommen hat und nun aufgrund der Covid-Pandemie verschoben werden muss.

Dennoch bietet uns die Choreografin und Organisatorin vieler internationaler Produktionen im August und September zwei Neuproduktionen in Millstatt ganz im Zeichen von Andrea K. Schlehweins Anspruch: „Es muss inhaltlich stimmen, man muss die Qualität spüren.“ Dafür holte sie sich die in Italien geborene und in Deutschland lebende Simona Piroddi, die schon öfter für AKS in Bewegung kam und in dem Stück „archipelago“ vom 28.- 30. August die Frage „wohin?“ in starken visuellen Bildern tänzerisch skizziert. Vom 25.-27. September dreht sich Unita Gay Galiluyo in „klassischer“ Form des Tanzes mit Objekten, Worten, Reflexionen, Lichtquellen und Film um die Frage, was Tanz heute auch sein darf.

Die Kontinuität, dem Tanz in Kärnten seine gebührende Stellung zu geben, ist bei Andrea K. Schlehwein bis in die letzte Zehenspitze spürbar: Fernab des Zentrums hat sie ein weit über die Grenzen bekanntes Zentrum für zeitgenössischen Tanz mit hohem Niveau für Menschen auch ohne tänzerische Vorkenntnisse geschaffen. So führt die aktuell im ART SPACE | stift millstatt weilende niederländische Residenzkünstlerin Alina Jacobs durch mehrere Workshops vom 3.-14. August. www.andreakschlehwein.com

Geschmeidige Grenzerfahrung. Partizipation ist das Schlagwort für das Tanztheaterprojekt „24 Stunden Grenzerfahrung“, das Klaudia Ahrer im Rahmen von „CARINTHIja 2020“ auf die Beine von Menschen unterschiedlichster Nationen stellt – denn gemeinsames Tanzen verbindet. www.gainandsustain.eu

Eine Katze zeigt auch Krallen. Krallen zeigte der in St. Margarethen bei Bleiburg/ Pliberk geborene Johann Kresnik jahrelang mit seinen provokanten, die bis dato gekannte Tanzästhetik sprengenden Produktionen als Ballettdirektor vor allem auf der Bühne des Bremer Theaters. Er ist Namensgeber für das CCB Center for Choreography Bleiburg/Pliberk – Choreographie Zentrum – Johann Kresnik, das seit 2011 Bewegung vor allem in die kleinen Städte Kärntens mit einer Langen Nacht des Tanzes bringt. Heuer hat das neu aufgestellte Team Feldkirchen als Partnerstadt gewinnen können, wo am 14. August vom Amthof über den Hauptplatz auch der Innenhof der FH, aber auch Spielplätze und andere kleine Orte betanzt werden. Zum ersten Mal kommt dabei die Auftragsperformance CCB-Interaktion auf die Bühne, die unterschiedlichsten künstlerischen Sparten, die vorher noch nie für ein gemeinsames Stück zusammengearbeitet haben, wie Schauspiel, Musik, Tanz und Literatur vereint. Wiederaufgeführt wird das berührende Stück „Hidden Senses“, in dem Anna Hein die Bedeutung eines plötzlichen Ausfalls von Bewegung und Gedächtnis mit seinen Folgen gemeinsam mit ihrer 2018 durch einen Schlaganfall aus dem aktiven Kulturleben entrissenen Mutter und ehemaligen Obfrau des CCB Andrea Hein tänzerisch umsetzt.
www.ccb-tanz.at

Bewegung mit Biss. Hungrig nach Bewegung ist Valentin Alfery schon lange, weshalb er mit Breakdancern aus aller Welt 2011 die Urban Dance Company „Hungry Sharks“ gründete. Die vielen Reisen und Einladungen rund um den Erdball lieferten beim Tauchen in Mexiko die Idee, ein Tanzstück unter Wasser zu kreieren. Diese setzte er letztes Jahr in einem Wiener Hallenbad um, woraus der Film „Zeitgeist“ entstand, der am 21. September im Rahmen des Tanzfestivals „Pelzverkehr“ im Jugendstiltheater zu sehen ist. www.hungrysharks.at

Pelz im Verkehr. Der Assoziationen sei freien Lauf gelassen: Ingrid Türk-Chlapek stellt es frei, was hinter dem Namen ihres Tanzfestivals „Pelzverkehr“ stehen mag. Anmut und Eigenwilligkeit, die der Katze zugeschrieben werden, bietet das einzige Festival Kärntens, das sich zeitgenössischem Tanz widmet, auf jeden Fall.

Auf den Alpen-Adria-Raum konzentriert, verknüpft Pelzverkehr vom 19.-26. September internationale Akteur*innen mit der regionalen Szene und fördert mit Workshops auch die Tanzlust der Kärntner*innen. Das vielschichtige Programm bewegt sich um Kinder- und Jugendstücke mit lustvoll-philosophischen Inhalten über politische Themen bis hin zu künstlerischen Grenzgängen, wenn etwa Sara Lanner in der Eröffnungsperformance die Differenz zwischen Muttersprache und Vaterland mit der Zunge an die Wand schreibt.

Die Hauptbühne ist im theater HALLE11, doch es „verkehrt der Pelz“ auch in der ganzen Stadt. Im Stadttheater, Art Lane, Künstlerhaus, Jugendstiltheater, in der TanzEtage sowie im Café „Wohnzimmer“ wird Tanz nicht nur zum Schauen geboten: Berufstätige können unter Tina Gressls Anleitung die ganze Woche von 7:00-7:50 Uhr tanzend den Tag beginnen. Am 20. September wird bei der Milonga zu den Tangoschritten ein Brunch gereicht. Und Energie, die immer schon herauswollte, lässt sich beim Flamenco-Schnuppern von Ana Pandur entladen. Erlebenswert sind auch die nach den Performances stattfindenden Künstler* innengespräche. Hier lässt sich völlig ungezwungen und direkt mit den Protagonist*innen darüber reden, was Tanz alles kann.
www.festivalpelzverkehr.at

Tina Perisutti

Kulturarbeiterin und Kulturjournalistin.

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