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Volksgruppenkongress 1: Was blieb von 1968?

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geschrieben am 12.12.2018 08:36

LH Kaiser bei Podiumsdiskussion über das historische Erbe der Bewegung - Ausstellung von Andrej Blatnik am Arnulfplatz eröffnet 

Klagenfurt (LPD). Zum Auftakt des Volksgruppenkongresses diskutierten gestern, Donnerstag, Landeshauptmann und Kulturreferent Peter Kaiser, die freie Journalistin Trautl Brandstaller, Universitätsprofessor Helmut Konrad sowie der ehemalige Nationalratsbageordnete Karel Smolle im Spiegelsaal der Kärntner Landesregieung über das Thema "Was blieb von 1968? Von Revoluzzern und zivilem Ungehorsam". Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Journalistin Anneliese Rohrer. 

Von den Diskutanten wurde unter anderem die Frage nach der Bedeutung der 1968-er Bewegung für Österreich und seine Gesellschaft erörtert. Der Bogen wurde dabei von der damaligen Studentenbewegung, über den Ortstafelstreit 1972, den Ortstafel-Konsens 2011 bis in das heutige Jahr und die kommende Zukunft gespannt. 

Für Kaiser handelte es sich bei der 68er-Bewegung um eine "Traum-Zeit" mit sehr viel Imitation. Die damalige Auseinandersetzung sei vor allem eine Auseinandersetzung entlang der Generationenfrage gewesen. Viele Reformen, die anderswo außerparlamentarisch erstritten wurden, wurden in Österreich durch Bruno Kreisky vorweggenommen. Dadurch wurde der Keim des Widerstands in Österreich erst so richtig mit Beginn der Anti-AKW-Bewegung sichtbar, erklärte Kaiser. Zum Ortstafelstreit und Ortstafelkonsens sagte der Landeshauptmann, der nationale Volkszorn habe im Jahr 1972 das Heft des Handelns in die Hand genommen und vor allem auch vor einer "Jugoslawisierung" gewarnt, Österreich lebte damals zudem zu einem starken Teil noch immer seine Opferrolle. Der Ortstafel-Konsens 2011 wäre nicht zustande gekommen, wenn die bis dato entgegengesetzten und bis dahin extremsten politischen Kräfte sich in den Jahren davor nicht wesentlich verändert hätten, so Kaiser. 

Brandstaller bezeichnete die 1968er-Bewegung als kulturelle Revolution. Die Studenten hätten diese ins Rollen gebracht und Bürgerinitiativen waren in Österreich "späte Früchte" dieser Studentenbewegung, die die Idee des "mündigen Bürgers" verfolgte. 1968 war jedenfalls eine weltweite Bewegung, selbst im kommunistischen Osten hätte sie für Veränderung gesorgt. Auch die neue Frauenbewegung sei ein Produkt dieser Zeit gewesen, erklärte Brandstaller.

Für Konrad war es ein wesentlicher Aspekt, 1968 "über den Tellerrand" zu schauen. Die Gleichstellungsbewegung und die Genderfrage seien damals zentrale Aspekte gewesen, es herrschte Aufbruchsstimmung. Eine gewisse Imitation dieser internationalen Bewegung wurde nach Österreich geholt mit dem Ergebnis, dass auch hierzulande die Hierarchien flacher wurden. 

Smolle betonte die Gründung der Klagenfurter Universität als wichtigen Meilenstein der damaligen Zeit. Smolle appellierte darüber hinaus, es den jungen slowenisch-sprachigen Menschen von heute weiterhin zu ermöglichen ihre Sprache sprechen zu können. 1968 sei das Bemühen gewesen, sich gegen eine strukturelle Unterdrückung aufzulehnen. Heute gebe es gegenüber den Kärntner Slowenen zwar viel Einsicht, aber zu wenig Wiedergutmachung, so Smolle. 

Nach der Podiumsdiskussion eröffnete Kaiser die Ausstellung "Der Alpen-Adria-Raum: Eine fotographische Reise von Andrej Blatnik" in den Räumlichkeiten der Landesregierung am Arnulfplatz. Der 1963 in Ljubljana/Laibach geborene, freischaffende Fotograf beschäftigt sich sowohl in künstlerischer Form als auch mit Reportage-Fotografie. Aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums der Alpen-Adria-Allianz zeigt die aktuelle Ausstellung Lebensräume slowenisch-sprachiger Bewohner des Alpen-Adria-Raums in Österreich, Kroatien, Ungarn und Slowenien. Zur Ausstellung sprach Zdravko Haderlap. 

Am Auftakt des Volksgruppenkongresses nahmen unter anderen auch der slowenische Generalkonsul Milan Predan, Kärntens Militärkommandant Walter Gitschthaler, Landesamtsdirektor Dieter Platzer und sein Stellvertreter Markus Matschek, Volksgruppenbüro-Leiter Peter Karpf sowie Musiker Emil Krištof teil.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Fabian Rauber

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